Daten zeigen: So trocken ist der Rhein im Vergleich zu früheren Extremjahren

Doch genau das passiert seit Wochen. Unternehmen müssen mehr einlagern, und auch jede transportierte Tonne wird teurer: Ein Schiff darf weniger laden, kostet aber genauso viel Sprit und Personal – die Reedereie...

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Daten zeigen: So trocken ist der Rhein im Vergleich zu früheren Extremjahren

Doch genau das passiert seit Wochen. Unternehmen müssen mehr einlagern, und auch jede transportierte Tonne wird teurer: Ein Schiff darf weniger laden, kostet aber genauso viel Sprit und Personal – die Reedereien geben das als Kleinwasserzuschlag weiter. In Extremphasen vervielfacht sich der Frachtpreis: Der Tankertransport von Rotterdam nach Karlsruhe kostete Ende Juli rund 150 Euro pro Tonne, mehr als dreimal so viel wie einen Monat vorher.

Alpenschmelze: Was bisher den Rhein noch gerettet hat

Das Problem dürfte sich in Zukunft eher verschärfen. Dass es nicht noch mehr Niedrigwassertage gibt, hat der Rhein den Alpen und dem Bodensee zu verdanken. Im Gebirge an der Rheinquelle schmelzen im Sommer Teile der Gletscher und versorgen den Fluss zusätzlich mit Wasser.

Das zeigt sich am Pegel Maxau bei Karlsruhe: Dort besteht der Rhein noch zu einem Großteil aus Alpenwasser – und nur dort blieb der Pegel in diesem Jahr klar über seinem historischen Tiefstwert. Weiter flussabwärts, wo der Rhein zunehmend vom Regen abhängt, fielen die Rekorde.

“Noch verwischt die Gletscherschmelze die Niedrigwassereffekte: In heißen Phasen stammt bis zu einem Fünftel des Rheinwassers aus den Gletschern, normalerweise ist es nur ein kleiner einstelliger Prozentanteil", sagt Enno Nilson von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG). Doch dieser Puffer schwindet mit den Gletschern.

Klimaprojektionen prognostizieren Verschärfung am Rhein

Auch die Schneeschmelze, die die Flüsse bisher über Monate mit Wasser versorgt hat, lässt nach. Damit könnte das Niedrigwasser künftig auch den Rhein mit voller Wucht treffen: Bei ungebremstem Klimawandel soll er laut Klimaprojektionen in sommerlichen Niedrigwasserphasen bis Ende des Jahrhunderts rund 20 bis 30 Prozent weniger Wasser führen als bisher.

Wie stark es die Flüsse ohne diesen Schutz trifft, zeigt die Weser, die auch durch Nordrhein-Westfalen fließt: Dort haben sich die Niedrigwassertage seit den 1960er-Jahren verdreifacht. Drei Monate pro Jahr herrschte hier im letzten Jahrzehnt Niedrigwasser – im Durchschnitt.

Schifffahrt auf dem Rhein soll weiter möglich bleiben

Der Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein", den Bundesregierung und Verbände 2019 auf den Weg gebracht haben, soll einen Teil der Folgen auffangen: bessere Vorhersagen, flachere Schiffe, tiefere Fahrrinnen. So soll der Transport auch bei niedrigen Pegeln möglich bleiben. Doch viel mehr als „den ein oder anderen Zentimeter" bringe gerade das Vertiefen der Fahrrinne nicht, sagt Mott von der WSV – solange das Wasser fehlt.