Elf statt vier Monate: In Dänemark startet verlängerte Wehrpflicht

Angesichts des Ukraine-Kriegs und der Trump-Drohungen in Bezug auf Grönland gilt in Dänemark von heute an ein längerer Wehrdienst. Zu den Männern und Frauen, die ihren Dienst antreten, gehört auch Prinzessin Isabella.

  • 3 min read
Elf statt vier Monate: In Dänemark startet verlängerte Wehrpflicht
Neue Rekruten stehen vor einem Soldaten in Dänemark

Stand: 03.08.2026 • 18:25 Uhr

Angesichts des Ukraine-Kriegs und der Trump-Drohungen in Bezug auf Grönland gilt in Dänemark von heute an ein längerer Wehrdienst. Zu den Männern und Frauen, die ihren Dienst antreten, gehört auch Prinzessin Isabella.

Jana Sinram

Früh am Morgen ziehen sie auf dem Kasernengelände der dänischen Marine in Fredrikshavn die rot-weiße Landesfahne - den Dannebrog - auf den Fahnenmast. Es ist ein besonderer Tag, denn heute treten hier 80 neue Wehrpflichtige ihren Dienst an.

Auch für Julie beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Elf Monate Wehrdienst hat die 20-Jährige vor sich. Sie wollte gern Wehrdienst leisten und hat sich freiwillig gemeldet, erzählt die junge Dänin.

Auch der 18-jährige Albert, der neben ihr steht, ist freiwillig hier. Er hofft, dass er die Zeit auf See für seine Ausbildung nutzen kann und generell etwas mitnimmt.

Möglichkeit zur funktionsspezifischen Ausbildung

Insgesamt treten an diesem Augusttag 1.600 junge Menschen in Dänemark den neuen Wehrdienst an. Der Chef der dänischen Marine, Søren Kjeldsen, findet die Verlängerung um ganze sieben Monate gut. "Es ist ein großer Tag für die Marine und die gesamten Streitkräfte."

Dass der Wehrdienst jetzt nicht mehr vier Monate sondern elf dauere, bedeute, dass die Wehrpflichtigen eine funktionsspezifische Ausbildung bekommen können, so Kjeldse. "Wir können sie anschließend also tatsächlich an Bord unserer Schiffe einsetzen.“

Auch die dänische Prinzessin Isabella hat ihren Wehrdienst angetreten - in der Antvorskov-Kaserne in der Stadt Slagelse. Die älteste Tochter des dänischen Königspaars ist dort für elf Monate Teil des Gardehusar-Regiments. Sie ist damit unter den ersten Frauen, die den neuen verlängerten Grundwehrdienst in Dänemark absolvieren.

Bisher immer genug Freiwillige

Seit dem vergangenen Jahr gilt die Wehrpflicht in Dänemark für Männer und Frauen. Alle, die im laufenden Jahr 18 werden, werden zur Musterung eingeladen. Wenn sich danach nicht genügend Freiwillige melden, entscheidet - theoretisch - das Los, wer den Dienst antreten muss.

In den letzten gut zehn Jahren ließen sich die derzeit rund 4.000 Stellen auch so besetzen, betont Søren Kjeldsen. "Wir werden aber in Zukunft bis zu 6.500 Wehrpflichtige bei den Streitkräften brauchen. Wir müssen also schauen, ob es mit der Freiwilligkeit weiter funktioniert, aber vorerst ist das jedenfalls machbar."

Auch deshalb hat Dänemark die Wehrpflicht auf Frauen ausgeweitet. Denn dadurch verdoppelt sich theoretisch die Gruppe derjenigen, aus der Freiwillige gewonnen werden können. Die junge Wehrdienstleistende Julie findet den Schritt nur logisch. "Ich glaube, Männer oder Frauen, das macht keinen großen Unterschied. Ich finde es toll, dass Mädchen jetzt auch einbezogen werden. Also, mit Blick auf die Gleichberechtigung."

Erster Schritt: Neue Uniformen

Wichtigste Übung für Julie und Albert an diesem Tag: Die Anprobe der neuen Uniformen. Dunkelblaue Hose und Matrosenhemd - Albert fühlt sich in den neuen Sachen direkt wohl. "Es macht Spaß. Das ist sehr klassische Kleidung, die wir gerade bekommen."

Dass der Dienst nicht ganz ungefährlich ist und die Marine ihre neuen Rekruten zur See auch nach Grönland schicken will, ist dem 18-Jährigen bewusst. "Das ist nichts, über das ich besonders viel nachdenke, aber mir ist klar, dass es mit einem Risiko verbunden ist. Aber ich glaube einfach: Wenn man in einem Land leben will, muss man auch bereit sein, es zu verteidigen, oder?"

Das gehöre einfach dazu, sagt der dänische Wehrpflichtige. Und genau das wird er in den kommenden elf Monaten tun.