Eintrachts Larsson: „Ich bin hier sehr glücklich, ich habe keine Pläne, wegzugehen“

Hugo Larsson räumt mit Wechselgerüchten auf, will auf jeden Fall beim hessischen Bundesligisten bleiben, spricht zudem über Adi Hütter, dessen Spielstil, die wirre Zeit unter Albert Riera und weshalb er sich die Mandeln herausoperieren ließ

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Eintrachts Larsson: „Ich bin hier sehr glücklich, ich habe keine Pläne, wegzugehen“

Stand: 31.07.2026, 09:21 Uhr

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24.07.2026, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Trainingslager - in Grassau v.l. Hugo Larsson (Eintracht Frankfurt)

Gut drauf in Grassau: Hugo Larsson fühlt sich wohl in Bayern – und in Frankfurt. © Jan Huebner/Jan Hübner

Hugo Larsson räumt mit Wechselgerüchten auf, will auf jeden Fall beim hessischen Bundesligisten bleiben, spricht zudem über Adi Hütter, dessen Spielstil, die wirre Zeit unter Albert Riera und weshalb er sich die Mandeln herausoperieren ließ / Ein Interview von Ingo Durstewitz

Herr Larsson, das Trainingslager hier in Bayern neigt sich dem Ende entgegen, am Samstagmorgen geht es zurück nach Frankfurt. Und nach dem Testspiel am Nachmittag in Mannheim gönnt Trainer Adi Hütter erst einmal ein paar freie Tage. Wie sehr benötigt der Körper mal eine Auszeit nach zehn anspruchsvollen, schlauchenden Tagen?

Jeder Spieler freut sich nach der intensiven Zeit auf ein paar freie Tage, ist doch klar. Aber die Vorbereitungszeit gehört dazu, davon zehrt man die gesamte Saison. Und hier war es ja auch echt toll, ganz wunderbar.

Toll und wunderbar?

Die Temperaturen sind im Vergleich zu den letzten beiden Jahren in Amerika auf jeden Fall angenehmer. Das hier ist das Paradies für eine Saisonvorbereitung, würde ich sogar sagen (lacht). Und da spreche ich für jeden Spieler.

Wieso denn das?

Die Location ist super, die Bedingungen auch, die Trainingsplätze sind hervorragend, man muss nicht viel reisen, hat kein Jetlag. Und hier ist es zwar auch heiß, aber das ist trotzdem kein Vergleich zu den USA. Da war es unglaublich heiß.

Sie haben die Temperaturen angesprochen, ein großes Thema, klar. Doch das, was man eigentlich jeden Tag hört, wenn man sich im Quartier mit Spielern oder Verantwortlichen unterhält, ist das Schlagwort: Intensität. Erzählen Sie mal.

Das ist ja ganz klar. Es ist das Hauptthema unter unserem neuen Trainer. Es geht um Intensität, so ist auch das Training ausgerichtet. Es ist hart und herausfordernd. Wir werden auf jeden Fall fit sein. Ziel ist, das Spiel zu kontrollieren, mit dem Ball, aber auch ohne den Ball. Und ich habe jetzt noch etwas verstanden.

Was denn?

Dass das normalerweise die DNA von Eintracht Frankfurt ist.

Da muss ich aber doch mal einhaken: Sie haben gar nicht gewusst, dass diese Spielweise eigentlich der typische Eintracht-Stil ist?

Nein. Also ich habe davon gehört. Aber seit ich hier bin, seit drei Jahren, haben wir anders gespielt. Anders, aber auch sehr erfolgreich. Wir haben vor einem Jahr mit die beste Bundesligasaison in der Geschichte der Eintracht gespielt. Es kann also nicht so verkehrt gewesen sein. Jetzt ist es etwas Neues. Ich beschwere mich nicht darüber.

Welchen Eindruck haben Sie von Adi Hütter?

Er ist sehr direkt, stringent, hat eine klare Ansprache. Er sagt, was er denkt, spielt keine Spielchen, macht nichts hinter deinem Rücken. Aber er ist auch höflich und hat ein offenes Ohr. Man weiß, was er von dir auf dem Feld erwartet, das macht er sehr deutlich. Wenn man das nicht macht …

…bekommt man ein Problem mit ihm.

Das habe ich noch nicht herausgefunden, wir sind ja noch in der Vorbereitung. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es so ist (lacht). Ich weiß seine Art zu schätzen.

In den letzten Monaten ist viel über Albert Riera gesprochen worden. Für uns war er sehr speziell. Wie war er für die Mannschaft?

Jeder Trainer ist offensichtlich anders. Er hat es auf seine Weise gemacht, hatte seinen Ansatz, dass die Spieler ihm folgen. Natürlich ist es leichter, jemandem zu folgen, wenn das, was er sagt und vorgibt, auch funktioniert. Aber das lag ja nicht nur an ihm. Wir haben erst vor ein paar Tagen darüber gesprochen: Die ersten vier, fünf Spiele unter ihm waren erfolgreich, aber dann ist es in eine andere Richtung gelaufen. Es gab jetzt keinen klaren Wendepunkt, an dem es gekippt wäre. In jedem Fall waren wir nicht so erfolgreich, wie er sich das vorgestellt hat und wir uns auch.

Sie sagen, es hat nicht nur am Trainer gelegen.

Uns hat generell in der letzten Saison die Wettbewerbsfähigkeit gefehlt, nicht nur unter Albert. Man hat es auch im Training schon gespürt, dass etwas gefehlt hat. Also man kann ihm nicht die Schuld für alles geben. Wir Spieler hätten es besser machen müssen, da schließe ich mich ein.

