Ein Dorf feiert seine Geschichte
Der Ortsbeirat Wolferborn hat am Freitagabend zum ersten Mal eine Ehrenmedaille für verdiente Bürger verliehen. Drei Menschen erhielten die Auszeichnung bei der Jubiläumsfeier in der ausverkauften Seemenbachhalle.
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Stand: 17.08.2026, 07:00 Uhr
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Erinnerungen, Ehrungen und viel Humor prägen den Kommersabend. Dabei wird vor allem die starke Gemeinschaft der Wolferborner gewürdigt.
Wolferborn – Information, Vielfalt, Kurzweil, Humor, Geschichte und Geschichtchen sowie große Dankbarkeit prägten am Freitag den Kommersabend anlässlich des Jubiläums „750 Jahre urkundliche Ersterwähnung von Wolferborn“ in der bis auf den letzten Platz besetzten Seemenbachhalle.

Mit guter Laune und Heiterkeit hatten die Wolferborner und ihre Gäste aus nah und fern der Hitze getrotzt und mit Freude das abwechslungsreiche Programm verfolgt.
Ehre für besonderes Engagement
Sigrid Lück, Wilhelm Hof und Horst Meige sind die ersten, die mit der Ehrenmedaille des Ortsbeirates für verdiente Bürger ausgezeichnet wurden: Sigrid Lück ist seit 40 Jahren Küsterin. Wilhelm Hof war von 1989 bis 2026 insgesamt 37 Jahre im Ortsbeirat, davon von 1998 bis 2006 Ortsvorsteher und Außenstellenleiter, und blieb Außenstellenleiter bis zum Frühjahr 2026. Horst Meige war von 1993 bis zum Frühjahr 2026 Schriftführer im Ortsbeirat, und leistete bei der SG Wolferborn Vorstandsarbeit von 1975 bis 2008, davon als Vorsitzender von 1987 bis 2008. Er ist Vorsitzender des Dorfvereins seit dessen Gründung im Frühjahr 2024.
Mit Landrat Jan Weckler (CDU) als Schirmherrn des Jubiläums und der Ersten Kreisbeigeordneten Birgit Weckler (CDU) war die Kreisspitze gleich doppelt vertreten.
Hinzu kamen Bürgermeister Benjamin Harris (CDU) und weitere Vertreter der Politik. Auch viele Gäste aus den umliegenden Dörfern, aus Büdinger Stadtteilen und frühere Wolferborner Pfarrer waren gekommen. Die weiteste Anreise hatten Freunde aus Turany in der Slowakei.
Erinnerungen an alte Zeiten
Die Halle war mit viel Liebe zum Detail dekoriert, wie ein fast originalgroßes Modell des Wehrtborns neben der Bühne, aus dem den ganzen Abend über Wasser in eine Bütte lief. Zudem waren auf zahlreichen Fototafeln 600 Fotografien aus der älteren und jüngeren Vergangenheit sowie der Gegenwart des Dorfes präsentiert. Achim Lohrey hatte sie gesammelt und aufbereitet.
Mit feiner Eingangsmusik auf dem Klavier hatte André Brandner die Gäste begrüßt. Dann eröffnete „Ortsdiener Willem“ mit der Originalschelle des Dorfes die Feier. Frank Muth hatte in dieser Rolle – der letzte Ortsdiener hörte 1969 auf – allerhand zu tun. Ortsvorsteher Patrick Appel, zugleich Landtagsmitglied, der auch den Abend flott moderierte, hieß die Gäste herzlich willkommen und stellte den Abend und das Fest unter das Motto „Vergangenheit bewahren, Gegenwart leben, Zukunft gestalten“ und erinnerte daran: „Wir, unsere Generation und die unserer Eltern konnten und können in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben. Das wünschen wir auch allen folgenden Generationen.“
Horst Meige, Vorsitzender des im Frühjahr 2024 gegründeten Dorfvereins, begrüßte ebenfalls die Festgäste und bekannte: „Unser Jubiläum ist nicht nur ein Geburtstag. Es ist ein Gefühl, ein Gefühl von Heimat und Gemeinschaft.“ Sein Dank ging an „alle, die das Jubiläum möglich gemacht haben und machen“. „Diese Menschen sind das Rückgrat unseres Jubiläums.“ Er dankte darüber hinaus auch der Stadt Büdingen als Mitveranstalter und allen Sponsoren.

Bürgermeister Harris hob in seinem Grußwort die „starke Dorfgemeinschaft“ hervor, „die gemeinsam ideenreich und tatkräftig anpackt“. Stadtverordnetenvorsteher Thomas Appel (FWG) gratulierte ebenso zum Jubiläum wie der Rinderbügener Ortsvorsteher Karsten Farr (CDU) und der Kefenröder Bürgermeister Markus Gerlach (CDU). Thomas Lindt (Freie Wächter), Ortsvorsteher aus dem Nachbardorf Leisenwald und Stadtverordnetenvorsteher in Wächtersbach, überbrachte Glückwünsche aus Leisenwald und Wächtersbach. Sogar der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) übermittelte per Videobotschaft über die Leinwand herzliche Grüße zum Jubiläum.
Landrat Jan Weckler betonte in seiner Festrede: „Wolferborn hat mit viel Liebe zum Detail die Jubiläumsfeier vorbereitet. Hier heißt es nicht: ‚Man müsste mal, man könnte mal‘, sondern: ‚Ich übernehme das, ich übernehme jenes.‘ So kann man viel gestalten, wenn jeder sagt: ‚Ich übernehme was‘ und Verantwortung trägt.“
Dank trifft auf Unterhaltung
„So kann man ein so tolles Jubiläum organisieren, zu dem ich ganz Wolferborn herzlich gratuliere.“ Auch lobte er das Festbuch und den Bildband, die beide zur 750-Jahr-Feier in Eigenregie entstanden waren. Zudem hatte er eine Überraschung im Gepäck und zeichnete Horst Meige für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen aus (ausführlicher Bericht folgt).
Zum ersten Mal wurde während der Feier die Ehrenmedaille des Ortsbeirats für verdiente Bürger verliehen. Ortsvorsteher Patrick Appel ehrte damit Sigrid Lück, Wilhelm Hof und Horst Meige.
Heitere Sketche zur Geschichte des Dorfes und ein lustiger Foto-Rückblick auf die Geschäftswelt des Ortes, „in dem’s froijer alles gob“, sorgten für viele Erinnerungen und Gelächter. Dabei lebendig wurden wieder der „Kippelschuster“ und Robert Muth mit seinem Spruch: „Wenn’s blitzt und kracht, wähl’ 208!“
Musikalisch umrahmt wurde der Kommersabend mit Liederbeiträgen des Männergesangvereins Wolferborn und von „New Inspiration“. Für fesche Tänze sorgten die Michelauer „Cit Cats“ und die „Leisenwälder Marktmädels“.