Onlyfans: Zürcherin gibt sich als Schweizer Soldatin aus
Publiziert2. August 2026, 04:52Erotik-Plattform«Dominante Soldatin»: Sandy (24) lockt mit Uniform Männer anSandy (24) gibt sich online als Schweizer Soldatin aus. Gegenüber 20 Minuten sagt sie, die Rolle sei re...
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Publiziert2. August 2026, 04:52
Erotik-Plattform«Dominante Soldatin»: Sandy (24) lockt mit Uniform Männer an
Sandy (24) gibt sich online als Schweizer Soldatin aus. Gegenüber 20 Minuten sagt sie, die Rolle sei reine Fantasie und Teil ihres Marketings.

Darum gehts
- Eine Zürcherin wirbt auf der Erotik-Plattform Onlyfans als Schweizer Soldatin – obwohl sie gar nicht im Militär ist.
- Gegenüber 20 Minuten erklärt sie, es handle sich um eine Marketingstrategie: Sie verkörpere die Rolle der «dominanten Schweizer Soldatin».
- Die Uniform hat sie im Internet bestellt.
«Ist das erlaubt? Ich dachte immer, es gäbe strengere Vorschriften», fragt sich ein Leser. Kürzlich sei er auf ein Profil auf der Erotik-Plattform Xdate gestossen, in dem sich eine Frau als Schweizer Soldatin ausgibt.
Sie kommt aus Zürich. Auf ihrem vier Jahre alten Hauptprofil nennt sie sich Annick (21). Doch seit zwei Jahren verfügt sie auch noch über ein anderes Profil: Dort heisst sie Sandy (24). «Ich bin Sandy und bin in der Schweizer Armee», schreibt sie. «Da ich leider im Militär meine Fantasien nicht ausleben darf, mache ich das hier.»
«Ich verkörpere die dominante Schweizer Soldatin»
«Ich bin nicht im Schweizer Militär», sagt sie zu 20 Minuten. Beim Militärprofil handle es sich um eine Marketingstrategie: «Das ist ein Fantasieprojekt, bei dem ich die Rolle der dominanten Schweizer Soldatin verkörpere.»
«Schweizer wollen Swissness»
Die Idee kommt bei ihren Kunden «sehr gut» an. «Es steckt viel Swissness drin, jedes Video von mir ist auf Schweizerdeutsch», sagt die Zürcherin. Das sei gefragt: «So kann ich Schweizer Kunden etwas liefern, was die Schweiz repräsentiert.» Das hebe sie von anderen Frauen, die Ähnliches anbieten, ab.
Von ihren Kunden werde sie oft auf ihre militärische Funktion angesprochen. «Aber dann kläre ich immer auf, dass es sich dabei lediglich um eine Fantasie handelt.» Die Kleider des Schweizer Armee habe sie online gekauft. Mit dem Ertrag ihrer Profile könne sie ihren Lebensunterhalt finanzieren.
Wo ziehst du die Grenze bei Rollen im Netz?
Alles okay, solange klar ist, dass es Fantasie ist.
Uniformen sollten tabu sein.
Kommt auf die Uniform an.
Ist mir egal.
Armeebekleidung repräsentiert andere Werte als Erotik
Cécile Klusáková, Leutnant und ehemalige Chefredaktorin des «Schweizer Soldat», äussert sich gegenüber 20 Minuten kritisch: «Ich halte es für sehr problematisch, wenn eine Person, die nicht der Schweizer Armee angehört, die Rolle einer Schweizer Soldatin für kommerzielle Zwecke missbraucht.»
Klusáková hebt dabei besonders die Armeebekleidung hervor: «Die Uniform steht für eine staatliche Institution und wird mit bestimmten Werten, Aufgaben und Verantwortlichkeiten verbunden.» Die Kleidung für die Vermarktung von Erotikangeboten zu instrumentalisieren, sei unangemessen und vermittle ein verzerrtes Bild der Frauen in der Armee, die ihren Dienst professionell und verantwortungsvoll leisten.
Da Sandy keine Soldatin ist, will die Armee den Fall auf Anfrage von 20 Minuten nicht kommentieren.
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Fabienne Gnos (fgn), Jahrgang 2002, arbeitet seit Februar 2026 bei 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Bern.
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