Fernpass-Blockade zum Ferienstart in Bayern: Jetzt äußert sich die Polizei

tzMünchenRegionStand: 11.07.2026, 21:53 UhrKommentareUns auf Google folgenZum Start der Sommerferien plant eine Bürgerinitiative eine zweistündige Blockade am Fernpass. Was Polizei und Landrat dazu sagen.Garmis...

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Fernpass-Blockade zum Ferienstart in Bayern: Jetzt äußert sich die Polizei

Stand: 11.07.2026, 21:53 Uhr

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Zum Start der Sommerferien plant eine Bürgerinitiative eine zweistündige Blockade am Fernpass. Was Polizei und Landrat dazu sagen.

Garmisch-Partenkirchen – Am 1. August, pünktlich zum Start der bayerischen und baden-württembergischen Sommerferien, plant eine Tiroler Bürgerinitiative erneut eine Demonstration auf der Bundesstraße 179 am Fernpass – mitten im Urlaubsverkehr. Wie Merkur-Reporter Christian Fellner berichtet, hält sich die Sorge vor einem großen Verkehrschaos auf bayerischer Seite dennoch in Grenzen.

  • Am 1. August blockiert eine Tiroler Bürgerinitiative den Fernpass von 9.45 bis 12 Uhr, um gegen wachsenden Transitverkehr zu protestieren.
  • Die Garmischer Polizei zeigt sich verhalten optimistisch – bisherige Sperren verliefen unproblematisch.
  • Gleichzeitig hat die Tiroler Landesregierung die naturschutzrechtliche Genehmigung für den geplanten Fernpasstunnel erteilt.

Im Ort Fernpass liegt die Passhöhe mit gut 1200 Metern. Von dort aus geht es runter in Richtung Imst oder in Richtung Biberwier/Ehrwald.

Im Ort Fernpass liegt die Passhöhe mit gut 1200 Metern. Von dort aus geht es runter in Richtung Imst oder in Richtung Biberwier/Ehrwald. © IMAGO

Fernpass-Demo am 1. August: Bürgerinitiative protestiert gegen Transitverkehr

Die „Bürgerinitiative Gurgltal, Außerfern, Mieminger Plateau“ hatte bereits am 27. Juni zu zwei Demonstrationen auf der B179 aufgerufen, an denen rund 700 Menschen teilnahmen. Ein Verkehrschaos blieb damals aus. Nun folgt der nächste Anlauf – diesmal bewusst zum Ferienstart, um größere Aufmerksamkeit zu erzielen. Katharina Rumpf, Bezirksobfrau aus Reutte, stellt klar, dass die Tiroler Behörden die Aktion nicht verhindern können: „Die Bewertung von Versammlungen ist immer eine individuelle Entscheidung und orientiert sich auch an der Rechtsprechung des Landesverwaltungsgerichtes.“ Aus Tirol ergeht daher bereits die Empfehlung, die Region des Außerferns an jenem Samstag zu meiden oder weiträumig zu umfahren.

Josef Grasegger, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen, gibt sich gelassen. „Wir sind verhalten optimistisch“, sagt er. Bisherige Brenner- und Fernpasssperren seien „vollkommen unproblematisch und geräuschlos“ verlaufen – die Menschen hätten Vernunft bewiesen. Auch der Ferienbeginn selbst bereitet ihm keine großen Sorgen: „Es fahren doch nicht gleich alle am ersten Wochenende weg, das ist anders als an Pfingsten, wo es nur zwei mögliche Reisewochenenden sind.“

Der sogenannte Scheiteltunnel ersetzt am Fernpass einen 4,8 Kilometer langen, kurvigen Abschnitt der jetzigen Passstraße. Der Tunnel (rot markiert) soll 1,4 Kilometer lang sein und in zwei Jahren ab 2027 gebaut werden.

Der sogenannte Scheiteltunnel ersetzt am Fernpass einen 4,8 Kilometer langen, kurvigen Abschnitt der jetzigen Passstraße. Der Tunnel (rot markiert) soll 1,4 Kilometer lang sein und in zwei Jahren ab 2027 gebaut werden. © LAND TIROL

Garmisch-Partenkirchen ist das Zentrum des Landkreises und liegt im Herzen des Werdenfelser Landes im bayerischen Alpenvorland, direkt an der Grenze zu Österreich.

Fernpasstunnel: Naturschutzgenehmigung erteilt – weitere Schritte stehen noch aus

Parallel zur Demonstrationsdebatte macht das sogenannte Fernpass-Paket Fortschritte: Die Tiroler Landesregierung hat die naturschutzrechtliche Genehmigung für den Bau des 1,4 Kilometer langen Fernpasstunnels erteilt. Dieser soll einen 4,8 Kilometer langen, kurvenreichen Abschnitt der bestehenden Passstraße ersetzen und ab 2027 gebaut werden. Landrat Anton Speer (FWL) zeigte Verständnis für das Demonstrationsrecht der Tiroler Nachbarn, appellierte aber an die Bürger des Landkreises, „besonnen den Urlaub zu planen“. Noch fehlen die wasser- und forstrechtlichen Genehmigungen, bevor das Gesamtprojekt – das ab etwa 2029 auch eine Mautpflicht für den Streckenabschnitt vorsieht – vollständig grünes Licht erhält.