Drohnenfund Leipzig: Hinweise deuten auf zweite Drohne als "Mutterschiff"

Sprengstoff-Drohne in Leipzig Hinweise deuten auf zweite Drohne als "Mutterschiff"Aktualisiert am 10.08.2026 - 07:31 UhrLesedauer: 3 Min.Innenminister Dobrindt verstärkt nach dem Drohnenfund in Leipzig die Bund...

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Drohnenfund Leipzig: Hinweise deuten auf zweite Drohne als "Mutterschiff"

Sprengstoff-Drohne in Leipzig

Hinweise deuten auf zweite Drohne als "Mutterschiff"


Aktualisiert am 10.08.2026 - 07:31 UhrLesedauer: 3 Min.

Innenminister Dobrindt verstärkt nach dem Drohnenfund in Leipzig die Bundespolizei deutlich. Offenbar verdichten sich zudem die Hinweise auf eine zweite Drohne.

Als Reaktion auf den Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen verdoppelt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) einem Medienbericht zufolge die Anti-Drohnen-Einheit der Bundespolizei. So sollen im Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) künftig 300 statt 150 Einsatzkräfte für die Drohnenabwehr zur Verfügung stehen, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Verweis auf Regierungskreise. Dobrindt werde eine entsprechende ministerielle Weisung an das Bundespolizeipräsidium erlassen. Gleichzeitig werde das Netz der operativen Stützpunkte von bisher vier auf acht Standorte bundesweit verdoppelt.

Zwei Drohnen? Spur führt zu professionellen Tätern

Ermittler gehen inzwischen offenbar auch davon aus, dass nicht nur eine, sondern mindestens zwei Drohnen beteiligt sein könnten. Laut "Bild" verdichten sich die Hinweise, dass eine zweite, bisher nicht gefundene Drohne als "Mutterschiff" fungiert und Steuerungssignale sowie Live-Bilder an die mutmaßlichen Täter übermittelt haben könnte.

Am Leipziger Flughafen war in der Nacht zum Mittwoch durch einen Mitarbeiter im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Die Drohne war "Bild" zufolge so gebaut, dass sie von der installierten Drohnenabwehr nicht erkannt werden konnte. Der an ihr befestigte Sprengsatz wurde von Experten der Bundespolizei entschärft. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine.

Die mutmaßliche zweite Drohne, deren Überreste bislang nicht gefunden worden sind, könnte dem Bericht zufolge mit einem DHL-Transportflugzeug kollidiert sein. Nach dem Drohnenfund war in Leipzig der Flugbetrieb eingestellt worden. Die DHL-Maschine musste durchstarten und kollidierte dabei mit einem bislang unbekannten Flugobjekt.

Die Ermittler vermuten dem Bericht zufolge, dass die Drohnen von einem professionellen Team, das sich in der Umgebung des Flughafens befand, gesteuert worden seien. Die Fahndung nach den Piloten und weiteren Trümmerteilen läuft weiterhin.

Innenminister spricht von "fremden Mächten"

Dobrindt warnte am Wochenende erneut vor hybriden Angriffen aus dem Ausland. "Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung", sagte der Innenminister der "Bild am Sonntag". "Das spürbare strategische Ziel fremder Mächte ist es, uns politisch und gesellschaftlich zu bezwingen." Spionage, Sabotage, Cyberangriffe und verdeckte Aktionen zielten darauf ab, Deutschland zu destabilisieren und Ängste zu schüren. Konkrete Staaten wurden in dem Online-Bericht und in der entsprechenden Vorabmeldung nicht genannt.

Die Bundeswehr bestätigte am Samstag einen weiteren Drohnenvorfall in Deutschland. Einem Sprecher zufolge meldete die Sicherheitszentrale des Bundeswehrstandortes Mechernich in Nordrhein-Westfalen in der Nacht zum Freitag die Sichtung zweier Drohnen. Nach Informationen von WDR, NDR und SZ ist der Standort besonders wichtig, da sich hier in einer unterirdischen Anlage ein besonders geschütztes Materiallager befinde. Dort sollen auch Spezialisten der Bundeswehr tätig sein, die für Wartung und Instandsetzung des Flugabwehrsystems "Patriot" zuständig sind.

Drohnenzentren mit verschiedenen Aufgaben

Dobrindt verwies in der "Bild am Sonntag" auf den Ausbau der Drohnenforschung am Testflughafen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt in Sachsen-Anhalt. "Gemeinsam mit dem DLR errichten wir mit dem neuen Technologiezentrum eine bundesweit einzigartige Einrichtung", sagte der CSU-Politiker. Dort würden Technologien für die Drohnensicherheit erforscht, entwickelt und erprobt werden.

Angesichts wiederholter Drohnensichtungen über sicherheitskritischen Bereichen räumen Dobrindt und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Drohnenabwehr seit Längerem hohe Priorität ein. Dies ist wie jede Gefahrenabwehr im Inland primär Aufgabe der Polizeikräfte von Bund und Ländern. Zur Koordinierung haben Bund und Länder das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) in Berlin eingerichtet und zudem die Drohnenabwehr durch mehrere Gesetzesänderungen ausgeweitet. Bayern betreibt außerdem ein Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum (DKAZ) nahe dem Münchner Flughafen, wo wiederholt Drohnen gesichtet wurden.