Nachsalzen und Depressionen: Studie zeigt 37 Prozent höheres Risiko bei häufigem Salzen
Publiziert12. August 2026, 14:48PsycheDu salzt dein Essen immer nach? Dann gibts schlechte NeuigkeitenLaut einer grossen Studie haben Menschen, die ihr Essen nachsalzen, ein 37 Prozent höheres Risiko für Depres...
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Publiziert12. August 2026, 14:48
PsycheDu salzt dein Essen immer nach? Dann gibts schlechte Neuigkeiten
Laut einer grossen Studie haben Menschen, die ihr Essen nachsalzen, ein 37 Prozent höheres Risiko für Depressionen. Das beweist allerdings noch nicht, dass Salz depressiv macht.

Greifst du beim Essen automatisch zum Salzstreuer, ohne überhaupt probiert zu haben? Wie oft du das tust, könnte mit deiner psychischen Gesundheit zusammenhängen. Darauf deutet eine gross angelegte Studie von Forschenden der Huazhong University in Wuhan, China, hin, die im «Journal of Affective Disorders» erschienen ist.
Die Forschenden werteten dafür Daten von 439'412 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. Sie wurden gefragt, wie häufig sie bereits zubereitetes Essen zusätzlich salzen: nie oder selten, manchmal, meistens oder immer. Im Median wurden sie danach satte 12,7 Jahre lang beobachtet.
Wie oft salzt du dein Essen nach?
Fast immer – ohne zusätzliches Salz fehlt mir etwas.
Oft – ich greife regelmässig zum Salzstreuer.
Manchmal – je nachdem, was auf dem Teller liegt.
Selten – meistens ist mir das Essen salzig genug.
Nie – ich salze mein Essen nicht nach.
37 Prozent höheres Depressionsrisiko
In dieser Zeit traten 18'678 neue Fälle von Depressionen und 22'017 neue Fälle von Angststörungen auf. Je häufiger die Teilnehmenden nachsalzten, desto höher war ihr statistisches Risiko.
Wer «manchmal» zusätzlich salzte, hatte gegenüber der Gruppe «nie oder selten» ein acht Prozent höheres Risiko für Depressionen. Bei «meistens» waren es 16 Prozent, bei «immer» 37 Prozent. Bei Angststörungen lag das Risiko je nach Gruppe zwischen fünfeinhalb und 27 Prozent höher. «Dies spricht für einen dosisabhängigen Zusammenhang», so Studienleiter Jixuan Ma.

Heisst das, dass Salz depressiv macht? So weit geht die Studie nicht. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt einen Zusammenhang, kann aber nicht beweisen, dass häufiges Nachsalzen die Depression oder Angststörung verursacht hat. Zudem wurde nicht die gesamte Salz- oder Natriummenge gemessen, sondern nur, wie häufig die Teilnehmenden nach eigenen Angaben nachsalzten.
Was biologisches Altern damit zu tun hat
Die Forschenden untersuchten auch das sogenannte biologische Alter. Anders als dein Alter im Pass soll es abbilden, wie stark dein Körper auf biologischer Ebene bereits gealtert ist. Dafür nutzte das Team zwei etablierte Berechnungsmodelle.
Dabei zeigte sich: Häufigeres Nachsalzen hing auch mit beschleunigtem biologischem Altern zusammen. Ma sagt dazu: «Es wird vermutet, dass Salz für oxidativen Stress und immunologische Veränderungen sorgt, die das biologische Altern beschleunigen und dadurch das Risiko für psychische Erkrankungen erhöhen.» Die Forschenden sehen darin einen möglichen Mechanismus, der den Zusammenhang zwischen Salzen und psychischer Gesundheit zumindest teilweise erklären könnte.
Tipps von der WHO, wie du weniger Salz isst

- Stell den Salzstreuer nicht auf den Esstisch.
- Koche mit wenig oder ohne zusätzliches Salz.
- Würze stattdessen mit Kräutern und Gewürzen.
- Iss möglichst viele frische und wenig verarbeitete Lebensmittel.
- Reduziere Fertigprodukte, Saucen und Dressings mit viel Natrium.
Weniger Salz lohnt sich doppelt
Ob für die Psyche oder nicht: Beim Salz etwas zurückhaltender zu sein, empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie rät Erwachsenen zu weniger als fünf Gramm Salz pro Tag. Weltweit lag der durchschnittliche Konsum 2021 dagegen bei elf Gramm täglich – also bei mehr als dem Doppelten.
In der Schweiz stehen wir etwas besser da. Laut dem Bundesamt für Gesundheit konsumieren Erwachsene hierzulande im Durchschnitt 8,7 Gramm Salz pro Tag. Damit liegen wir allerdings immer noch rund 75 Prozent über der Empfehlung von fünf Gramm. Zu viel Natrium erhöht laut der WHO unter anderem den Blutdruck und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Mit welchem Gewürz verleihst du deinem Lieblingsessen das gewisse Etwas?

Malin Mueller (mmu) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Sie ist stellvertretende Leiterin Lifestyle und Beauty-Redaktorin. Ihr Fokus: Hautpflege, Frisuren und Trend-Checks.
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