Deutsche verzichten trotz Irankrieg nicht auf Urlaub – doch vor Ort wird gespart

tzWirtschaftStand: 15.08.2026, 13:51 UhrKommentareUns auf Google folgenTrotz Irankrieg wächst die deutsche Reisewirtschaft weiter. Pauschalreisen legen zu, Fernreisen brechen ein – und Urlauber sparen zunehmend...

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Deutsche verzichten trotz Irankrieg nicht auf Urlaub – doch vor Ort wird gespart

Stand: 15.08.2026, 13:51 Uhr

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Trotz Irankrieg wächst die deutsche Reisewirtschaft weiter. Pauschalreisen legen zu, Fernreisen brechen ein – und Urlauber sparen zunehmend erst am Urlaubsort.

Kassel – Die deutsche Reisewirtschaft freut sich über eine bislang erfolgreiche Sommersaison trotz des Irankrieges. „Zuletzt gab es einen kräftigen Last-Minute-Schub, sodass der Umsatz mit Pauschalreisen bis Ende Juli um vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen ist“, sagte Albin Loidl, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV) der Welt am Sonntag. Der Gesamtmarkt wuchs demnach um ein Prozent auf 57 Milliarden Euro.

Die Deutschen verzichten trotz Irankrieg offenbar nicht auf ihren Sommerurlaub. Besonders gefragt sind Ziele rund um das Mittelmeer – bei Fernreisen hält dagegen die Zurückhaltung an.

Die Deutschen verzichten trotz Irankrieg offenbar nicht auf ihren Sommerurlaub. Besonders gefragt sind Ziele rund um das Mittelmeer – bei Fernreisen hält dagegen die Zurückhaltung an. © Clara Margais/dpa

Irankrieg ließ Buchungen zunächst einbrechen

Mit Beginn des Irankrieges Ende Februar waren die Buchungen zunächst deutlich zurückgegangen. Davon erholte sich die Branche aber offenbar wieder. Einzig bei Fernreisen sind die deutschen Urlauber nach Angaben des DRV-Präsidenten jedoch weiterhin sehr zurückhaltend: Im Vergleich zum Vorjahr brachen die Umsätze demnach um 14 Prozent ein.

Laut Analyse von Loidl reagieren die Verbraucher auf die im Zug des Krieges spürbar gestiegenen Preise nicht mit Reiseverzicht, sondern mit erhöhter Sparsamkeit am Urlaubsort: „Die Reisenden überlegen sich, ob es wirklich ein zweites Glas Wein sein muss oder buchen weniger Aktivitäten“, sagte er der Zeitung. „Die Menschen sparen demnach weniger am Urlaub als im Urlaub.“

Reisewirtschaft hatte mit stärkerem Wachstum gerechnet

Die Zwischenbilanz fällt damit zwar positiv, aber etwas schwächer aus als noch zu Jahresbeginn erwartet. Im Januar hatte der DRV für die Sommersaison ein Umsatzplus von drei Prozent auf rund 58 Milliarden Euro prognostiziert. Die Zahl der Reisenden sollte mit rund 93 Millionen stabil bleiben. Für das gesamte Touristikjahr 2025/26 rechnete der Verband mit Reiseausgaben von rund 86 Milliarden Euro und einem Wachstum von drei Prozent.

Fernreisen haben sich seit Jahresbeginn deutlich abgeschwächt

Besonders deutlich zeigt sich der Stimmungsumschwung bei Fernreisen. Noch mit Buchungsstand Ende Januar – also vor Beginn des Krieges – lagen die Umsätze für Fernreisen im Sommer lediglich ein Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Zahl der Reisenden vier Prozent darunter. Inzwischen beträgt das Umsatzminus laut Loidl 14 Prozent. Schon vor dem Krieg hatte sich allerdings eine deutliche Zurückhaltung bei Reisen in die USA gezeigt: Die Vorausbuchungen und Gästezahlen lagen zweistellig unter dem Vorjahr, die USA waren im Ranking der Reiseziele von Platz acht auf Platz 14 zurückgefallen.

Türkei, Spanien und Griechenland besonders gefragt

Profitiert haben dagegen vor allem klassische Urlaubsziele rund um das Mittelmeer. Bereits vor Beginn des Krieges führte die Türkei die Rangliste der gebuchten Sommerziele vor Spanien und Griechenland an. Besonders stark war zudem die Nachfrage nach Flugpauschalreisen: Ende Januar lagen deren Umsätze für den Sommer 14 Prozent über dem Vorjahreswert, die Zahl der gebuchten Gäste sogar zwölf Prozent höher. Der Krieg änderte anschließend allerdings das Buchungsverhalten: Der DRV beobachtete im Frühjahr, dass sich Urlauber wieder kurzfristiger entschieden und stärker auf Sicherheit und Verlässlichkeit achteten. (Quellen: Welt am Sonntag/WELT; Deutscher Reiseverband (DRV)) (mare)