Der Frankfurt City-Triathlon ist für viele da
StartseiteFrankfurtStand: 02.08.2026, 16:45 UhrKommentareUns auf Google folgenAnfeuern hilft beim City-Triathlon, wie hier rund um Zeil, Hauptwache und Roßmarkt. © Monika MüllerNicht nur durchtrainierte Sportle...
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Stand: 02.08.2026, 16:45 Uhr
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Nicht nur durchtrainierte Sportlerinnen und Sportler machen mit, sondern auch Gelegenheitsathleten.
Gegen 9.30 Uhr am Sonntag stehen rund um die Frankfurter Hauptwache vereinzelte Fans an den Absperrgittern. Hier ist ein Hotspot des heutigen City-Triathlons: Das Radfahren endet, die Laufstrecke beginnt. Eine Stunde später sieht das anders aus. Die Gitter sind dicht besetzt, jeder Sportler und jede Sportlerin wird angefeuert, es trötet, rasselt, klappert. Ordnerinnen an der Kaiserstraße, über die die Radler:innen auf den Roßmarkt einfahren, feuern ihrerseits die Zuschauenden an. „Jetzt mal laut werden, da kommt wieder einer!“
Die Athletinnen und Athleten der Olympischen Strecke (1,5 Kilometer schwimmen im Langener Waldsee, 45 km Rad fahren, zehn km laufen) rauschen heran. In voller Fahrt schlüpfen sie aus den Radschuhen, lassen die an den Pedalen hängen, springen behende ab und rennen barfuß, ihre „Maschine“ neben sich herschiebend, in die Wechselzone auf dem Roßmarkt. Hunderte Fahrräder stehen hier dicht an dicht in langen Reihen von Ständern. Von dort eilen die Männer und Frauen zu ihrem Equipment für die Laufstrecke: Tausend rot-weiße Beutel hängen, nach Startnummern sortiert, an Hakenreihen. Ordner helfen beim Auffinden. Helm ab, Schildkappe auf, Laufschuhe an und rauf geht es auf die Piste.

Auch die Teilnehmenden aus der Jedermann-Disziplin haben – aus ihrer Sicht – Olympisches geleistet: 400 Meter geschwommen, zwölf Kilometer auf dem Rad gefahren und fünf Kilometer gelaufen. Lisa Berg und Laura Degenhardt sind zum ersten Mal dabei. Gegen 10.30 Uhr sitzen sie in der Athletenzone an der Hauptwache und ruhen sich aus. An Ständen gibt es hier Melonenschnitze, Orangen, Schoko- und Apfelstreuselkuchen, alkoholfreies Bier und Radler. Um 8 Uhr ging es für Berg und Degenhardt im Langener Waldsee los. Im Ziel wird die 31-jährige Berg in der Gesamtwertung 94. und kommt auf Platz 19 in ihrer Altersklasse. Ihre Freundin Degenhardt, 36 Jahre alt, belegt die Ränge 93 und zehn.
Manche sind zum ersten Mal dabei
„Es ist aus einem Spaß unter Freunden entstanden“, sagt Berg. Ihre Schwester war bereits im vergangenen Jahr über die Mitteldistanz dabei. Das ist die härteste: zwei Kilometer schwimmen, 80 km auf dem Rad und noch einmal 20 km zu Fuß. Damals hätten sie entschieden: Wenn die Schwester es schaffe, würden sie alle mitlaufen. Und so kam es. Insgesamt sind sie zu viert in ihrem Freundesclub. Eine ist gerade in der Olympischen Distanz auf dem Rad unterwegs.
„Im Februar habe ich angefangen, fürs Schwimmen zu trainieren“, sagt Berg und kühlt ihren Knöchel. Die Achillessehne war schon zuvor arg strapaziert, besser sei es durch den Triathlon nicht geworden. „Fahrradfahren tue ich ohnehin täglich.“ Freundin Degenhardt trainiert seit eineinhalb Jahren primär das Schwimmen. „In letzter Zeit war ich joggen und bin immer mit dem Rad zur Arbeit gefahren.“
Gewonnen
Mitteldistanz: Männer: Vincent Größer, Triathlon-Team Gießen, 3:23:22. Frauen: Jana Uderstadt, Triathlon-Team DSW Darmstadt, 3:47:08.
Olympische Distanz: Männer: Robin Schüßler, Newcomerteam, Vfl Münster, 2:01:08. Frauen: Julia Altrup, ASC Breitenbach, 2:23:26.
Jedermann: Männer Frederik Ramthun, Enkenbach-Alsenborn, 54:36. Frauen Patrizia Maus, Darmstadt, 1:02:14. pz
Dann springen die beiden Jederfrauen auf, sie wollen ihre Freundin anfeuern, die wechselt gleich vom Rad auf die Laufstrecke. „Jederfrau“ ist übrigens ein von der FR geprägter Begriff. „Jedermann“ empfinden auch die beiden Frauen nicht mehr als zeitgemäß.
Ein junger Mann lässt sich auf die Bank fallen, auf der die beiden gerade gesessen haben, schwitzend, rotes Gesicht. „Ich bin begeistert“, bekennt er und lacht. Niklas Lentzkow hat es soeben von der Mitteldistanz in die Athletenzone geschafft. Zu Beginn sei es schwer gewesen, vom Langener Waldsee durch tiefen Sand zur Wechselzone hinauf. „Uiuiui.“ Doch dann feuerten ihn Freunde und Familie beim Radfahren und Laufen an. „Ich bin einfach nur glücklich.“

Insgesamt 3000 Menschen hatten sich für den Triathlon angemeldet. Der Veranstalter, die Darmstädter Eventpower GmbH, geht von einem Rekord aus.
Auf der Zielgeraden an der Hauptwache liegt ein roter Teppich. Manche spurten darüber, andere quälen sich. Und dann ist da der Vater, der die letzten Meter mit seinem kleinen Sohn an der Hand läuft. Oder die Mutter, ihre Tochter an der einen Hand, eine noch kleinere auf dem Arm, die es gemütlich ausklingen lässt.