Nach dem Hitzesommer: Was El Niño für den Winter bedeutet

Panorama Extremes Wetterphänomen: Kommt nach Hitzesommer der Frost-Winter - oder Dauerregen? Wetterexperte Dominik Jung sieht Dauerregen als ein wahrscheinliches Szenario für den deutschen ...

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Nach dem Hitzesommer: Was El Niño für den Winter bedeutet

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Extremes Wetterphänomen: Kommt nach Hitzesommer der Frost-Winter - oder Dauerregen?

Wetterexperte Dominik Jung sieht Dauerregen als ein wahrscheinliches Szenario für den deutschen Winter 2026/27 (Symbolbild).
picture alliance/dpa | Marcus Brandt

Das Extremwetter-Phänomen „El Niño“ bahnt sich an. So könnte der nächste Winter auf der Welt und in Deutschland aussehen.

Nach einem Hitzerekordsommer schauen Wetterforscherinnen und -forscher auf den Rest des Jahres. Das Wetterphänomen „El Niño“ bahnt sich an. Laut dem Wetterexperten Dominik Jung sind dadurch zwei Wetterszenarien für den kommenden deutschen Winter wahrscheinlich: entweder ein Dauerregen-Winter oder ein Frost-Winter. 

Bei Szenario eins erwartet Deutschland Sturm, Dauerregen und Temperaturen, die kaum unter null rutschen. Es wäre nach dem heißen Sommer ein sehr milder Winter. Statt weißer Weihnacht gäbe es randvolle Flüsse und Hochwassergefahr, zum Beispiel am Rhein oder an der Mosel. „Für alle Schneefans wäre es ein einziger Albtraum“, so Dominik Jung. 

Das zweite Szenario wäre ein Albtraum für Frostbeulen. Jung erklärt: „Dauerfrost, Schnee und Kältewerte, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben.“ 

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El Niño beeinflusst auf rund drei Vierteln der Erdoberfläche das Wetter

Grund für diese beiden Szenarien ist das Wetterphänomen El Niño. Dieses natürliche Klimaphänomen tritt im tropischen Pazifik auf. Dabei lassen die Passatwinde, die normalerweise warmes Wasser nach Asien schieben, nach. Warmes Wasser schwappt zurück nach Südostamerika und heizt den Ozean auf. Damit beeinflusst El Niño auf rund drei Vierteln der Erdoberfläche das Wetter.

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Mann schiebt ein Fahrrad durch knietiefes Hochwasser in Santa Ana, Ecuador.
Ein Mann schiebt in Santa Ana (Ecuador) sein Fahrrad über eine, nach heftigen Regenfällen, überschwemmte Straße.
picture alliance / Rafael Loor/ACG Photos/dpa | Rafael Loor

Die Folgen von El Niño sind Wetterextreme. In Mittelamerika und an der Pazifikküste kommt es zu ungewöhnlich starken Regenfällen mit der Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen. Auch in Ostafrika, Zentralasien und im Süden der USA sind große Regenmengen die Folge. Gleichzeitig leiden andere Regionen unter extremer Trockenheit und Hitze. Dazu gehören Australien, Südostasien und die östlichen Teile Südamerikas. Wetterexperte Dominik Jung spricht von einem Alarmsignal für die Wetterwelt: „Wenn der größte Ozean der Erde derart aus dem Takt gerät, bleibt kaum ein Kontinent verschont.“

Deutschland in der Regel nur begrenzt betroffen

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In der Regel ist das Wetter in Deutschland begrenzt von El Niño beeinflusst. Ausnahmen waren der ungewöhnlich strenge europäische Winter 1941/42 oder der kalte Winter in Deutschland 2009/10. Deutschland spürt die Auswirkungen auch indirekt: Extreme Wetterereignisse, auch in Europa, können Ernten beeinträchtigen und dadurch Preise für unter anderem Kaffee oder Kakao beeinflussen.

Im Durchschnitt kommt es alle zwei bis sieben Jahre zu dem Klimaphänomen. Mittlerweile trifft El Niño aber auf einen Planeten, der auch so schon Rekordwerte bei der Erderwärmung schreibt. Das könnte die Folgen des Phänomens weiter verstärken. Bemerkenswert ist dieses Jahr der kurze Abstand zum vorherigen Ereignis. Zuletzt gab es ein El-Niño-Phänomen im Jahr 2023/2024, welches wesentlich dazu beigetragen hatte, dass 2024 das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde. Jetzt steigen die Wassertemperaturen im Pazifik rasant in die Höhe. Fachleute rechnen mit einem starken Ereignis.

Das Wetterphänomen gibt es schon seit über 11.000 Jahren

Der Name El Niño stammt von peruanischen Fischern. Da das Wetterphänomen normalerweise seinen Höhepunkt um die Weihnachtszeit findet, gaben sie ihm den spanischen Namen des Christkindes, „El Niño de Navidad“. Das Wetterphänomen gibt es laut Forschung schon seit über 11.000 Jahren. Die ersten schriftlichen Überlieferungen kamen mit Christoph Kolumbus.

El Niño hat auch eine Schwester, La Niña. Dieses Wetterphänomen hat meist weniger starke Auswirkungen und den gegenteiligen Effekt: Der Pazifik wird abgekühlt, es gibt extreme Regenfälle und Fluten in Südostasien und Australien, sowie Trockenheit in Teilen Südamerikas. La Niña wirkt sich leicht dämpfend auf die globalen Temperaturen aus. (pli)