Eklat im Prozess um getöteten Fabian: „Hast du einen Dachschaden?“

KI-Stimme. InfoIm Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow ist es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen der Angeklagten Gina H. und ihrer Schwester gekommen. Eine Aussage der Zeugin sorgte...

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Eklat im Prozess um getöteten Fabian: „Hast du einen Dachschaden?“

KI-Stimme. Info

Im Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow ist es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen der Angeklagten Gina H. und ihrer Schwester gekommen. Eine Aussage der Zeugin sorgte für eine direkte Konfrontation im Gerichtssaal, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.

Der 30-jährigen Gina H. wird vorgeworfen, den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche anschließend angezündet zu haben. Vor dem Landgericht Rostock muss sie sich wegen Mordes verantworten. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung. Am 20. Prozesstag sagte die jüngere Schwester von Gina H. als Zeugin aus. Obwohl sie als Angehörige das Recht gehabt hätte, die Aussage zu verweigern, habe sie sich dazu entschieden, vor Gericht zu sprechen.

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Die Angeklagte, Gina H., kommt in den Saal des Landgerichts zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian.

Streit zwischen Gina H. und ihrer Schwester im Gerichtssaal

Im Mittelpunkt der Befragung habe auch die Vergangenheit der Angeklagten gestanden. Als der Vorsitzende Richter Holger Schütt die Schwester auf eine abgebrochene Ausbildung von Gina H. angesprochen hätte, habe diese laut übereinstimmenden Berichten von „Stern“ und „Bild“ geantwortet: „Sie hat mir erzählt, dass sie keine Lust hat, zu arbeiten.“ Die Aussage hätte daraufhin eine Reaktion der Angeklagten ausgelöst. Von der Anklagebank aus soll Gina H. ihre Schwester angegriffen haben: „Hast du einen Dachschaden, oder was?“ Daraufhin habe Richter Schütt die 30-Jährige deutlich ermahnt: „Das ist die erste und letzte Verwarnung für Sie, ich möchte mich nicht wiederholen!“

Die Schwester habe außerdem vor Gericht ausgesagt, dass sie seit rund acht Jahren keinen Kontakt mehr zu Gina H. habe. Aufgewachsen seien beide bei ihren Großeltern. Dort habe ihre Schwester „alles dafür getan, an erster Stelle zu stehen“, sagte die Zeugin. Dafür habe Gina H. auch gelogen.

Das Verhältnis der Schwester zur Großmutter sei schwierig gewesen. Es habe einen entscheidenden Wendepunkt gegeben, den Kontakt zur Großmutter abzubrechen. Über ihren Großvater hätte die Zeugin hingegen positiv gesprochen. Sie habe ihm jedes Jahr zu seinem Geburtstag einen Brief geschrieben, berichtete sie laut „Bild“. Eine Antwort hätte sie jedoch nie bekommen. Der Großvater war ursprünglich als Zeuge geladen, machte nach Angaben des Gerichts jedoch von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

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Auch von Gina H. selbst habe sie zuletzt Ablehnung erfahren, sagte die Schwester laut Medienberichten. Nachdem sie ihrer Schwester eine Nachricht zum Tod ihres geliebten Pferdes geschrieben und nach den Umständen gefragt hätte, hätte Gina H. geantwortet: „Danke, das geht dich gar nichts an.“

BKA wertet Chatverläufe aus

Neben der Schwester sagte laut „Bild“ auch ein Sachverständiger des Bundeskriminalamts (BKA) aus. Er hatte den Chatverlauf zwischen Gina H. und Fabians Vater Matthias R. ausgewertet. Tausende Nachrichten seien untersucht worden. Nach Angaben des Gutachters, über die „Bild“-Zeitung und „Stern“ berichteten, habe Gina H. ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Bestätigung gezeigt. Ihr Verhalten habe der Experte demnach als „egozentrisch“ bezeichnet. Zudem hätte sie ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis ihrem Partner gegenüber gezeigt.

Auffällig sei gewesen, dass Fabian in den Nachrichten kaum eine Rolle gespielt habe. Auch Gina H.s eigener Sohn, der etwa im gleichen Alter wie Fabian war, sei nur selten Thema gewesen. Die Familie von Matthias R. sowie Fabians Mutter Dorina L. habe die Angeklagte laut Einschätzung des Gutachters offenbar als Störfaktoren wahrgenommen.

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Chatnachricht am Tattag sorgt für Fragen

Besonders aufgefallen sei dem BKA-Sachverständigen der Chatverkehr vom 10. Oktober 2025 – dem Tag, an dem Fabian getötet worden sein soll. Nachdem Matthias R. geschrieben hatte, dass ihn etwas beschäftige, habe Gina H. mehrfach nach seinem Befinden gefragt. Anschließend soll sie gefragt haben: „Es ist doch Freitag, hast du nicht Fabian?“ Laut dem Gutachter sei dies das erste Mal gewesen, dass sich Gina H. in dieser Form nach dem Jungen erkundigt habe. „Das ist uns aufgefallen“, sagte der Experte laut „Stern“.

Auch eine Nachricht vom 13. Oktober habe die Ermittler beschäftigt. Zu diesem Zeitpunkt suchten Polizei und Helfer noch nach dem vermissten Jungen. Gina H. schrieb laut Bericht an einen Bekannten, man wolle Gewissheit, was mit Fabian passiert sei, um „abschließen“ zu können.

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Der BKA-Zeuge habe diese Wortwahl als auffällig bewertet: Der Begriff „abschließen“ werde in dieser Situation „zu früh und der Lage nicht entsprechend verwendet“, sagte er laut „Stern“. Tatsächlich war Fabian zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Seine verkohlte Leiche wurde erst am folgenden Tag an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt – rund 15 Kilometer südlich von Güstrow. Gefunden wurde sie von Gina H., die nach eigenen Angaben bei einem Spaziergang auf den Fund gestoßen war.

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Der Prozess vor dem Landgericht Rostock ist noch bis zum 10. September terminiert. Für den 26. August haben die Verteidiger angekündigt, dass Gina H. selbst aussagen werde. Ein Geständnis gilt jedoch als ausgeschlossen. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht der Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe.