Die Rente mit 63 vor dem Aus? Dieser Vorschlag könnte Sie jetzt doch bewahren
StartseiteWirtschaftErsatz für die Rente mit 63: Top-Ökonom macht vielversprechenden VorschlagStand: 14.08.2026, 22:04 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Rente mit 63 steht vor dem Aus. Ein Ökonom legt ein M...
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Ersatz für die Rente mit 63: Top-Ökonom macht vielversprechenden Vorschlag
Stand: 14.08.2026, 22:04 Uhr
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Die Rente mit 63 steht vor dem Aus. Ein Ökonom legt ein Modell zur Rettung auf den Tisch. Es würde den Zugang zur Frührente stark verengen.
Berlin – Die „Rente mit 63“, wie wir sie aktuell kennen, steht vor dem Aus. Nur das Wie, ist noch ungeklärt. Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Bernd Fitzenberger, schlägt nun einen Kompromiss vor: Die abschlagsfreie Frührente zwei Jahre vor dem Regelalter sollen nur noch die Personen bekommen, die 42 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben.

Bislang zählten neben der Arbeit für den Status der „besonders langjährigen Versicherten“ auch Teile der Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten, Phasen mit Krankengeldbezug und Zivil- oder Wehrdienste. Insgesamt musste man so 45 Versicherungsjahre sammeln. Mit Fitzenbergers Vorschlag würden diese Zeiten nicht mehr angerechnet. So „wäre die ‚Rente mit 63‘ deutlich eingeschränkt, aber nicht ganz abgeschafft“, sagte der Ökonom dem Handelsblatt.
Kompromissvorschlag für Rente mit 63: Wem bringt das Modell etwas?
Der Vorschlag würde Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien besonders häufig treffen. Gerade bei der Kindererziehung zeichnet sich eine klare Geschlechterdifferenz ab: Laut dem Statistischen Bundesamt waren im Jahr 2025 nur 39,7 Prozent der Mütter mit mindestens einem Kind unter drei Jahren arbeitstätig. Bei Vätern mit mindestens einem Kind im selben Alter lag die Erwerbstätigenquote bei 88,7 Prozent.
Für Menschen, die 42 tatsächliche Arbeitsjahre erreichen, wäre durch Fitzenbergers Modell jedoch die sogenannte Rente mit 63 gerettet. Gleichzeitig würde der Vorschlag die Definition dessen, was als Lebensarbeit zählt, verändern.
Aus für Rente mit 63 erntet Kritik: SPD und Union suchen nach Einigung
Währenddessen sucht man auch in den Regierungsparteien nach Übergangslösungen. Drei ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten hatten laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) gefordert, die „Rente mit 63“ beizubehalten. Die Regierungschefs von Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen argumentierten, in Ostdeutschland hätten die Menschen im Schnitt früher angefangen zu arbeiten als in Westdeutschland – bei gleichzeitig stärkerer Abhängigkeit von der gesetzlichen Rentenversicherung.
Auch die SPD-Ministerpräsidentinnen Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Anke Rehlinger (Saarland) forderten den Erhalt der „Rente mit 63“. Thüringens Ministerpräsident Voigt zeigte sich vor dem Hintergrund der Kritik bereit, „über Übergangsregelungen, Härtefalllösungen und eine stärkere Zielgenauigkeit zu sprechen“.
Die SPD-Rentenexpertin Annika Klose schlug laut dem Focus eine Übergangsfrist von fünf Jahren vor. Klose war selbst Mitglied der Alterssicherungskommission, die unter anderem die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 empfohlen hatte. Der neue Unionsfraktionsvorsitzende Thorsten Frei schlug hingegen im Interview mit der ARD eine „soziale Schutzrente“ für Menschen mit körperlich oder psychisch belastender Arbeit vor. Laut dem BR hatte bereits die Kommission von Härtefallregelungen gesprochen. (Quellen: Handelsblatt, Focus, Bayerischer Rundfunk, ARD, eigene Recherche) (lismah)