Erdbeben im Süden Japans: Zahl der Toten steigt erneut, Auto- und Chipindustrie lahmgelegt

Nach dem schweren Erdbeben im Süden Japans ist die Zahl der Todesopfer auf 34 gestiegen. Das teilten die Behörden am Freitag in Tokio mit. Zuvor war von 25 Toten die Rede gewesen. Das Beben der Stärke 7,1 hatte...

  • 2 min read
Erdbeben im Süden Japans: Zahl der Toten steigt erneut, Auto- und Chipindustrie lahmgelegt

Nach dem schweren Erdbeben im Süden Japans ist die Zahl der Todesopfer auf 34 gestiegen. Das teilten die Behörden am Freitag in Tokio mit. Zuvor war von 25 Toten die Rede gewesen. Das Beben der Stärke 7,1 hatte am Dienstag die Region Kumamoto erschüttert. Inzwischen wachsen auch die wirtschaftlichen Schäden.

In dem für die Auto- und Halbleiterindustrie wichtigen Gebiet mussten zahlreiche Fabriken die Produktion einstellen. Die Unterbrechungen wecken Erinnerungen an ein verheerendes Beben in derselben Region im Jahr 2016, das die Industrie damals wochenlang lahmgelegt hatte.

Der Autobauer Toyota setzt seine Produktion in drei Werken bis zum 5. August aus. Selbst eine mehr als 600 Kilometer entfernte Fabrik werde kommende Woche nicht produzieren. Grund sind Engpässe bei Zulieferern wie Aisin, dessen Werk in der Nähe des Epizentrums liegt. Auch Nissan und Mitsubishi Motors haben Produktionsstopps wegen fehlender Teile angekündigt. Einem Branchenvertreter zufolge sind auch kleinere, nachgelagerte Zulieferer von den Ausfällen betroffen, was die Probleme entlang der gesamten Lieferkette verschärfen dürfte.

Erdbeben in Japans „Silicon Valley“

Die Region Kumamoto gilt wegen ihrer hohen Konzentration von Chipfirmen auch als Japans „Silicon Valley“. Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC konnte den Betrieb in seinem Werk zwar schnell wieder aufnehmen. Der japanische Chiphersteller Renesas meldete jedoch Schäden in seiner Fabrik und wird die Produktion erst ab dem 5. August schrittweise wieder anfahren. Auch der Chip-Ausrüster Tokyo Electron und der Elektronikkonzern Sony meldeten Produktionsunterbrechungen.

Das Beben gilt als Test für die Krisenfestigkeit der japanischen Industrie. Nach dem Erdbeben von 2016, bei dem dasselbe Werk des Zulieferers Aisin schwer beschädigt wurde, hatte Toyota die Produktion landesweit einstellen müssen. Angesichts der Anfälligkeit Japans für Naturkatastrophen haben die Hersteller seither versucht, ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu machen. (Reuters)