Erste Group schrieb im Halbjahr um 18,6 Prozent mehr Gewinn
Bank Erste Group schrieb im Halbjahr um 18,6 Prozent mehr Gewinn Dank des neuen Polen-Geschäfts, das heuer erstmals in die Bilanz einfließt, ist die Erste Group deutlich gewachsen ...
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Erste Group schrieb im Halbjahr um 18,6 Prozent mehr Gewinn
Dank des neuen Polen-Geschäfts, das heuer erstmals in die Bilanz einfließt, ist die Erste Group deutlich gewachsen
Wien – Die Erste Group ist dank des neuen Polen-Geschäfts, das heuer erstmals in die Bilanz einfließt, deutlich gewachsen. Die Bank erzielte einen Nettogewinn von knapp 2,0 Milliarden Euro, das war um 18,6 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Das Kreditgeschäft der Bank brummt, inklusive Polen stiegen die Kundenkredite um 21,9 Prozent auf 282,7 Milliarden Euro. Aber auch ohne das Polen-Geschäft verzeichnete sie ein Wachstum von 4,0 Prozent. Den Ausblick hob die Bank an. "Die Konsolidierung unserer neuen polnischen Tochterbank hat sich erwartungsgemäß positiv in den ausgewiesenen Zahlen niedergeschlagen. Gleichzeitig sind wir auch in unseren etablierten Märkten im Kerngeschäft stark gewachsen", sagte Stefan Dörfler, CFO der Erste Group, laut Aussendung vom Donnerstag.
Vor allem in Tschechien, Ungarn, Kroatien und Österreich sei die Nachfrage nach Krediten hoch gewesen, schreibt die Bank. Im Privatkundensegment wurden in den Töchtern (ohne Polen) 60.000 neue Wohnbaukredite vergeben. Im Firmenkundensegment betrug das Neugeschäftsvolumen von über 4 Milliarden Euro. Auch die Einlagen legten um 4,5 Prozent (ohne Polen) zu, inklusive der Erste Bank Polska lag das Plus bei 27,9 Prozent auf 323,7 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund legte der Zinsüberschuss inklusive Polen um 42,3 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro zu, der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 25,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Ohne Polen betrugen die Wachstumsraten 6,1 bzw. 8,8 Prozent.
Risikokosten angestiegen
Die Risikokosten stiegen im Halbjahr deutlich von 182 Millionen Euro auf 583 Millionen Euro an. Ausschlaggebend hierfür waren laut der Bank erwartete Einmaleffekte aus der Integration der Erste Bank Polska. Die Einmaleffekte beliefen sich auf 302 Millionen Euro, weitere 60 Millionen Euro kamen aufgrund des bestehenden Kreditportfolios in Polen dazu. Die Kreditqualität sei jedoch robust geblieben, schreibt die Bank. Die Quote notleidender Kredite (non-performing loans/NPL) blieb mit 2,3 Prozent knapp unter dem Niveau vom Dezember 2025 (2,4 Prozent).
Kostenseitig gab es ebenfalls Zuwächse, die Betriebskosten erhöhten sich inklusive Polen um 30,7 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Treiber waren Personalaufwendungen und Fremdwährungseffekte. Die Kosten-Ertrags-Quote (Cost-Income-Ratio/CIR) verbesserte sich dennoch von 47,7 Prozent auf 44,4 Prozent. Die harte Kernkapitalquote sank von 19,3 Prozent im Dezember 2025 auf 15,2 Prozent.
Ausblick erhöht
Die Bank hat aufgrund der Ergebnisse ihren Ausblick sowohl inklusive als auch exklusive des Polen-Geschäfts angehoben. "Das kräftige Wachstum unseres Kreditportfolios in den vergangenen sechs Monaten hat uns bereits an unser ursprüngliches Kreditvolumenziel von 285 Milliarden Euro herangeführt. Daher erhöhen wir dieses nun auf 290 Milliarden Euro", sagte Bankchef Peter Bosek. Die Eigenkapitalverzinsung (ROTE) soll bei über 20 Prozent liegen, das Ergebnis je Aktie um mehr als 20 Prozent steigen.
Ohne Polen – also für die etablierten Kernmärkte in Österreich, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Ungarn, Kroatien und Serbien – peilt die Bank ein Kreditwachstum von 6 bis 8 Prozent an. Bisher war ein Plus von 5 Prozent erwartet worden. Der Zinsüberschuss soll um etwa 5 Prozent steigen, der Provisionsüberschuss um 7 bis 9 Prozent.
Bereits vor einigen Tagen hatte die Erste Group auch angekündigt, ihr Ergebnis je Aktie (EPS) bis 2030 auf mehr als 15 Euro verdoppeln zu wollen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Ergebnisses je Titel soll bei 15 Prozent liegen. (APA, 30.7.2026)
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