Disc-Aus bei Sony: „Bedürfnisse der Vielen wiegen schwerer“ - God-of-War-Schöpfer kontert Fan-Kritik
Das von Sony angekündigte Disc-Aus ab Januar 2028 erhitzt auch weiterhin die Gemüter: Nachdem eine Diskussion in den sozialen Medien entbrannte, schaltete sich jetzt einmal mehr „God of War“-Schöpfer David Jaffe ein.
- 3 min read
Das von Sony angekündigte Disc-Aus ab Januar 2028 erhitzt auch weiterhin die Gemüter: Nachdem eine Diskussion in den sozialen Medien entbrannte, schaltete sich jetzt einmal mehr „God of War“-Schöpfer David Jaffe ein.
Am 1. Juli verkündete Sony offiziell das Ende der physischen Medien bei PlayStation: Ab Januar 2028 werden neue Spiele nicht mehr auf Disc gepresst, sodass kein Weg mehr am PS Store vorbeiführt. Eine Entscheidung, die seitdem für hitzige Debatten, Petitionen und sogar Boykottaufrufe sorgt.
Nun kochten die Gemüter in den sozialen Medien einmal mehr über, nachdem Sonys Finanzchefin kürzlich noch einmal unmissverständlich klarstellte, dass man nicht vom Digital-Kurs abweichen wird. Und ein Schlagabtausch rief dabei auch eine prominente Stimme auf den Plan: „God of War“-Schöpfer David Jaffe.
David Jaffe mischt sich ein: wirtschaftliche Realität statt Kunden-Wünsche
Auslöser war ein längerer Beitrag von Jacob Navok, dem ehemaligen Director of Business Development bei Square Enix, der den Disc-Käufern auf X Selbstsucht und Doppelmoral vorwarf. Er argumentierte, dass die Herstellung, Logistik und der Zwischenhandel die Margen der Entwickler extrem schmälern, während Sammler nicht bereit seien, für den höheren Aufwand physischer Medien auch höhere Preise zu zahlen.
Daraufhin reagierte der Content-Creator Legendary Drops mit deutlicher Kritik: „Wir haben ehemalige Führungskräfte aus der Branche, die darüber reden, wie wertlos und anspruchsdenkend die Kundschaft ist. Guter Wille und Kundenservice wurden durch Verachtung und Ego ersetzt. Der Kunde hat in Geschmacksfragen immer recht, und diese Branche schmeckt nach Scheiße. Beobachtet einfach, wohin das Geld fließt.“
Ein Statement, das David Jaffe so offenbar nicht stehen lassen wollte. Der „God of War“- und „Twisted Metal“-Schöpfer schaltete sich kurzerhand in die Unterhaltung ein, griff den Beitrag von Legendary Drops auf und ordnete die Situation aus der Perspektive eines Unternehmens ein, um die Kritik kurzerhand abzuschmettern.
„Für die meisten Geschäftsinhaber hat der Kunde IMMER recht. Aber wenn du verschiedene Kunden hast, die unterschiedliche Dinge wollen, besagt das Sprichwort meiner Vermutung nach wohl eher so etwas wie: ‚Die Bedürfnisse der vielen Kunden wiegen schwerer als die Bedürfnisse der wenigen Kunden‘.“, so Jaffe in seinem X-Beitrag (via GamesRadar).
„Die brutale, unvermeidbare finanzielle Realität“
Bereits Ende Juni äußerte sich Jaffe ausführlicher zum Disc-Aus bei Sony und stellte klar, dass das Ende der physischen Datenträger kein „bösartiges Anti-Konsumenten-Komplott“ sei, sondern schlicht die bittere ökonomische Realität der Branche.
In einer Zeit, in der die Produktionskosten immer weiter explodieren, habe Sony laut Jaffe schlicht keine andere Wahl: „Es ist einfach die brutale, unvermeidbare finanzielle Realität einer Branche, die versucht zu überleben.“
Zudem zeigte sich der Branchenveteran überzeugt davon, dass die Empörung innerhalb der Community nicht von Dauer sein wird. Das habe die Vergangenheit schließlich schon zuhauf gezeigt, etwa als Apple einst den 3,5-mm-Klinkenanschluss strich.
Sony selbst zeigt sich vom Aufstand der Community unterdessen unbeeindruckt. Bisher habe man „keinerlei negative Auswirkungen“ auf das eigene Geschäft verspüren können, wie Sonys Finanzchefin Lin Tao erst kürzlich bekräftigte.
Bei Links zu Amazon, Media Markt, Saturn und einigen anderen Händlern handelt es sich in der Regel um Affiliate-Links. Bei einem Einkauf erhalten wir eine kleine Provision, mit der wir die kostenlos nutzbare Seite finanzieren können. Ihr habt dabei keine Nachteile.