Europas Starlink-Konkurrenz: EU und SpaceRise besiegeln Ausbau von IRIS²

Die EU treibt den Aufbau ihrer eigenen, hochsicheren Satelliteninfrastruktur IRIS² voran. Nach monatelangen Verhandlungen haben die EU-Kommission und das Industriekonsortium SpaceRise die Verträge für die Umset...

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Europas Starlink-Konkurrenz: EU und SpaceRise besiegeln Ausbau von IRIS²

Die EU treibt den Aufbau ihrer eigenen, hochsicheren Satelliteninfrastruktur IRIS² voran. Nach monatelangen Verhandlungen haben die EU-Kommission und das Industriekonsortium SpaceRise die Verträge für die Umsetzung des Megaprojekts unterzeichnet. Damit stehen die detaillierten Systementwürfe, Zeitpläne und Finanzierungsanteile fest. Zudem wächst die Hauptkonstellation um 66 zusätzliche Satelliten auf insgesamt 348 Einheiten. Ab 2029 sollen die ersten Dienste für staatliche Nutzer in Betrieb gehen.

Kapazität für staatliche Nutzer

Vorgesehen sind 330 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn sowie 18 in einer mittleren. Ergänzend können bei Bedarf weitere Komponenten für Spezialmissionen hinzukommen. Mit dem Ausbau reagiert die EU auf die verschärfte Sicherheitslage und will ihre Abhängigkeit von ausländischen Anbietern wie Starlink verringern.

Die zusätzlichen 66 Satelliten werden in einer speziellen Umlaufbahn stationiert und bilden laut Plan eine eigene Sicherheitsschicht. Sie sollen militärischen Stellen, Geheimdiensten sowie zivilen Rettungsdiensten eine ausfallsichere und abhörsichere Kommunikation ermöglichen. Nach Angaben der EU steigt dadurch die geschützte Übertragungskapazität für staatliche Nutzer innerhalb der Gemeinschaft um rund 60 Prozent, weltweit um 54 Prozent.

Mehr Satelliten und höhere Investitionen

Verantwortlich für den Betrieb ist SpaceRise mit den Satellitenbetreibern SES, Eutelsat und Hispasat. Sie hatten schon im Oktober 2024 einen zwölfjährigen Konzessionsvertrag unterzeichnet. Für Bau und Bodeninfrastruktur arbeitet die Gruppe mit einem breiten europäischen Industrienetzwerk zusammen. Dazu gehören Airbus Defence and Space, Thales Alenia Space, OHB und Aerospacelab. Auch kleinere Firmen und Start-ups sollen beteiligt werden.

Das Projekt wird teurer als ursprünglich geplant. Finanziert wird IRIS² aus dem EU-Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034 sowie durch Beiträge einzelner Mitgliedstaaten und Partnerländer. Polen beteiligt sich bislang mit 656 Millionen Euro, Ungarn mit 500 Millionen Euro. Spanien plant Investitionen zwischen 1,6 Milliarden und 2 Milliarden Euro. Weitere Staaten verhandeln noch über ihren Einsatz. Anfangs standen Gesamtkosten von 2,4 Milliarden Euro im Raum.

Die geschützten Kommunikationsdienste sollen neben EU-Staaten auch ausgewählten Partnerländern offenstehen. Norwegen und Island sind bereits eingebunden. EU-Raumfahrtkommissar Andrius Kubilius hat zudem Großbritannien und der Ukraine eine Beteiligung angeboten. Mit dem Abschluss der Vertragsverhandlungen können nun die Aufträge für Satellitenbau, Raketenstarts und den Aufbau der Bodenstationen vergeben werden. Dadurch geht IRIS² in die praktische Umsetzung.

(vbr)