"Du bist kein Engländer": Deutsche Brentford-Profis griffen bei rassistischem Vorfall ein

Im März ereignet sich in London ein rassistischer Vorfall: Ein Betrunkener nötigt einen Sicherheitsmann, weil er ihn für den Teil einer Einbrecherbande hält. Zwei Premier-League-Profis bekommen das zufällig mit - und stellen den Mann. Nun wird bekannt: Bei den Fußballern handelt es sich um zwei Deutsche.

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"Du bist kein Engländer": Deutsche Brentford-Profis griffen bei rassistischem Vorfall ein

"Du bist kein Engländer"

Deutsche Brentford-Profis griffen bei rassistischem Vorfall ein

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19.08.2026 | 13:47 Uhr

Im März ereignet sich in London ein rassistischer Vorfall: Ein Betrunkener nötigt einen Sicherheitsmann, weil er ihn für den Teil einer Einbrecherbande hält. Zwei Premier-League-Profis bekommen das zufällig mit - und stellen den Mann. Nun wird bekannt: Bei den Fußballern handelt es sich um zwei Deutsche.

Im vergangenen März sorgt ein rassistischer Vorfall im Londoner Nobel-Viertel Richmond für Aufsehen: Ein Mann bedrängt eine Sicherheitskraft, weil er ihn für einen Einbrecher hält. Zufällig bekommen das zwei Premier-League-Profis vom FC Brentford mit - und greifen ein. Nun stellt sich laut einem Medienbericht heraus: Bei den beiden soll es sich um die deutschen Fußballer Kevin Schade und Vitaly Janelt handeln, wie der "Telegraph" mit Verweis auf eine Gerichtsanhörung berichtet.

Die Zeitung hatte schon im vergangenen März über den Zwischenfall berichtet, damals aber keine Namen genannt. Was war passiert? Ein betrunkener 63-Jähriger soll einen nigerianischen Sicherheitsmann rassistisch beleidigt haben. Der Mann habe den Vorfall selbst gefilmt, weil er dachte, es handele sich bei dem Security-Guard um den Späher einer Einbrecherbande. In dem Video fragte er ihn: "Du bist kein Engländer. Warum bist du hier? Was suchst du hier?" Eigener Aussage zufolge hatte der 63-Jährige "ungefähr sieben" Dosen Bier konsumiert.

Bei seiner Anhörung habe der Mann zunächst bestritten, sich rassistisch geäußert zu haben. Gleichzeitig habe er es abgelehnt, sich für eine mildere Strafe als schuldig zu bekennen. Er änderte laut dem Bericht aber sein Plädoyer, nachdem ihm erklärt wurde, dass seine Aussagen in einem Notruf aufgezeichnet wurden. In der Folge habe er erklärt, seine Aussagen "unter Zwang" getätigt zu haben. Doch für Zwang gelte eine sehr hohe Hürde, etwa eine "Waffe an der Schläfe", habe ihm das Gericht erklärt.

"Verpisst euch, ihr deutschen Arschlöcher"

Die beiden Fußball-Profis hatten dem Bericht zufolge den Vorfall mitbekommen - und sich dem Sicherheitsmann zur Seite gestellt. Wie der "Telegraph" mit Verweis auf "Central News" berichtet, habe der 63-Jährige den Vorfall vor Gericht selbst geschildert. Er sei zu Fuß auf dem Heimweg gewesen, als ihm der Mann mit der neongelben Weste aufgefallen sei. Zunächst habe er ihn für einen Polizisten gehalten. Doch dann sei ihm die Security-Jacke aufgefallen. Angesichts der teuren Häuser in dem Viertel habe er an eine Einbrecherbande gedacht. Er habe den Mann angesprochen, dieser habe ihm jedoch nicht geantwortet.

Mitten in der Szene ist dem 63-Jährigen zufolge ein deutsches Auto mit drei Insassen aufgetaucht - bei zwei davon handelte es sich um Schade und Janelt. Beide hätten mit dem Security-Mann gesprochen. Der Fahrer habe indes den Angeklagten gefragt, ob er ein Rassist sei und ob er ihm "eine reinhauen soll". Daraufhin sei er auf ihn losgestürmt, aber wieder abgestoppt. "Ich wusste nicht, ob er ein Messer hat", wird der 63-Jährige zitiert.

Der Angeklagte habe daraufhin den Fahrer des deutschen Autos beschimpft, aber vor Gericht verneint, auf seine deutsche Herkunft angespielt zu haben. Daraufhin seien Schade und Janelt auf ihn losgegangen, hätten ihn zu Boden geschlagen und sein Handy geschnappt. Von dem Vorfall hat er laut Bericht ein blaues Auge davongetragen. Auf einem Notruf war demnach zu hören, wie der 63-Jährige in der Situation "verpisst euch, ihr deutschen Arschlöcher" gerufen hat.

Der Angeklagte hat sich vor Gericht für seine Sprache entschuldigt. "Es war mir furchtbar peinlich, dass ich tatsächlich rassistische Sprache verwendet habe." Die Worte seien "im Eifer des Gefechts" gefallen. Die beiden Deutschen seien Athleten, halb so alt wie er, erklärte er seine Lage. Laut "Telegraph" wurde der 63-Jährige zu einer Geldstrafe von einem Monatslohn, also 1699 Pfund (fast 2000 Euro) verurteilt - darin enthalten seien 150 Pfund (etwa 175 Euro) Entschädigung für den Sicherheitsmann.

Verwendete Quellen: ntv.de, ses