Deutsche Bahn: Manager sollen Zugverspätungen auf dem Konto zu spüren bekommen
Die Bahn steckt in einer Pünktlichkeitskrise. Der neue Verkehrsminister zielt deswegen auf die Bonuszahlungen der Topmanager – und will diese künftig an eingehaltene Fahrpläne koppeln.
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Verspätungen kosten die Fahrgäste Nerven. Für die Managerriege bei der Deutschen Bahn könnten sich die chronisch unpünktlichen Züge allerdings in Zukunft auch finanziell bemerkbar machen. Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erhöht den Druck auf die Führungsebene.
Als Reaktion auf die anhaltende Pünktlichkeitskrise des bundeseigenen Bahn-Konzerns und Kritik an Millionenzahlungen kündigt der CDU-Politiker in der »Bild am Sonntag« Konsequenzen bei Vorstandsgehältern an.
»Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahnmanagern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden«, sagte Bilger. Und weiter: »Ich finde, da haben die Bahnkunden und Steuerzahler einen Anspruch darauf, dass wirklich der Erfolg gemessen wird.«
Er wolle zwar ausdrücklich festhalten, dass viele Beschäftigte bei der Bahn richtig gute Arbeit leisteten, so der Minister. Wenn es aber nicht zufriedenstellend sei, habe das auch Auswirkungen auf die Bezahlung.
Steffen Bilger (am 29. Juli)
Foto: Clemens Bilan / EPA
Der Bund bereitet derzeit eine neue Finanzierungsvereinbarung mit dem Staatskonzern vor, in der genau geregelt wird, wie viele Milliarden für die Schieneninfrastruktur fließen. Diese Gelder sollen künftig an Vorgaben geknüpft werden.
Mit einer erheblichen Besserung der Pünktlichkeit im Fernverkehr rechnet der Minister nicht. »Vereinbart mit der Bahn ist aktuell bis 2029 im Fernverkehr 70 Prozent«, sagte Bilger. 100 Prozent werde es »absehbar nicht geben«.
Zwischen den größten Städten hakt es
Aktuell hatte die Bahn bestätigt, dass es auf der wichtigen Verbindung zwischen Hamburg und Berlin praktisch ständig Verspätungen gibt (mehr hier). Laut dem Unternehmen hatten nur 25,8 Prozent aller Fernzüge auf der frisch sanierten Bahnstrecke keine Verspätung. Zuvor hatte die »Bild«-Zeitung berichtet.
Grund für die Verspätungen sind demnach andauernde Restarbeiten an der mit Milliarden sanierten Bahnstrecke, die Züge immer wieder ausbremsten. Die Trasse war zur Instandsetzung zehn Monate voll gesperrt gewesen, 2,7 Milliarden Euro wurden investiert.
Ende Juli hatte der Konzern allerdings auch mal positive Nachrichten zu verbreiten gehabt. Damals war bekannt geworden, dass die Bahn zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben hat (mehr dazu hier). Der bundeseigene Konzern fuhr nach Informationen des SPIEGEL im ersten Halbjahr 2026 einen Überschuss im dreistelligen Millionenbereich ein, konkret waren es 147 Millionen Euro. Die »Bild«-Zeitung hatte auch hier zuerst berichtet.
Zum Vergleich: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 hatte die Bahn Verluste in Höhe von rund 760 Millionen Euro verzeichnet.
Auch einen neuen Passagierrekord erreichte die Deutsche Bahn: Nach Informationen von SPIEGEL und »Bild« nutzten im ersten Halbjahr 2026 rund 960 Millionen Fahrgäste Züge des Unternehmens. Im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg von 17 Millionen Fahrgästen.
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