Werkstätten übersehens es oft: Diese Motor-Checks können Tausende Euro sparen
Ratgeber: Schäden am Motor früh erkennenDiese Checks könnten Ihren Motor rettenViele Motorschäden bleiben lange unbemerkt. Mit einfachen Diagnose-Methoden lassen sich Probleme an Turbo, Steuerkette, Injektoren ...
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Ratgeber: Schäden am Motor früh erkennen
Diese Checks könnten Ihren Motor retten

Viele Motorschäden bleiben lange unbemerkt. Mit einfachen Diagnose-Methoden lassen sich Probleme an Turbo, Steuerkette, Injektoren oder Zylinderkopfdichtung jedoch früh erkennen – bevor es richtig teuer wird.
Bild: Christoph Börries
- Stefan Novitski
22. August 2026, 06:00 Uhr
Diese Motor-Checks schützen vor teuren Schäden:
- Öl-Analyse
- CO-Test der Zylinderkopfdichtung
- Steuerketten-/Zahnriemen-Check
- Turbo-Diagnose
- Endoskopie des Brennraums
- Injektoren-Prüfung
Öl-Analyse: was das Motoröl verrät
Defekte Injektoren, metallischer Abrieb, Kühlwassereintrag – all das lässt sich aus dem
Motorölherauslesen. Hier setzt der Motor-Checkup-Test an. Mit einem Tropfen Öl analysiert der Test Rußanteil, Kraftstoff- oder Wasseranteile sowie Verschleißspuren im Schmierstoff und kann damit Hinweise auf einen drohenden Motorschaden liefern. Anbahnende Schäden an Lagern, Turbolader, Einspritzung lassen sich so erkennen, bevor Warnlampen aufleuchten oder teure Motorschäden entstehen.
Im Nachgang lässt sich die erste Diagnose mit weiteren Tests präzisieren, um teure Folgeschäden und unnötige Reparaturen zu vermeiden.

Ein Tropfen Öl genügt: Der Motor-Checkup-Test kann Verschleiß, Verunreinigungen und versteckte Motorschäden aufdecken. Das Öl sollte nicht ganz frisch sein. Auch beim Gebrauchtwagenkauf kann der Test sinnvoll sein.
Bild: Werk/MOTORcheckUP
Öl-Analysen bieten außerdem spezialisierte Labore, Werkstätten und einige Online-Anbieter an. Je nach Umfang kostet der Motor-Check meist zwischen 30 und 150 Euro.
Zylinderkopfdichtung: So erkennen Sie Schäden früh
Abgase im Kühlsystem sind ein klares Warnsignal: Der CO-Test macht Undichtigkeiten an der
Zylinderkopfdichtung(ZKD) sichtbar. Der Test erkennt, ob Verbrennungsgase ins Kühlsystem gelangen – ein deutlicher Hinweis auf eine defekte ZKD. Den CO-Test des Kühlsystems führen viele Werkstätten innerhalb weniger Minuten durch. Entsprechende Testsets zum Selberprüfen sind bereits ab etwa 30 Euro erhältlich, Werkstätten verlangen meist zwischen 40 und 120 Euro.

Bild: Autotestgeräte Leitenberger GmbH
Wer überlegt, ob er weiter Geld in ein älteres Auto investiert, sollte vorab diesen Test machen. Denn wenn die ZKD defekt ist, kann es schnell so teuer werden, dass sich das Festhalten am alten Fahrzeug nicht mehr lohnt. Und bleibt ein Schaden an der ZKD unentdeckt, drohen Überhitzung, Kühlmittelverlust oder gar ein Wasserschlag.
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Steuerkette und Zahnriemen: Gefahr für den Motor
Zahnriemen und Steuerkette zählen zu den größten Schwachstellen vieler Motoren und sind immer wieder für zahlreiche Motorschäden verantwortlich. Beim Zahnriemen bleiben meist nur die Sichtprüfung und vor allem das Einhalten der Wechselintervalle. Ein Riss führt fast immer zu einem schweren Schaden.
Zahnriemen im Ölbadsind ein Sonderfall, hier herrscht ein besonderes Risiko. Über eine Analyse des Ölpumpensiebs lässt sich jedoch feststellen, ob sich der Zahnriemen entsprechender Modelle bereits aufzulösen beginnt. Ist das der Fall, herrscht akute Gefahr eines schweren Motorschadens durch verstopfte Ölleitungen im Motor.

Zahnriemen im Ölbad gelten als besonders anfällig: Abrieb und Gummipartikel können das Ölsystem verstopfen und Motorschäden verursachen. Hersteller und Zulieferer bieten inzwischen überarbeitete Riemen und angepasste Öle an. Bei Verdacht auf Probleme den Motor frühzeitig vom Fachbetrieb checken lassen.
Bild: Schültke Automotive
Die
Steuerkettegilt als wartungsärmer, ist aber auch anfällig. Rasseln beim Start kann ein Hinweis sein. Bei einigen Motoren lässt sich per OBD der Versatz zwischen Nocken- und Kurbelwelle prüfen. Liegt er außerhalb der Toleranz, herrscht akuter Handlungsbedarf. Die OBD-Diagnose zur Prüfung der Steuerkette bieten viele freie Werkstätten, Markenbetriebe und auf Motorendiagnose spezialisierte Betriebe an. Ausgelesen wird dabei der Versatz zwischen Nocken- und Kurbelwelle. Für die Diagnose fallen meist etwa 30 bis 80 Euro an. Voraussetzung: Das Motorsteuergerät unterstützt die Auswertung der Steuerzeiten.

