Einzige Bahnverbindung zum Essener Hafen gesperrt. Unternehmen schlagen Alarm.
Sie ist der einzige Weg für Güterzüge, um den Essener Hafen zu erreichen: Die alte Fachwerkbrücke über die Emscher in Essen-Vogelheim. Die Deutsche Bahn hat jetzt den Unternehmen im Hafen mitgeteilt, dass die B...
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Sie ist der einzige Weg für Güterzüge, um den Essener Hafen zu erreichen: Die alte Fachwerkbrücke über die Emscher in Essen-Vogelheim. Die Deutsche Bahn hat jetzt den Unternehmen im Hafen mitgeteilt, dass die Brücke ab sofort gesperrt ist. Und das für Monate.
Brücke muss saniert werden
Grund sind demnach erhebliche Korrosionsschäden an tragenden Bauteilen, die jetzt behoben werden müssen. Stand jetzt soll die Sperrung Mitte November aufgehoben werden. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass sich solche Bauprojekte verzögern würden.
Industrieprodukte müssen verlagert werden
Die Güterzugstrecke führt von Essen-Vogelheim bis nach Oberhausen-Osterfeld, dort werden Industriegüter dann an das überregionale Verkehrsnetz weiter auf die Schiene geschickt. Die Unternehmen im Essener Hafen transportieren vor allem Massengüter wie Stahl, Aluminium, Chemie- oder Mineralölprodukter oder Industrieprodukte und haben jetzt ein Problem. Denn normalerweise nutzen sie drei Transportwege: Straße, Schiene und den Seeweg.
Von der Schiene auf die Straße
Da die Schiene jetzt wegfällt, müssen sie mehr LKW-Ladungen auf die Straße bringen. Doch hier sieht die Industrie- und Handelskammer Probleme: "Es gibt jetzt schon Einschränkungen auf der Autobahn 42 durch die Brückensperrung für LKW'", sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Benedict Kerbstadt. Auch die Wasserstraße ist aktuell kein verlässlicher Transportweg, schließlich gibt es auf vielen Flüssen wie dem Rhein extremes Niedrigwasser.
Auswirkungen für Unternehmen
Die Sperrung der Eisenbahnbrücke bedeutet für die Unternehmen vor allem höhere Kosten und ein höherer Aufwand für Disposition und Logistik. In einigen Fällen könnte es auch Probleme mit der Termintreue geben, wenn Waren und Produkte nicht rechtzeitig bei Kunden ankommen. Im Essener Hafen sitzt unter anderem ein Großhändler für Erz und Metalle, ein Großbetrieb für industrielle Beschichtungen und Oberflächentechnik, Schrotthändler sowie ein Spezialist für Kohlenstoffprodukte und andere.
Forderung an Deutsche Bahn
Die Industrie- und Handelskammer hat jetzt in einem Brief die Deutsche Bahn aufgefordert, den Instandsetzungsbedarf weiterer Brücken und Bauwerke entlang der betroffenen Güterstrecke zu ermitteln. Außerdem fordert sie die Bahn auf, einen verbindlichen Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme aufzustellen. "Die Wiederherstellung der Schienenanbindung ist keine gewöhnliche Instandsetzung. Sie entscheidet über die Funktionsfähigkeit eines ge samten Hafen- und Industriestandorts", sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Benedict Kerbstadt.