Family-Soap mit Techno in ZDF-Serie "München Beats"
Neue Serie Family-Soap mit Techno in ZDF-Serie "München Beats" Aufbruchstimmung der 90er-Jahre, Jugendkultur aber auch viele anstrengende Familiendramen in Miniserie Astrid Ebenführer ...
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Neue Serie
Family-Soap mit Techno in ZDF-Serie "München Beats"
Aufbruchstimmung der 90er-Jahre, Jugendkultur aber auch viele anstrengende Familiendramen in Miniserie
Astrid Ebenführer
"Du musst es laut hören, wirklich irre laut – und mit anderen Menschen zusammen. Und dann lässt du es in deinen ganzen Körper rein – und du spürst es, und dann irgendwann schwebst du." Linda ist völlig euphorisiert, später wird sie noch über Explosionen zwischen den Leuten reden, wenn sie über Techno-Beats spricht. Sie kommt vom Land, will mit dem Bauernhof ihrer Eltern nichts zu tun haben und auch nicht mit der für sie vorgesehenen Lehre beim Zahnarzt. Ihr Ding ist die Musik, ihr größter Wunsch: DJane zu werden.
In vier Folgen erzählt die ZDF-Serie München Beats vom Erwachsenwerden und von Selbstfindung im konservativen Bayern der 90er-Jahre. Die Autoren Regisseurin Mimi Kezele begleiten Linda Bierwirth (Jule Hermann) bei ihrer Landflucht von Ismaning in Richtung München, bei ihren ersten Versuchen am Mischpult, bei großen Familiendisputen und kleinen Liebesdramen. Hermann gibt ihrer Linda die richtige Dosis Begeisterung, sie verkörpert diese Aufbruchsstimmung herzhaft unbeschwert.
Doch in München Beats geht es auch um den Niedergang des Kartoffelimperiums Pfanni, um einen strengen Unternehmer-Patriarchen (Tobias Moretti) und die Beziehung zum nicht ganz so erfolgreichen Sohn Marius (Klaus Steinbacher), Geheimnisse aus der Vergangenheit und das schwierige Coming-out von Lindas Bruder Andi (Ben Münchow).
Vieles bleibt an der Oberfläche
Es sind viele Themen, die die Serie behandelt – von Generationenkonflikten, Emanzipationsversuchen, Identitätsfindung, verdrängten Familiengeschichten bis zu ein bisserl Globalisierung durch dieses neue Ding namens Internet – ist alles dabei. Vieles davon bleibt an der Oberfläche, wirkt allzu gewollt.
Hier wäre weniger mehr gewesen und hätte so Platz und Zeit für den spannendsten Plot dieser Serie gelassen: Lindas Weg in ihr selbstbestimmtes Leben, die Stimmung im München der 90er-Jahre mit ihrer Jugendkultur und der Gründung des alternativen Kunstparks Ost. (Astrid Ebenführer, 10.8.2026)
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