Demokratie und Herzensbildung im Blick
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Stand: 07.08.2026, 17:59 Uhr
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Frankfurter Schulen empfangen von Montag an 111.500 junge Menschen zum Unterricht – und 150 neue Lehrkräfte
Alle Jahre wieder kommen gut tausend Schülerinnen und Schüler hinzu: Mit fast 111.500 jungen Menschen geht Frankfurt am Montag ins neue Schuljahr. Das sind sogar rund 1.500 mehr als im Vorjahr. Etwa jedes siebte hessische Schulkind lernt in Frankfurt. Das hat das Staatliche Schulamt am Freitag bekanntgegeben. Für 6.350 Erstklässlerinnen und Erstklässler geht’s los.
„Wir starten mit einem guten Gefühl ins Schuljahr“, sagen Schulamtsleiterin Evelin Spyra und ihre Stellvertreterin, die Gymnasialdezernentin Susanne Strauß-Chiacchio, unisono. Sie sehen die Schulen gut versorgt, etwa durch einen leichten Zuwachs an Planstellen und 150 neue Lehrkräfte – auch wenn weiterhin viele Stellen unbesetzt sind, primär in den Mangelfächern wie Mathe.
Der Großteil der Schülerinnen und Schüler (etwa 75.500) besucht öffentliche allgemeinbildende Schulen. 26.000 gehen an öffentliche berufliche Schulen. Lernorte in freier Trägerschaft empfangen 8.300 (allgemeinbildend) beziehungsweise 1.650 junge Leute (berufliche Schulen).
Problem Wunschschule
Mehr Zahlen gefällig? 6.657 Kinder wechseln nach der vierten Klasse jetzt in die weiterführende Schule – der größte Teil von ihnen (5.630) auf Gymnasien und Gesamtschulen. Dabei gibt es jedes Jahr Probleme: Nicht alle finden Platz in ihrer Wunschschule. Wie im Vorjahr bekamen mehr als 500 Familien solche Absagen. Viele von ihnen legten Widerspruch ein. „Die Juristen sind gerade mit Hochdruck am Arbeiten“, sagt Spyra, „es gibt ständig Eilverfahren.“ Kein Wunder, der Schuljahresbeginn steht unmittelbar bevor. Aber seit der Einführung eines Losverfahrens für die Härtefälle habe sich die Zahl der Widersprüche etwa halbiert. Das Leid der Abgewiesenen: „Das beschäftigt uns schon“, sagt Evelin Spyra.
Aber es seien für alle Kinder Schulplätze da. „Und Kinder sind aufgeschlossen – sie finden schnell neue Freunde.“ Manche hätten auch spät noch Glück und kämen über eine Nachrückliste doch in die Erst- oder Zweitwunschschule, sagt Strauß-Chiacchio.
Ein großer Posten in Frankfurt sind Kinder aus geflohenen oder zugewanderten Familien. Sie lernen in Intensivkursen und -klassen. Allein 2.000 von ihnen werden in Vorlaufkursen an 85 Schulen auf den Bildungsstart vorbereitet – das entspricht knapp einem Drittel aller Schulanfängerinnen und -anfänger. Und es gibt Erfolge: 453 geflohene oder zugewanderte Kinder wechseln jetzt von solch einer Intensivmaßnahme in den Regelunterricht, 57 ins berufliche Schulsystem.
Pakt für den Ganztag
Was den Rechtsanspruch auf Ganztagsschule betrifft, der vom kommenden Schuljahr an gilt: Er sei ab der ersten Klasse erfüllt, verkündet das Staatliche Schulamt. „Frankfurt hat sich sehr stark dafür engagiert“, sagt Spyra. 65 Frankfurter Grundschulen nähmen am Landesprogramm „Pakt für den Ganztag“ teil, hinzu kämen mehr als 70 Förder- und weiterführende Schulen.
Ein starker Schwerpunkt liegt 2026/2027 auf Programmen zur Demokratiebildung und Wertevermittlung – und auf Herzensbildung, jeweils in Zusammenarbeit mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Stichwort: „Lernen, achtsam zu sein, für sich, für dich, für die ganze Klasse.“
Bleibt die Frage der unbesetzten Lehrerinnen- und Lehrerstellen. Es gebe Kapazitäten in den Mangelfächern, „so dass schnell auf Engpässe reagiert werden kann, wenn geeignete Kandidatinnen und Kandidaten vorhanden sind“, wirbt das Schulamt. Das Entscheidende im vorigen Satz steht wohl hinter dem Wörtchen „wenn“. So locken die Schulamtschefinnen denn auch: „Sehr gern bewerben – wir freuen uns!“