EA Sports FC 27: Warum The Grounds niemand braucht
Startseite EA Sports FC 27 EA Sports FC 27 bekommt einen Modus, nach dem niemand gefragt hat Quelle: Electronic Arts Mit "The Grounds" bringt Electronic Arts erstmals einen Open-World-Modus in das ...
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EA Sports FC 27 bekommt einen Modus, nach dem niemand gefragt hat
Mit "The Grounds" bringt Electronic Arts erstmals einen Open-World-Modus in das hauseigene Fußballspiel. Doch braucht es den überhaupt? Die Idee ist ja ganz nett, nur ist der Modus wohl jetzt schon zum Scheitern verurteilt.
Vor ungefähr drei Jahren tauchten die ersten Gerüchte über einen Open-World-Modus in EA Sports FC auf. Auslöser war seinerzeit eine Stellenanzeige bei EA. Hier wurde eine Person gesucht, die sich mit dem "Aufbau einer neuen Sandbox-Open-World-Umgebung" auskennt.
Mittlerweile ist der Modus offiziell angekündigt, heißt "The Grounds" und ist Teil von EA Sports FC 27 (jetzt kaufen 69,99 € ). Mit dem offiziellen Deep Dive zum Modus wurde nun nicht nur ein umfangreicher Einblick in den neuen Spielmodus gegeben – der zeigt auch direkt, warum der Modus zum Scheitern verurteilt ist.
Second Life - EA Sports FC Edition
Ich mag Open-World-Games. Sie laden zum Erkunden, zum Flanieren und im besten Fall zur freien Entfaltung ein. Das ergibt auch total Sinn in großen (Action-)Adventure-Titeln wie Cyberpunk, GTA und KCD. Aber warum zum Geier brauche ich das in einem Fußballspiel?
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Grundsätzlich ist die Idee ja gar nicht soooo verkehrt. Als ich das erste Mal von der Idee gehört habe, tauchten in meinem Kopf direkt Bilder von einem Karrieremodus auf, in dem ich zwischen Trainingsgelände, Spielfeld und Privatleben hin und herwechsle. Im Nachhinein betrachtet bin ich mir aber ziemlich sicher, dass ich so eine Integration ziemlich blöd gefunden hätte. Die Spielerkarriere geht mir mit den Trainings- und Investment-Features ohnehin schon auf den Zeiger. Warum muss ich mir eine Luxusuhr kaufen, um damit eine Persönlichkeit und dadurch wiederum Attribute freizuschalten? Kann es nicht einfach um Fußball gehen?
Das einzige Szenario, in dem ich mir so einen Grounds-Modus cool vorstellen kann, ist, wenn es um einen britischen Sunday-League-Spieler gehen würde: nachmittags zum Training gehen, danach auf ein Pint mit der Truppe und am Wochenende verkatert auf dem Platz stehen. Im Idealfall taucht dann noch ein Scout auf, der uns aus irgendwelchen Gründen zu einem Probetraining einlädt, und irgendwann gewinne ich die Champions League. Das wird aber wohl nie passieren.
Clubs statt Karriere
Laut Deep Dive werden wir kein aufstrebendes Talent in einem drittklassigen Team spielen, das von der Champions League träumt, sondern einen hässlichen Hampel in einem viertklassigen Clubs-Team (ehemals ProClubs). Das bedeutet auch, dass wir uns die offene Spielwelt mit bis zu 100 anderen Spielern teilen dürfen.
Quelle: Electronic Arts
The Grounds wird lediglich in Clubs integriert statt einen eigenen Modus zu bekommen.
The Grounds soll das Club-Erlebnis erweitern und verbessern – da zuckt es direkt in mir zusammen. Clubs wurde in den vergangenen Jahren eher stiefmütterlich behandelt und bekam höchstens ein paar Neuerungen, die halbgar durchdacht waren. Denken wir da mal an Volta oder Rush. Im Grunde ist The Grounds auch genau das: eine Erweiterung des Rush-Modus. Denn der Großteil der “Minispiele”, die man im Trailer sehen kann, sieht verdächtig nach dem Kleinfeld-Modus aus. Nur, dass der jetzt seltsame Variationen bekommen hat – etwa Basketball, Boccia und eine Variante von Fußball, die wie die Ballon-Jagd aus Mario Kart aussieht.
Lediglich ein Mittel zum Zweck
Mit The Grounds schließt Electronic Arts eine Lücke, die eigentlich nie da war. Clubs wird durch einen Modus erweitert, den es nicht gebraucht hätte. Wie sich The Grounds am Ende spielt, kann ich natürlich noch nicht beurteilen, dem ersten Deep Dive nach zu urteilen existiert er aber nur, um Clubs zu stärken. Für sich allein hat er wenig Mehrwert. Ich bezweifle, dass man lange Freude mit der offenen Spielwelt hat, in der man mit seinem Ball unter dem Arm herumläuft und ein paar Ziele abschießt. Dass man Spieler wie Mbappé und Dybala treffen kann, ist sicherlich beim ersten Aufeinandertreffen kurz nett und nach wenigen Minuten genauso egal wie die Spielvarianten innerhalb des Modus.
- Electronic Arts liefert mit The Grounds einen Open-World-Modus, der jedoch lediglich in Clubs (ehemals ProClubs) integriert wird.
- Statt auf ein echtes Fußball-Erlebnis könnte The Grounds zu einem irrelevanten Modus verkommen, der wenig Langzeitmotivation bietet.
- Eine offene Spielwelt hätte sich womöglich in der Spielerkarriere duetlich besser geeignet.
Electronic Arts wirft uns hier einen Spielmodus vor die Füße, der eher den Anschein erweckt, als habe man etwas Neues bringen wollen, damit die restlichen Neuerungen nicht so karg wirken. Doch ähnlich wie in den vergangenen Jahren wird wohl auch dieser neue Modus höchstens für ein paar wenige Wochen interessant sein, bevor er wieder dem Karrieremodus oder dem Ultimate Team weichen darf.