Demokratische Republik Kongo - "Save the Children": Hohe Belastung von Kindern in Ebola-Epidemie, auch Sterblichkeit bei erkrankten Kindern höher
Die Organisation "Save the Children" hat auf die besondere Belastung von Kindern durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hingewiesen. Katharina von Schröder vom zuständigen Länderbüro sagte im Deutschlandfunk, wenn Kinder sich infizierten, hätten sie eine höhere Sterblichkeit.
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Die Organisation "Save the Children" hat auf die besondere Belastung von Kindern durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hingewiesen. Katharina von Schröder vom zuständigen Länderbüro sagte im Deutschlandfunk, wenn Kinder sich infizierten, hätten sie eine höhere Sterblichkeit.
20.08.2026

Ein Viertel aller Ebola-Fälle seien Kinder unter 18, und
fast ein Drittel aller Todesfälle seien Kinder . Von Schröder betonte, vor allem kleine Kinder seien dem Virus besonders ausgesetzt, weil es durch das Stillen und die Pflege einen intensiven Körperkontakt zu den Müttern gebe. Wenn diese erkrankten, dann erkrankten auch schnell die Kleinkinder. Tausende Kinder hätten bereits ein Elternteil verloren, und man wisse von mindestens 180 Kindern, die sogar beide Eltern verloren hätten. Bei der Betreuung all dieser betroffenen Kinder gebe es eine große Lücke.
"Es gibt immer noch sehr viele Gerüchte"
Von Schröder hält sich derzeit in der Hauptstadt Kinshasa auf. Sie forderte ganz grundsätzlich, das Gesundheitssystem im Kongo zu stärken und die Überwachung zu verbessern, um Verdachtsfälle möglichst früh zu erkennen und zu isolieren.
Dabei gehe es auch um Aufklärung und um den Aufbau von Vertrauen. Es gebe noch immer sehr viele Gerüchte über Ebola, die etwa mit Zauberei und bösen Geistern zu tun hätten und auch in den Sozialen Medien verbreitet würden. Kranke würden immer noch versteckt, weil die Menschen Angst hätten vor der Isolation und den Gesundheitszentren. Langfristig brauche es zudem einen Impfstoff, an dem bereits gearbeitet werde.
"Wir sind auf dem Weg zum größten Ausbruch, der je registriert wurde"
Von Schröder äußerte in dem Interview die Befürchtung, dass man auf dem Weg zum größten Ebola-Ausbruch sei, der je registriert worden sei. Die Schwierigkeit liege darin, dass Experten davon ausgingen, dass sich das Virus vor der offiziellen Bekanntgabe des Ausbruchs einige Monate lang unbemerkt ausgebreitet habe. Darum gebe es nicht einen "Patienten Zero" an einem bestimmten Ort, an dem man dann feststellen könne, wer genau isoliert werden müsse. Vielmehr gebe es an ganz vielen Orten im Land Ausbrüche.
Zahl der Fälle übersteigt 5.000, Zahl der Toten liegt bei knapp 2.400
Die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen im Kongo stieg inzwischen nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC auf mehr als 5.000. Die Zahl der Todesfälle wird mit 2.378 angegeben. Die Epidemie betrifft mehrere Provinzen im Norden und Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die medizinische Versorgung ist dort nach jahrelangen bewaffneten Konflikten ohnehin stark eingeschränkt. WHO-Chef Tedros hat gerade erst noch einmal betont, dass der Ausbruch noch lange nicht unter Kontrolle sei. Die Gefahr einer größeren nationalen und internationalen Ausbreitung bleibe hoch, warnte er.
Rasanter Anstieg der Ebola-Zahlen - Vor Ort im Trainingszentrum
Diese Nachricht wurde am 20.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.