Faszination beim Aero-Club Bad Nauheim

Der Aero-Club Bad Nauheim hat am Wochenende seinen Flugplatz in Ober-Mörlen für Besucher geöffnet. Pilot Moritz Kirchberg malte einen riesigen Smiley aus weißem Rauch über die Stadt.

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Faszination beim Aero-Club Bad Nauheim

Stand: 11.08.2026, 18:42 Uhr

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Beim Tag der offenen Tür des Aero Clubs Bad Nauheim beobachten tausende das Spektakel in der Luft.

Beim Tag der offenen Tür des Aero Clubs Bad Nauheim beobachten tausende das Spektakel in der Luft. © Laura Bott

Motorengeräusche, kühne Flugmanöver und strahlende Gesichter – der Aero-Club Bad Nauheim hat am Wochenende seine Tore geöffnet. Neben spektakulären Flugshows ging es vor allem darum, das Fliegen für jeden zugänglich zu machen.

Bad Nauheim/Ober-Mörlen – Das Dröhnen des Motors wird lauter, der Propeller dreht hoch, und mit einem sanften Ruck hebt die Cessna 172 von der Startbahn ab. Am Wochenende war dieses Gefühl nicht nur den erfahrenen Piloten vorbehalten: Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, beim Tag der offenen Tür des Aero-Clubs Bad Nauheim auf dem Ober-Mörler Flugplatz Höhenluft zu schnuppern.

Neben Flugzeugen gibt es auch Oldtimer zu bestaunen.

Ob in der Luft oder am Himmel – der Tag der offenen Tür, der eigentlich zwei Tage umfasst, bietet den Besuchern viele Hingucker. © Laura Bott

Schon am Vormittag füllte sich das Gelände des Flugplatzes spürbar. Tausende Besucher – Familien mit Kindern, Technikbegeisterte und Neugierige – strömten herbei, um die Faszination der Fliegerei hautnah zu erleben. Organisiert vom Team um Event-Leiter Jan Hild bot der Club bei freiem Eintritt ein Programm, das von ruhigen Segelflug-Vorführungen bis hin zu packenden Kunstflug-Einlagen reichte.

Wir wollen zeigen, dass die Fliegerei kein elitärer Zirkel ist, sondern ein bodenständiges Hobby, das auf Teamwork und Leidenschaft basiert.

Besonders die Vielfalt der gezeigten Fluggeräte zog die Blicke auf sich. Neben Ultraleichtflugzeugen und viersitzigen Reisemaschinen faszinierten vor allem die Segelflieger. Lautlos glitten die schlanken Maschinen durch die Thermik über dem Flugplatz – ein Kontrastprogramm zum dröhnenden Sound der Oldtimer-Maschinen, die als Gastmaschinen angereist waren.

„Wir wollen zeigen, dass die Fliegerei kein elitärer Zirkel ist, sondern ein bodenständiges Hobby, das auf Teamwork und Leidenschaft basiert“, erklärte Hild am Rande der Landebahn. Der Segelflugschein sei sogar günstiger als der normale Autoführerschein.

Angebote zum Mitfliegen

Ein riesiger Smiley aus weißem Rauch schwebte an diesem Tag über ganz Bad Nauheim – ein Willkommensgruß vor Moritz Kirchbergs eigentlicher Kunstflugshow. „Mit dem Smiley wollen wir zeigen, dass alle herzlich eingeladen sind, bei uns vorbeizuschauen“, erklärte der Pilot. „Wir wissen, dass es auch viele Lärmgegner gibt, aber wir haben einfach eine schöne Zeit und lieben das Fliegen. Deshalb freuen wir uns über Akzeptanz.“

Abseits der rasanten Flugshows faszinierten Fallschirmspringer und nostalgische Oldtimer das Publikum. Bei Einbruch der Dunkelheit sorgten vier Heißluftballons für eine glühende Lichtershow. Auch Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg, wie die „Corsair“, wurden bestaunt. Die „Spitfire“ gab es sogar bei Sonnenuntergang und klassischer Musik zu genießen.

Für viele Gäste war der Tag der offenen Tür die perfekte Gelegenheit, den Schritt vom Zuschauer zum Passagier zu wagen. 15-minütige Rundflüge wurden angeboten und ausgiebig genutzt. Die Kinder spielten währenddessen selbst Pilot und setzten sich ins Cockpit eines Segelflugzeugs. „Für meinen Sohn, der Flugzeuge liebt, ist das ein absolutes Highlight“, sagte ein Vater.

Die große, schwarze „Corsair“ aus dem 2. Weltkrieg und viele andere Flugzeuge stehen auf dem Gelände des Flugplatzes.

Auch die „Corsair“ aus dem Zweiten Weltkrieg steht auf dem Flugplatz. © Laura Bott

Neben dem Spektakel am Himmel geht es dem Aero-Club auch um den Nachwuchs. „Wir haben eine sehr tolle Jugendgruppe mit 35 Mitgliedern“, sagte Hild stolz. Auf der Bühne informierten Fluglehrer über die Ausbildungsmöglichkeiten. Die Ausbildung zum Segelflugzeugführer kann bereits im Alter von 14 Jahren begonnen werden.

„Das Fliegen schult die Verantwortung und das Selbstbewusstsein von jungen Menschen extrem“, betonte Hild. Wer hier lerne, eine Maschine sicher durch die Luft zu steuern und auf Wind und Wetter zu achten, nehme Fähigkeiten fürs ganze Leben mit.

Als am Abend die Sonne langsam tief stand, die letzten Maschinen sicher landeten und die Heißluftballons anfingen zu leuchten, zogen die Verantwortlichen ein durchweg positives Fazit: „Der Zuspruch hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagte Hild. Für den Aero-Club war der Tag nicht nur eine gelungene Leistungsschau, sondern auch ein starkes Signal für das Miteinander von Flugplatz und Anwohnern.