FIFA-Skandal: Wurde Infantinos mutmaßliche Geliebte bei der UEFA mit sechsstelliger Summe abgefunden?
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FIFA stellt sich hinter Infantino: UEFA soll mutmaßliche Geliebte ausgezahlt haben
Stand: 10.08.2026, 07:43 Uhr
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Die FIFA verteidigt Infantino gegen einen „koordinierten“ Angriff auf seine Führung. Zuvor gab es Gerüchte, eine Geliebte habe während seiner Zeit als UEFA-Generalsekretär ein großzügiges Abfindungspaket erhalten.
Berlin – Die FIFA hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie ihren Präsidenten Gianni Infantino gegen das verteidigt, was sie als „koordinierten und anhaltenden Versuch“ bezeichnet, seine Führung des Verbands zu untergraben. Die Wortwahl der Stellungnahme lässt erkennen, dass der Weltverband darin mehr als nur Kritik sieht und sich hinter seinen Präsidenten stellt.
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Dieser Artikel von Gael Camba entstand in Kooperation mit Euronews
Die Mitteilung erschien am Samstag (8. August), einen Tag nachdem The Daily Telegraph über ein Abfindungspaket berichtete, das die UEFA einer Mitarbeiterin zahlte, die mit Infantino zusammenarbeitete, als er Generalsekretär des europäischen Fußballverbands war. Der Bericht rückte die Personalentscheidung der UEFA und mögliche Interessenkonflikte in den Mittelpunkt.

Nach Angaben des Daily Telegraph erhielt die Frau von der UEFA eine Abfindung in sechsstelliger Höhe als Auszahlung nach einer mutmaßlichen Liebesbeziehung mit Gianni Infantino. Während dieser angeblichen Beziehung soll Infantino sie befördert haben, heißt es in dem Bericht, was den Verdacht nährt, dass persönliche Verbindungen Einfluss auf Personalentscheidungen gehabt haben könnten.
Abfindungsregeln der UEFA und mögliche Untersuchung
Die UEFA bestätigte, dass die Abfindung „im Einklang mit den damals geltenden Regelungen für ausscheidende Mitarbeitende“ stand, und betonte damit die formale Rechtmäßigkeit der Zahlung. Die Regeln seien seit 2016 verschärft worden und entsprächen inzwischen „den Standards einer modernen, prominenten Organisation“, was als Reaktion auf frühere Kritik und Reformdruck zu verstehen sei.
Führungspersönlichkeiten der UEFA erwägen eine Untersuchung von Infantinos Zeit beim Verband, um mögliche Unregelmäßigkeiten systematisch aufzuarbeiten. Sie wollen klären, wie die Zahlungen zustande kamen und ob die mutmaßliche Beziehung Entscheidungen beeinflusst hat, etwa bei Beförderungen oder der Gestaltung von Arbeitsverträgen.
Infantino war 16 Jahre für die UEFA tätig, bevor er zum FIFA-Präsidenten gewählt wurde, und prägte in dieser Zeit wichtige Reformen des europäischen Klubwettbewerbssystems. Seine langjährige Rolle in der UEFA-Führung macht die jetzt diskutierten Vorgänge für die heutigen Verantwortlichen besonders brisant.
„Kampagne mit Falschinformationen“
In einer Erklärung am Samstag warf die FIFA Infantinos Kritikern vor, seine Autorität schwächen und ihn ohne ordentliches Verfahren aus dem Amt drängen zu wollen. Der Weltverband stellte klar, dass Personalentscheidungen über den Präsidenten ausschließlich über festgelegte Gremien und Wahlprozesse erfolgen dürften.
„Es wird zunehmend deutlich, dass einige eine koordinierte und andauernde Kampagne führen, um die FIFA und ihren Präsidenten zu schwächen“, hieß es in der Mitteilung. „Wer keine Unterstützung der Mitgliedsverbände der FIFA hat, sollte nicht versuchen, durch Vorwürfe, Andeutungen oder Fehlinformationen zu erreichen, was sich über die fest etablierten demokratischen Verfahren der FIFA nicht erreichen lässt.“
Weiter erklärte die FIFA, Berichte enthielten „unbelegte Behauptungen und nachweislich falsche Angaben“, die nicht als Fakten ausgegeben werden dürften, und verwies auf ihre eigenen internen Compliance-Mechanismen. Man werde jede Anschuldigung prüfen, diese aber nicht ungefiltert zur Grundlage politischer Forderungen machen.
FIFA verweist auf demokratisches Mandat
„Veränderungen stellen zwangsläufig etablierte Interessen infrage. Uneinigkeit darüber rechtfertigt jedoch nicht, das demokratische Mandat des FIFA-Präsidenten oder der Institution, deren Leitung ihm übertragen wurde, zu untergraben“, betonte der Weltverband. Die FIFA stellte damit den Reformkurs unter Infantino als notwendige Modernisierung dar, die naturgemäß Widerstände auslöse.

Infantino sah sich zuletzt auch deshalb zunehmenden Anfeindungen ausgesetzt, weil er zentrale Machtstrukturen umgebaut und Kompetenzen im Weltverband neu verteilt hat. Aus Sicht der FIFA nutzen einige dieser Gegner nun persönliche Vorwürfe, um politische Auseinandersetzungen zu führen.
Kritik an Infantinos Investorenplan
Infantino sah sich heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem Details seines Plans bekannt wurden, Gewinne der Weltmeisterschaft an Private-Equity-Investoren zu verkaufen. Die UEFA und zwei weitere Kontinentalverbände – Nordamerikas CONCACAF und die Asiatische Fußballkonföderation – lehnten den Vorschlag ab und warnten vor einem übermäßigen Einfluss externer Geldgeber auf den Weltfußball.
Rückhalt erhielt Infantino am Mittwoch (5. August) vom FIFA-Managementboard nach einer Sitzung in Marokko, bei der der Plan ausführlich diskutiert wurde. Er entschuldigte sich für das Verfahren, insbesondere für mangelnde Transparenz und fehlende vorherige Konsultationen.
Doch die Drohung der UEFA, ihre 55 Mitgliedsverbände könnten FIFA-Wettbewerbe boykottieren, solange der Plan nicht vom Tisch ist, blieb bestehen. Die UEFA erklärte am Donnerstag (6. August), die Ankündigung „ändere nichts“ und forderte weiterhin eine komplette Abkehr von dem Investorenmodell.