"Dass es so groß wird, ...": Flut an Zuspruch nach Coming-out überraschte Trainer Dobrick

Vor Monaten bekannte sich der Fußballtrainer Christian Dobrick zu seiner Homosexualität - und bereitete sich innerlich auf sein Karriereende vor. Doch er erhielt viel Zuspruch und berichtet jetzt von mehr Lebensqualität.

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"Dass es so groß wird, ...": Flut an Zuspruch nach Coming-out überraschte Trainer Dobrick

"Dass es so groß wird, ..."

Flut an Zuspruch nach Coming-out überraschte Trainer Dobrick

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05.08.2026 | 18:51 Uhr

Vor Monaten bekannte sich der Fußballtrainer Christian Dobrick zu seiner Homosexualität - und bereitete sich innerlich auf sein Karriereende vor. Doch er erhielt viel Zuspruch und berichtet jetzt von mehr Lebensqualität.

Mehr als vier Monate nach seinem Coming-out als schwuler Fußballcoach hat St. Paulis Jugendtrainer Christian Dobrick über seine anfänglichen Ängste vor möglichen beruflichen Konsequenzen gesprochen. "Ich lebe jetzt unter meinen Bedingungen, für mich und nicht mehr für andere. Aber vorher habe ich mir viele Gedanken gemacht: Ist das mein Karriereende? Ist meine Sexualität die gläserne Decke? Ich habe mich innerlich auf den Fall vorbereitet, nicht mehr als Trainer arbeiten zu können", sagte Dobrick dem "Tagesspiegel".

Ende März hatte Dobrick in einem Interview von RTL/ntv und dem "Stern" seine Homosexualität öffentlich gemacht. Prominente Fußball-Persönlichkeiten wie Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann, Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Frauen-Bundestrainer Christian Wück sprachen sich anschließend für einen offeneren Umgang mit Homosexualität im Fußball aus.

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Fußballtrainer spricht über Zeit nach Coming-out

"Dass es so groß wird, habe ich nicht erwartet. Ich dachte, es wird eine Nachricht und es wird darüber berichtet. Aber die Flut an Reaktionen hat mich überrascht. Ich bin schließlich kein Nationalspieler", sagte Dobrick rückblickend. Aus seinem persönlichen Umfeld und von seinen Spielern seien die Reaktionen durchweg positiv gewesen.

"Die Versteckspiele waren absolut zermürbend"

"Aber natürlich gibt es auch die anderen Stimmen. Vereinzelt wurde ich beleidigt, zum Beispiel als 'Drecksschwuchtel, die Jesus finden soll'", berichtete der Fußballtrainer über Hassnachrichten in den sozialen Medien. "Alle zur Anzeige bringen kann man nicht. Die Zeit möchte ich mir für solche Menschen auch gar nicht nehmen", sagte er.

Für ihn sei es bei seinem Coming-out darum gegangen, Lebensqualität zu gewinnen. "Die Versteckspiele waren absolut zermürbend. Man überlegt sich ständig: Was tue ich? Wann tue ich es? Wem erzähle ich was? Wenn man dann 29 ist und noch ein paar Jahre vor sich hat im Fußball, muss man sich irgendwann fragen, ob das die Art ist, wie man auf Dauer leben möchte", erklärte der gebürtige Flensburger.

Homosexualität ist im Profifußball der Männer noch immer ein Tabuthema, obwohl vor allem Fanvertreter für einen offeneren Umgang werben. In den höchsten drei deutschen Ligen gab es bislang kein Coming-out eines aktiven Profis. Im Fußball der Frauen hingegen spielt die sexuelle Orientierung einer Spielerin schon lange keine Rolle mehr.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/dpa