„Dechanthof“: Wo 280 Tiere auf ein neues Zuhause hoffen
Von Vanessa ReichenauerLuna ist gerade einmal zwei Jahre alt – und trotzdem hat sie schon einiges hinter sich. Die Hündin kam im Zuge einer behördlichen Abnahme ins Tierheim Dechanthof und wird dort nun von Bri...
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Von Vanessa Reichenauer
Luna ist gerade einmal zwei Jahre alt – und trotzdem hat sie schon einiges hinter sich. Die Hündin kam im Zuge einer behördlichen Abnahme ins Tierheim Dechanthof und wird dort nun von Brigitta Tröstl trainiert.
Das Tierheim liegt in Mistelbach, direkt an der Zaya. Dadurch ergibt sich für schwimmfreudige Hunde eine optimale Gelegenheit zur Abkühlung. Das Gelände erinnert an einen Vierkanthof, der sich um ein „Atrium“ erstreckt. Dieses bietet den Hunden eine Wiese zum Herumtollen und einige Trainingsgeräte. Außerdem wird es für Hundebegegnungen genutzt.
Verschiedene Tierarten finden am Dechanthof ein vorübergehendes Zuhause, darunter Hunde, Katzen und Kleintiere. Sie sollen aber keine Dauergäste sein, sondern möglichst bald einen geeigneten Platz finden, an dem sie ihr weiteres Leben glücklich verbringen können.
Manche Schützlinge finden auch schnell ein neues Zuhause, bei anderen gestaltet sich die Suche jedoch schwieriger: So gibt es am Hof derzeit vier Hunde, die als „Langsitzer“ gelten, also schon mehrere Jahre dort leben. Generell haben viele der Hunde, die im Heim untergekommen sind, schwierige Erlebnisse hinter sich.
Hundetraining
Brigitta schätzt die Hunde ein und achtet darauf, was sie brauchen. In ihrem Training unternimmt sie Ausflüge mit ihnen, um festzustellen, wie sie sich in verschiedenen Situationen verhalten. Dabei geht es etwa ins Einkaufszentrum oder für einen Spaziergang aufs Feld. So kann das passende Tier an den passenden Menschen vermittelt werden.
„Ich erzähle den Menschen alles über den Hund. Nicht nur, dass er nett und lieb ist und was er kann, sondern auch von dem negativen Päckchen, das er mitbringt. Es ist wichtig, dass die Leute wissen, worauf sie sich vorbereiten sollten“, betont die Trainerin.
Auch Elisabeth Bock, die Obfrau des Tierheims, bestätigt: „Wir sind keine Verkäufer, die den Hund einfach loswerden wollen.“
Start um 7 Uhr morgens
Für die Tierpfleger beginnt ein Sommertag im Tierheim um sieben Uhr. Der Vormittag wird der Reinigung der Quartiere gewidmet und auch Arztbesuche werden in dieser Zeit erledigt.
Der Nachmittag dreht sich dann um die Beschäftigung mit den Tieren, bei den Hunden gehört dazu etwa die Fellpflege, aber auch das Training. Zurzeit sind ungefähr 280 Tiere am Dechanthof untergebracht, die meisten davon sind Katzen. Das Tierheim ist damit zurzeit randvoll gefüllt, gerade in der Urlaubszeit werden weniger Tiere abgeholt.

Zurzeit sind ungefähr 280 Tiere am Dechanthof untergebracht, die meisten davon sind Katzen.
Im Sommer werden viele Katzen aufgenommen, da sie in der heißen Jahreszeit gerne umherstreifen, wobei es immer wieder zu Unfällen kommt. Fundtiere werden besonders häufig ins Heim gebracht. Generell ist die Zahl der Abgaben in den letzten Jahren angestiegen. Schuld daran sei unter anderem eine gewisse „Wegwerfmentalität“, die mittlerweile auch in Bezug auf Tiere in den Köpfen der Leute angelangt sei.
Aber es gibt auch andere Gründe, wieso sich Menschen von einem Haustier trennen: Am häufigsten fallen darunter Zeitmangel, geänderte berufliche Umstände oder Kinder. Manchmal verlieren Besitzer aber auch einfach das Interesse. Tiere bleiben unterschiedlich lange im Tierheim, die Spanne kann von zwei Wochen bis zu einem Jahr reichen. Ältere Tiere mit gesundheitlichen Baustellen hätten es schwierig.
„Bestimmte Rassen besonders im Trend“
„Beliebt sind junge Tiere und zurzeit auch Rassen, die nicht stark haaren oder in die ein Pudel eingekreuzt wurde“, erzählt Bock. „Die Hunde sollen schick aussehen, es gibt bestimmte Rassen, die besonders im Trend sind.“
Und sie appelliert: „Ich wünsche mir, dass die Leute sich bewusst sind, dass ein Tier kein Gegenstand ist und dass man es nicht einfach so kaufen und wieder weggeben kann, wie man es vielleicht mit einem Paar Schuhe macht. Wenn ich mir ein Tier anschaffe, sollte mir bewusst sein, dass es ein Lebewesen ist, das hoffentlich viele Jahre leben kann und viel Zeit und Geld kostet. Das muss ich alles vorher wissen.“
kurier.at, VR | 25.07.2026, 17:07