Übler Scherz: Ein 26-Jähriger löst in Herne mit einem Fake-Notruf einen großen Einsatz aus

Um 18.21 Uhr gehen bei der Feuerwehr in Herne mehrere Notrufe ein: Ein Mensch sei von einer Brücke in den Rhein-Herne-Kanal gesprungen, noch ein paar Meter geschwommen und dann untergegangen. Die Einsatzkräfte...

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Übler Scherz: Ein 26-Jähriger löst in Herne mit einem Fake-Notruf einen großen Einsatz aus

Um 18.21 Uhr gehen bei der Feuerwehr in Herne mehrere Notrufe ein: Ein Mensch sei von einer Brücke in den Rhein-Herne-Kanal gesprungen, noch ein paar Meter geschwommen und dann untergegangen.

Die Einsatzkräfte verlieren keine Zeit. Zu präsent sind die tödlichen Badeunfälle der vergangenen Wochen.

Rund 60 Einsatzkräfte wollen Leben retten

Innerhalb kürzester Zeit sind rund 60 Mann vor Ort. Viele Feuerwehrleute kommen schnell von der zusätzlichen Wache rüber, die während der Cranger Kirmes direkt um die Ecke eingerichtet wurde.

Andertalb Stunden suchen sie im Wasser und in der Umgebung nach der vermissten Person: vielleicht können sie ein Leben retten. Auch eine Tauchergruppe und ein Rettungshubschrauber sind am Start.

Polizei ermittelt: alles nur erfunden!

Währenddessen ermittelt die Polizei und kommt zu dem Ergebnis: Den Notfall hat es nie gegeben! Im Rhein-Herne-Kanal befand sich entgegen der Meldung keine Person. Es war ein Fake-Notruf.

"Im Rahmen der parallel durchgeführten polizeilichen Ermittlungen ergaben sich konkrete Hinweise darauf, dass der Notruf böswillig und ohne tatsächliches Einsatzgeschehen abgesetzt worden war." René Bonn, Feuerwehr Herne

Strafanzeige gegen Wiederholungstäter

Und der Anrufer ist bei der Polizei kein Unbekannter. Der 26-Jährige aus Dorsten habe in der Vergangenheit schon mehrfach falsche Notrufe abgesetzt, so ein Sprecher. Gegen den Mann sei jetzt Strafanzeige gestellt worden.

Schon 50 Bade-Tote in NRW

Besonders bitter ist das Ganze vor dem Hintergrund, dass es in diesem Jahr in NRW einen dramatischen Anstieg an tödlichen Badeunfällen gegeben hat. Nach Anfaben der DLRG sind dabei bis Ende Juli schon 50 Menschen gestorben - unter anderem auch im Rhein-Herne-Kanal.

Retter können an anderer Stelle fehlen

Dass diesmal nichts passiert ist, ist für alle natürlich eine Erleichterung. So ein unötiger Einsatz ist dennoch mehr als ärgerlich. Die Feuerwehr Herne weist darauf hin, dass derartige falsche Notrufe erhebliche Einsatzressourcen binden.

"Bei einem tatsächlichen Notfall können diese Einsatzkräfte und Einsatzmittel dadurch an anderer Stelle fehlen, wo sie dringend benötigt werden." René Bonn, Feuerwehr Herne

Gerade in einem Sommer, in dem die Retter immer wieder zu echten Notfällen am Wasser gerufen werden, kann ein böswilliger Notruf somit auch mehr sein als ein schlechter Scherz.