Wir haben uns dennoch gewundert, dass Sie fast ausschließlich auf der „Sechs“ gespielt haben. Wir haben Sie als Box-to-Box-Spieler kennen und schätzen gelernt. Wie haben Sie das empfunden und wahrgenommen?

Ich habe schon zu Beginn der vergangenen Saison gemerkt, dass sich meine Rolle verändern würde. Ich war mehr Sechser. Das ist nicht das, wie ich in diesem Klub so erfolgreich geworden bin. Erfolgreich bin ich geworden, weil ich eine „freie“ Rolle hatte, nach vorne und hinten konnte. An der Seite von Ellyes (Skhiri; Anm. d. Red.) hatte ich viele Freiheiten. Ich bin so selbstbewusst zu sagen, dass ich einschätzen kann, wo ich der Mannschaft am besten helfen kann und wo sie mich braucht. Als Holding Six hat man diese Freiheiten nicht.

Also hätten Sie lieber auf Ihrer „alten“ Position gespielt?

Ganz ehrlich: Ich habe es vermisst. Es gab in der vergangenen Runde viele Dinge, die nicht gepasst haben. Natürlich entscheidet der Trainer und ich versuche, die Vorgaben bestmöglich umzusetzen. Wahrscheinlich haben sie etwas in mir gesehen, weshalb sie mich dort aufgestellt haben. Aber es hat leider nicht funktioniert, ich konnte meine größten Stärken nicht richtig auf den Platz bringen.

Haben Sie Hinweise bekommen, wie es in der neuen Saison unter Adi Hütter aussehen wird?

Ich denke, Sie werden mich hauptsächlich da spielen sehen, wo ich hier früher auch gespielt habe (schmunzelt).

Sie hatten in der zurückliegenden Spielzeit auch körperliche Probleme. Dino Toppmöller war sogar mal richtig sauer und sagte, er könne nicht akzeptieren, dass Sie als Profisportler so oft krank sind. Haben Sie dahingehend etwas getan in der Sommerpause?

Ja, ich habe mir direkt nach dem letzten Saisonspiel die Mandeln herausoperieren lassen. Alles ist gut gegangen.

Hat das einen Langzeiteffekt?

Sie haben gesagt, ich werde nach einem halben Jahr deutliche Verbesserungen wahrnehmen. Ich fühle mich jetzt schon gut. Ich fand es nicht so toll, wie Dino das Thema platzierte (über die Öffentlichkeit; Anm. d. Red.), aber er hatte inhaltlich recht. Ich war zu oft krank und das hat meinen Rhythmus immer wieder unterbrochen.

Zur Person

Hugo Larsson, Ende Juni erst 22 Jahre alt geworden, geht nun schon in seine vierte Saison bei Eintracht Frankfurt. Den ewigen Timmy Chandler jagt er in puncto Zugehörigkeit zwar nicht, „mein Ziel ist Tuta“, wie der schwedische Nationalspieler lachend sagt. Der Brasilianer war insgesamt sechs Jahre bei der Eintracht. Larsson galt jetzt lange als Verkaufskandidat. Doch im Gespräch stellt der offene und aufgeschlossene Akteur klar, dass er gar keine Absicht hat, den Verein zu verlassen.

Um Ihre Person ranken sich immer wieder Gerüchte, dass Sie den Verein verlassen könnten. Auch in diesem Sommer wieder.

Sehen Sie: Seit ich in Malmö mit 17 meinen Durchbruch schaffte, gibt es Gerüchte um mich. Das ist Teil des Geschäfts. Jeden Sommer sitze ich mit einem von Euch da und muss dieselben Fragen beantworten (lacht). Aber wie ihr seht, ich bin noch hier und spiele für die Eintracht.

Also gibt es da keine anderen Pläne?

Nein. Ich bin hier wirklich sehr glücklich. Auch meine Freundin fühlt sich wohl, sie liebt Frankfurt. Ich habe keine Pläne, wegzugehen. Es ist dieselbe Story jedes Jahr.

Was ist denn drin in dieser Saison? Europa?

Das muss das Ziel sein. Dieser Klub ist nicht dafür ausgerichtet, nur ein Spiel in der Woche zu haben. Jeder sieht es so. Wir müssen die Enttäuschung der letzten Saison wettmachen. Keiner hier scheut sich zu sagen: Wir wollen zurück nach Europa. Dafür müssen und werden wir hart hinarbeiten.

Kommen wir zu einem unschönen Thema, ihre Ausbootung im schwedischen Nationalteam für die WM.

Das war kein leichter Anruf, den ich da bekommen habe. Vor allem, weil ich ja davor immer dabei war, drei Jahre lang. Ich spiele in der Bundesliga, fast jedes Spiel, habe Champions League gespielt – und dann das. Klar, das war schon hart. Ich musste es schlucken und versuchen, es zu vergessen.

Wie lautete denn die Begründung?

Der Trainer sagte mir, ich solle erst mal meine OP machen und dann gesund und fit sein für die Länderspiele im September.

Hatten Sie seitdem Kontakt zum Trainer?

Nein, ich habe nicht mit ihm gesprochen. Aber für mich ist klar, dass ich gerne wieder für Schweden spielen würde. Ich will mich mit guten Leistungen bei der Eintracht wieder fürs Nationalteam empfehlen.

Haben Sie die WM als Zuschauer verfolgt?

Nein, ich bin kein Nachtmensch, ich habe nicht viel gesehen.