Hohe Strafen in Millionen-Korruptionsprozess - B.Z. – Die Stimme Berlins

Potsdam – Ab hinter Gitter – für lange Zeit! Im größten Korruptionsprozess seit Jahren in Brandenburg kassierten ein Projektleiter und ein Unternehmer je fünf Jahre und elf Monate Haft. Weil sie einen bekannten...

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Hohe Strafen in Millionen-Korruptionsprozess - B.Z. – Die Stimme Berlins

Potsdam – Ab hinter Gitter – für lange Zeit! Im größten Korruptionsprozess seit Jahren in Brandenburg kassierten ein Projektleiter und ein Unternehmer je fünf Jahre und elf Monate Haft. Weil sie einen bekannten Bauunternehmer um 13,5 Millionen Euro geprellt hatten.

Am Ende machte das Gericht kurzen Prozess. Statt Armin C. (37, Unternehmer) und Andreas M. (46, Projektleiter) wie beantragt aus der U-Haft zu entlassen, verurteilte der Richter beide zu knapp 6 Jahren Haft. Wegen Untreue, Bestechung, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung. Knapp 4 Jahre hatten ihre Verteidiger gefordert, 7 Jahre der Staatsanwalt.

Bei der Sanierung der Beelitzer Heilstätten (Foto) hatten die Angeklagten 13 Mio Euro abgezockt
Bei der Sanierung der Beelitzer Heilstätten (Foto) hatten die Angeklagten 13 Mio. Euro abgezockt Foto: Beelitzer Heilstätten

Der Tatort der Korruption: Die Beelitzer Heilstätten. Aus der verfallenen Krankenhaus-Siedlung im Wald macht Star-Unternehmer Jan Kretzschmar (54, KW Development) einen neuen Ortsteil mit 500 Wohnungen und 800 Einfamilienhäusern. Projektleiter M. genoss das volle Vertrauen des Firmenchefs. Er durfte Bauaufträge vergeben, Rechnungen stellen und prüfen, Zahlungen anweisen.

Projektleiter Andreas M. (46) vergab teure Scheinaufträge, kassierte Schmiergeld dafür
Projektleiter Andreas M. (46) vergab teure Scheinaufträge, kassierte Schmiergeld dafür Foto: Michael Sauerbier/BILD

Doch ab 2021 nutzte M. dieses Vertrauen aus. Laut Urteil erteilte er Scheinaufträge an die Baufirma von Armin C. und ließ sich einen Teil des Gewinns als Schmiergeld auszahlen – obwohl die Arbeiten gar nicht ausgeführt wurden. Ihr Gewinn: 13,5 Mio. Euro aus Kretzschmars Kasse. Damit kauften die beiden Firmenanteile, Häuser, Autos, Motorräder, machten Reisen, beschenkten Verwandte.

Vor Gericht beschuldigte M. seinen Kumpel C., der Strippenzieher gewesen zu sein. Doch Richter Gregor Stevens glaubte ihm nicht. Beide Männer waren gleichermaßen schuldig, urteilte er. Projektleiter M. habe „mit hoher krimineller Energie“ gehandelt. Schließlich kassierten beide Männer die gleiche, hohe Strafe. Hinzu kommen Millionen-Rückforderungen. Gegen das Urteil können sie Revision einlegen.

Der geprellte Bauunternehmer Jan Kretzmar (54)
Der geprellte Bauunternehmer Jan Kretzschmar (54) Foto: Michael Sauerbier/BILD

Ein Großteil der Beute bleibt verschwunden. „Unser Vertrauen in den Projektleiter war viel zu groß“, sagte der geprellte Bauunternehmer Jan Kretzschmar zu B.Z., „das war ein Fehler, dafür wurden wir teuer bestraft.“