Jetzt gegen Duisburg: Keine Liebesbeziehung – die SV Elversberg und ihre DFB-Pokal-Historie
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Jetzt gegen Duisburg Keine Liebesbeziehung – die SV Elversberg und ihre DFB-Pokal-Historie
Elversberg · DIe SV Elversberg ist im DFB-Pokal bisher noch nie über die zweite Runde hinausgekommen. Gegen Duisburg soll sich das jetzt ändern.
21.08.2026 , 14:10 Uhr
Luca Schnellbacher (Dritter von links) feiert mit seinem Team und Kevin Koffi dessen Tor im DFB-Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen 2022.
Foto: dpa/Uwe Anspach
Luca Schnellbacher weiß ziemlich genau, wie verrückt es im DFB-Pokal zugehen kann. Seit seinem Wechsel zur SV Elversberg im Sommer 2020 hat der mittlerweile 32-Jährige mit den Saarländern Zweitligisten und Bundesligisten geärgert, selbst Tore gegen den FC St. Pauli und Bayer Leverkusen geschossen und dramatische Pokal-Niederlagen erlebt. Nur eines fehlt in seiner Elversberger Sammlung: der Einzug in die dritte Runde.
Noch nie in ihrer Vereinsgeschichte hat die SVE im DFB-Pokal das Achtelfinale erreicht. An diesem Samstag (15.30 Uhr) startet beim Drittligisten MSV Duisburg der nächste Versuch, eine Liebesbeziehung zum nationalen Pokalwettbewerb aufzubauen, wie sie beispielsweise beim 1. FC Saarbrücken herrscht, der 2020 und 2024 sensationell den Sprung ins Halbfinale geschafft hat. Für Schnellbacher haben sich die Vorzeichen verändert. Früher gehörte die SVE zu den vermeintlich Kleinen, die im Pokal auf eine Sensation hofften. Mittlerweile ist Elversberg Bundesligist und reist erstmals selbst als großer Favorit zu einem unterklassigen Gegner. Schnellbacher gefällt die neue Rolle. „Wir wollen in diese Favoritenrolle reinwachsen und dominant spielen“, sagt der Stürmer.
Vom Außenseiter zum Favoriten
Wie gefährlich diese Favoritenrolle sein kann, hat Schnellbacher mit der SVE selbst mehrfach bewiesen. Gleich in seiner ersten Saison warf der damalige Regionalligist den Zweitligisten FC St. Pauli mit 4:2 aus dem Wettbewerb. Schnellbacher traf doppelt. Zwei Jahre später folgte der wohl größte Pokal-Coup der jüngeren Vereinsgeschichte: Die gerade in die 3. Liga aufgestiegene SVE schlug Bayer Leverkusen mit 4:3, erneut gehörte Schnellbacher zu den Torschützen. Unvergessen ist der emotionale Torjubel der Mannschaft nach dem Treffer von Kevin Koffi, der sich das Trikot über den Kopf zog und Jesus dankte.
Dazwischen zwang Elversberg den Bundesligisten Mainz 05 bis ins Elfmeterschießen. 2022 fehlte beim 0:1 gegen den VfL Bochum nur wenig zum erstmaligen Sprung ins Achtelfinale. Große Pokalgeschichten hatte die SVE schon vor Schnellbachers Zeit geschrieben. 2010 setzte sich der damalige Regionalligist gegen Bundesligist Hannover 96 im Elfmeterschießen durch. 2015 zwang Elversberg den FC Augsburg in die Verlängerung, 2018 verlor die SVE gegen den VfL Wolfsburg nur knapp. So spektakulär einige Auftritte waren: Die zweite Runde blieb bislang die historische Grenze.
Wagner warnt vor einem schwierigen Gegner
Ausgerechnet in der ersten Saison als Bundesligist nimmt die SVE nun einen neuen Anlauf. Trainer Vincent Wagner will die dritte Runde nicht zum großen Ziel erklären. Seine Marschroute ist trotzdem eindeutig. „Das Ziel sollte immer sein, so weit wie möglich zu kommen“, sagt der 40-Jährige. Den MSV Duisburg bezeichnet Wagner allerdings als einen der schwierigsten Gegner, die seiner Mannschaft in der ersten Runde zugelost werden konnten. Für Wagner selbst ist der DFB-Pokal als Cheftrainer noch vergleichsweise neues Terrain. Erst zweimal stand er in diesem Wettbewerb als verantwortlicher Trainer an der Seitenlinie.
Schnellbacher kennt dagegen inzwischen ziemlich genau die Gefahren solcher Spiele – und auch Duisburg. „Wenn die Kulisse mitmacht – und beim Pokalspiel sind dann sowieso alle da – dann wird das schon ekelhaft, muss ich sagen. Gerade für uns als neuen Bundesligisten“, sagt er. Die Duisburger würden versuchen, „die Härte auf den Platz zu bringen“ und den Schiedsrichter mit der Stimmung im Stadion auf ihre Seite zu ziehen. Am Ende reduziert Schnellbacher die Aufgabe auf das Wesentliche: „Am Ende stehen wir auf dem Platz – elf gegen elf. Dann heißt es: Duelle gewinnen.“
Die nächste Grenze wartet in Duisburg
Seit Schnellbachers erstem Pokalspiel für Elversberg haben sich die Vorzeichen komplett verändert. Damals nahm die SVE als Saarlandpokalsieger am DFB-Pokal teil, warf St. Pauli raus. Sechs Jahre später ist sie selbst Bundesligist und wird gejagt. Wenn die SVE die historische Marke Achtelfinale erreichen will, muss sie natürlich die erste Runde in Duisburg überstehen. Dass die SVE Grenzen verschieben kann, hat sie mit dem Erstliga-Aufstieg eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Eine solche Erfolgsgeschichte im DFB-Pokal fehlt noch. Vielleicht entsteht ja in dieser Saison die erhoffte Liebesbeziehung zum Wettbewerb.
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