Bild: AUTO BILD intern
Turbo-Probleme früh erkennen
Die meisten Motoren haben heute einen
Turbolader, manche sogar zwei, drei oder vier. Die smarte Nutzung der Abgase macht Motoren effizienter, intelligente Kühlung und Schmierung die Technik weit weniger anfällig. Dennoch bleiben Turbos sensible Bauteile, Defekte führen schnell zu teuren Folgeschäden oder sogar zum Motorschaden. Prüfen lassen sich Ladedruck, Wellenspiel, Ölspuren im Ansaugtrakt sowie Pfeifgeräusche unter Last.

Wenn sich der Turbolader zerlegt, bleiben die Schäden selten lokal: Metallteile können in den Motor gelangen und schwere Folgeschäden verursachen.
Bild: DEKRA
Per Diagnose zeigen sich Abweichungen bei Ladedruck, Luftmasse, Temperaturen oder diverse Fehlercodes – oft frühe Hinweise auf Probleme im Turbolader. Eine Turbo-Diagnose mit Fehlerspeicher-Auswertung und Ladedruckprüfung kostet in Werkstätten meist zwischen 50 und 120 Euro. Zerlegt sich ein Turbolader während des Betriebs, drohen schwere Folgeschäden bis hin zum kapitalen Motorschaden.
Endoskop-Kamera blickt in den Motor
Die
Endoskopiehat sich enorm weiterentwickelt: Was früher teure Werkstatttechnik mit mäßiger Bildqualität war, ist heute als günstiges Tool fürs Smartphone erhältlich. Mikrokameras und helle LEDs ermöglichen den Blick in den Brennraum, decken Riefen an Zylinderwänden, Auswaschungen durch Kraftstoffeintrag, Verkokungen sowie Hinweise auf Zündprobleme auf. Schäden lassen sich erkennen, ohne den Motor zu zerlegen. Ein großer Vorteil bei der Zustandsbewertung.

Vor dem Ausbau von Zündkerzen und Spulen Kerzenlöcher ausblasen. Oft reicht weniger als eine Stunde, um sich ein genaues Bild vom Motor zu machen.
Bild: Christoph Börries
Motor-Endoskopien bieten spezialisierte Werkstätten und Motoreninstandsetzer an. Für die Sichtprüfung des Brennraums werden meist 50 bis 150 Euro fällig. Einfache Endoskop-Kameras lassen sich aber auch günstig kaufen oder leihen. Viele Modelle funktionieren direkt per Smartphone und ermöglichen die Kontrolle in Eigenregie.
Defekte Injektoren können den Motor zerstören
Injektorenoder Einspritzdüsen zählen zu den größten Schwachstellen moderner Motoren. Sie arbeiten hochpräzise, reagieren aber empfindlich auf Verschleiß und Verunreinigungen. Besonders kritisch: tropfende Injektoren, vor allem bei Dieseln. Sie können zu Überfettung, unkontrollierter Verbrennung und im Extremfall zur Kolbenschmelze führen. Auffällige Symptome wie unrunder Lauf, Leistungsverlust oder eine blinkende Motorkontrollleuchte (beim Diesel auch die Glühwendel) immer ernst nehmen. Gewissheit bringt der Prüfstand.

Bei älteren Motoren lohnt sich der prophylaktische Prüfstandstest. Meist lassen sich teure Schäden, etwa durch tropfende Düsen wie hier im Bild, vermeiden.
Bild: AUTO BILD
Die Prüfung von Einspritzdüsen erfolgt meist auf speziellen Prüfständen bei Werkstätten oder Dieselspezialisten. Je nach Motor und Aufwand liegen die Kosten oft zwischen 150 und 500 Euro. Kostentreiber ist der komplizierte Ausbau der Injektoren.

Bild: Tom Salt
Gerade bei modernen Dieselmotoren zählen defekte Injektoren zu den häufigsten Ursachen schwerer Motorschäden. Nachtropfende oder falsch einspritzende Düsen können zur Überhitzung einzelner Zylinder führen. Im Extremfall drohen Kolbenschmelze und ein kapitaler Motorschaden.
Motorschäden sind in vielen Fällen vermeidbar. Informieren Sie sich, welche Schwachstellen ihr Motor hat und mit welchen dieser Checks sich Schäden frühzeitig erkennen lassen. Schon ein einzelner defekter Injektor kann den Unterschied machen, ob ein Motor 400.000 Kilometer hält oder bereits nach 175.000 Kilometern zum wirtschaftlichen Totalschaden wird.
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