Donau-Pegel zu niedrig: EU-Land schaltet Akw ab
Energiekrise in Ungarn Donau-Pegel zwingt Ungarn zur drastischen MaßnahmeVon t-online, dpa02.08.2026 - 04:49 UhrLesedauer: 2 Min.Anhaltende Dürre lässt den Wasserstand der Donau auf ein historisches Tief sinken...
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Energiekrise in Ungarn
Donau-Pegel zwingt Ungarn zur drastischen Maßnahme
Von t-online, dpa
02.08.2026 - 04:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Anhaltende Dürre lässt den Wasserstand der Donau auf ein historisches Tief sinken. Ungarn reagiert mit einem Schritt, den das Land seit 44 Jahren nicht mehr vollzogen hat.
Ungarn hat sein einziges Atomkraftwerk Paks wegen des historisch niedrigen Wasserstands der Donau abgeschaltet. Es ist das erste Mal seit 44 Jahren, dass das Kraftwerk vollständig vom Netz geht, wie Reuters berichtet.
Ministerpräsident Peter Magyar kündigte die Abschaltung auf Facebook an. "Wegen des weiter sinkenden Pegelstands der Donau wird der vorletzte Block des Atomkraftwerks Paks um 1.30 Uhr abgeschaltet", schrieb er. "Infolgedessen erzeugt das Kraftwerk nur noch 240 Megawatt Strom, und morgen (am Sonntag) wird es zum ersten Mal seit 44 Jahren vollständig abgeschaltet."
Hoffung auf Stromeinsparungen
Die Mehrkosten für den nötigen Stromimport schätzt die Regierung auf 100 bis 200 Milliarden Forint, umgerechnet 315 bis 630 Millionen Dollar. Das trifft eine Wirtschaft, die bereits stagniert.
Um den Verbrauch zu senken, will die Regierung große Stromverbraucher zunächst zu freiwilligen Einsparungen auffordern und bei Bedarf auch verbindliche Reduzierungen anordnen. Außerdem soll der Güterverkehr auf der Schiene zu Spitzenzeiten eingestellt und die Beleuchtung öffentlicher Gebäude abgeschaltet werden. Magyar versicherte: "Die Haushalte werden als Letzte von den Beschränkungen betroffen sein."
Die Dürre trifft Ungarn bereits auf mehreren Ebenen: Schifffahrt und Tourismus sind eingeschränkt, in mehr als 100 Städten und Dörfern wird Wasser rationiert. "Jeder Tropfen Wasser zählt", sagte Magyar.
Aus dem Nachbarland Slowakei kam Unterstützung. Ministerpräsident Robert Fico schrieb auf Facebook: "Ich verfolge die Energiekrise in Ungarn genau und bekunde unsere volle Solidarität mit unserem Nachbarn sowie unsere Bereitschaft zu helfen."