US-Wählerschaft vor Midterms gespalten – Trump verteidigt seine Umfragewerte als die „besten aller Zeiten“

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US-Wählerschaft vor Midterms gespalten – Trump verteidigt seine Umfragewerte als die „besten aller Zeiten“

Stand: 04.08.2026, 22:23 Uhr

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Trump nahm online Stellung zu seinen Umfragewerten. Diese bildeten laut ihm nicht die ganze Wahrheit ab – Umfragen ihm naher Institute dagegen schon.

Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump griff Meinungsforschungsinstitute scharf an, nachdem diverse Erhebungen gezeigt hatten, dass seine Zustimmungswerte auf Rekordtiefs gefallen sind. Dies geschah vor dem Hintergrund wachsender Frustration von Wählern über die Wirtschaft und die Lebenshaltungskosten. Mehrere aktuelle Umfragen, darunter solche von CNN und der Quinnipiac University, wiesen darauf hin, dass Trumps Zustimmungsrate in den vergangenen Wochen historische Tiefststände erreicht hatte.

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Dieser Artikel von Jason Lemon und Anthony Murray entstand in Kooperation mit newsweek.com

Seine Umfragewerte sind ein Warnsignal für die Republikanische Partei vor den diesjährigen Midterms, da die GOP in wichtigen Wahlkreisen und Bundesstaaten im Repräsentantenhaus und im Senat in der Defensive steht. Demokraten glauben daher, dass ihnen die schwache Zustimmung zum Präsidenten im November in umkämpften Rennen zum Sieg verhelfen könnte. Trump hingegen fechtete diese Umfragen am Montagmorgen (3. August) in einem Beitrag auf Truth Social an.

US-Präsident Trump nahm in einem Truth-Social-Beitrag Stellung zu seinen Umfragewerten. Diese bildeten dem US-Präsidenten nicht die ganze Wahrheit ab.

US-Präsident Donald Trump vor seinem Privatjet © dpa/AP | Jacquelyn Martin

„Meine WAHREN Umfragewerte, nicht jene, die sich die Fake-News-Medien ausdenken, sind die besten aller Zeiten, und warum sollten sie es nicht sein – bei den größten Steuersenkungen und Beschäftigungszahlen ALLER ZEITEN, den größten Auslandsinvestitionen in Amerika in der Weltgeschichte, einer völlig sicheren Grenze, einem riesigen Sieg in Venezuela, der Denuklearisierung des Iran, beispiellosem Respekt und Erfolg überall auf der Welt und vielem mehr?“, schrieb er.

Trump attackiert „gefälschte“ Umfragen und wirft Korruption vor

Trump bezeichnete die „gefälschten“ Umfragewerte als „faul und korrupt“. Mehrere mit den Republikanern verbundene Meinungsforschungsinstitute zeigen ebenfalls, dass Trumps Zustimmungswerte bei Wählern im negativen Bereich liegen, auch wenn einige ein etwas günstigeres Bild für den Präsidenten zeichnen. Ein Sprecher des Weißen Hauses verwies gegenüber Newsweek auf Trumps Beitrag, als er am Montag (3. August) um eine Stellungnahme gebeten wurde.

Die jüngste Umfrage von McLaughlin & Associates, einem mit Trump verbundenen Institut, ergab, dass 36 Prozent der US-Amerikaner sowohl Trump als auch seine Politik befürworten, während 13 Prozent angaben, nur seine Politik zu unterstützen. In dieser Umfrage erklärten 47 Prozent der Befragten, sie stünden Trump ablehnend gegenüber. Das markiert eine Verschiebung gegenüber August vergangenen Jahres, als 38 Prozent sagten, sie unterstützten Trump und seine Politik, und nur 14 Prozent seine Politik guthießen. Zu jenem Zeitpunkt lag Trumps Ablehnungsrate bei 45 Prozent.

Rechtsnahe Institute zeigen gemischtes Bild seiner Zustimmung

Die jüngste Umfrage von McLaughlin & Associates befragte vom 15. bis 21. Juli 1000 Wähler für die allgemeine Wahl. Rasmussen Reports, ein weiteres als eher republikanisch geltendes Institut, sah Trump ebenfalls im negativen Bereich. In der täglichen Tracking-Umfrage für Montag (3. August) gaben 44 Prozent der US-Wahlberechtigten an, sie seien mit Trumps Amtsführung zufrieden. 55 Prozent lehnten sie ab.

Einundzwanzig Prozent erklärten, sie billigten Trumps Amtsführung ausdrücklich, während 46 Prozent ihre Ablehnung deutlich zum Ausdruck brachten, so die Umfrage. Sie wurde unter 1500 Wahlberechtigten durchgeführt und weist eine Fehlertoleranz von plus/minus 3 Prozentpunkten auf. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage von Cygnal erfasste Trumps Zustimmung nicht in Bezug auf seine Amtsführung, sondern auf sein persönliches Ansehen. Sie ergab, dass 56,1 Prozent der US-Amerikaner Trump positiv sahen. 41,9 Prozent dagegen bewerteten seine Amtsführung negativ.

Weitere Umfragen unter Republikanern und Vergleichswerten

Die Cygnal-Umfrage befragte vom 30. Juni bis 1. Juli 1500 Personen und hatte eine Fehlertoleranz von plus/minus 2,53 Prozentpunkten. Eine weitere Umfrage von J.L. Partners und The Daily Mail zeigte, dass 56 Prozent der US-Amerikaner Trump ablehnen, während 44 Prozent ihn befürworten. Dafür wurden vom 17. bis 20. Juli 1000 registrierte Wähler befragt.

Mehrere große Meinungsforschungsinstitute veröffentlichten im vergangenen Monat Erhebungen, die zeigen, dass Trumps Zustimmungsrate auf ein Rekordtief gefallen ist und erhebliche Zweifel an seiner Stellung unter unabhängigen Wählern und sogar Teilen seiner eigenen Basis aufkommen lassen. Eine Umfrage der Quinnipiac University verzeichnete für Trump eine Zustimmung von 32 Prozent – den niedrigsten Wert in einer seiner beiden Amtszeiten.

Unabhängige Umfragen melden Rekordtiefs

Die Quinnipiac-Erhebung befragte vom 23. bis 27. Juli 963 registrierte Wähler. Eine CNN-Umfrage stellte ebenfalls ein Rekordtief der Trump-Zustimmung bei 34 Prozent fest; sie beruhte auf den Antworten von 1225 Befragten im selben Zeitraum. Eine AP-NORC-Umfrage, die an denselben Tagen 1165 Erwachsene befragte, ergab eine Zustimmung von 33 Prozent – gleichauf mit April als dem bislang niedrigsten Wert.

Wirtschaft und Iran-Krieg belasten Trumps Popularität

Die Wirtschaft gilt als zentrales Problem für Trump; Amerikaner stimmen häufig für jene Kandidaten, von denen sie glauben, dass sie ihre materiellen wirtschaftlichen Bedingungen verbessern, und Umfragen zeigen regelmäßig, dass wirtschaftliche Fragen oberste Priorität für die Wählerschaft haben. Trump trat mit dem Versprechen an, Probleme der Bezahlbarkeit und Inflation anzugehen, die im Zuge der COVID-19-Pandemie aufkamen – und sein Fokus auf wirtschaftliche Themen trug zu seiner Rückkehr ins Weiße Haus bei.

Doch je näher die Zwischenwahlen rücken, desto deutlicher zeigt sich, dass die Inflation hoch geblieben ist und Wähler zunehmend frustriert über Trumps wirtschaftspolitischen Kurs sind. In der Quinnipiac-Umfrage sagten nur noch 34 Prozent, sie seien mit Trumps Wirtschaftspolitik einverstanden – 42 Prozent waren es noch im Januar. Der Iran-Krieg ist bei den Wählern ebenfalls unpopulär: Nur 34 Prozent der Befragten in der Quinnipiac-Umfrage unterstützen den „militärischen Einsatz der USA gegen Iran“, im März waren es 40 Prozent.

Hohe Benzinpreise und Ausblick auf mögliche Erholung

Auch die Benzinpreise sind im Zuge des Krieges gestiegen, weil es im Persischen Golf und in der Straße von Hormus, einer essenziellen Durchgangsroute für die weltweite Ölversorgung, zu Störungen und Sperrungen gekommen ist. Preise von über 4 Dollar (3,48 Euro) pro Gallone belasten die Verbraucher an der Zapfsäule und bereiten Trump zugleich erhebliche Umfrageprobleme. Präsidenten würden in ihrem sechsten Amtsjahr oft Tiefststände bei den Zustimmungswerten erleben, erklärte David Stebenne, Professor für Geschichte und Rechtswissenschaft an der Ohio State University, kürzlich gegenüber der Newsweek.

Das treffe auch auf Trump zu, obwohl er eine „diskontinuierliche“ zweifache Amtszeit habe, sagte er. Sollte das Jahr 2026 das wirtschaftlich schlechteste Jahr von Trumps Präsidentschaft sein, könnte seine Zustimmungsrate 2027 oder 2028 wieder etwas steigen. „Wenn es besser wird – und ich sage nicht, dass es so kommt – dann wären das in den letzten beiden Jahren Zustimmungswerte, die wahrscheinlich anziehen würden“, so Stebenne.

Experten sehen begrenztes Potenzial für ein Comeback

Matthew Dallek, Professor für politisches Management an der George Washington University, erklärte zuvor gegenüber Newsweek, es sei „durchaus möglich“, dass sich Trumps Zustimmungsrate wieder erhole. Dafür jedoch „müsste eine ganze Reihe von Dingen zusammenkommen“. „Der Iran-Krieg müsste sich dem Ende zuneigen. Die Preise müssten besser unter Kontrolle gebracht werden, und die Wirtschaft müsste weiter wachsen“, sagte er.

„Vor allem der Arbeitsmarkt müsste sich weiter positiv entwickeln. Und es gäbe theoretisch weniger ICE-Tötungen von US-Bürgern und Einwanderern.“ Es sei möglich, dass Trumps Zustimmung wieder in den unteren 40-Prozent-Bereich zurückkehrt, doch die Amerikaner seien schlicht „müde von ihm“, so Dallek, sodass ein deutlicher Aufschwung „schwierig“ bleibe.