Das ist der höchste Bahnhof im Norden – hier halten besondere Bahnen
StartseiteLokalesNiedersachsenStand: 15.08.2026, 07:00 UhrKommentareUns auf Google folgenDampf, Gipfelblick und eine Geschichte, die durch die deutsche Teilung führt: Der Brockenbahnhof ist kein gewöhnlicher Ha...
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Stand: 15.08.2026, 07:00 Uhr
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Mehrmals täglich schnaufen Dampfloks auf 1125 Meter Höhe. Der Brockenbahnhof ist Deutschlands höchstgelegener Schmalspurbahnhof – ein Halt der Superlative.
Es ist nicht nur eine beeindruckende Fahrt mit echten Klassiker-Zügen, auch der Ausblick ist atemberaubend. Wer mit der Bahn auf den Brocken fährt, erlebt etwas, das es in Deutschland kein zweites Mal gibt. Auf 1125 Metern über dem Meeresspiegel liegt der Brockenbahnhof – der höchstgelegene Schmalspurbahnhof des Landes, angefahren von echten Dampflokomotiven, mehrmals täglich, das ganze Jahr über. Der Brocken selbst ist mit 1.141 Metern der höchste Berg Norddeutschlands, und sein Bahnhof in Sachsen-Anhalt ist das spektakulärste Ziel im gesamten Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen.
Die Anfänge der Brockenbahn reichen weit zurück. Seit 1886 fahren im Harz Schmalspurbahnen, und 1898 wurde der erste Abschnitt der Brockenbahn eröffnet. Am 4. Oktober desselben Jahres hielt der erste Zug im Brockenbahnhof auf dem Gipfel. Schon damals war die Fahrt ein Erlebnis der besonderen Art – und zog Reisende aus ganz Deutschland an. Die Strecke führt von Drei Annen Hohne über Schierke auf den Gipfel, umrundet den Brocken in einer Spirale eineinhalbmal und überwindet dabei fast 600 Höhenmeter. Die rund 700 PS starken Dampflokomotiven leisten dabei schwere Arbeit – ohne jede technische Kletterunterstützung.
Ein Halt mit Ausblick: Der Brockenbahnhof ist Deutschlands höchster Schmalspurbahnhof
Was viele Besucher heute nicht wissen: Für mehr als drei Jahrzehnte war der Brocken für Zivilisten vollständig gesperrt. Nach dem Mauerbau 1961 lag der Gipfel im militärischen Sperrgebiet der DDR, sowjetische Streitkräfte unterhielten dort einen Stützpunkt. Der Bahnbetrieb auf der Brockenstrecke war für die Öffentlichkeit eingestellt. Erst der Mauerfall öffnete den Weg zurück auf den Gipfel. Nach der Wiedervereinigung schlossen sich Landkreise und Gemeinden zusammen, um das historische Streckennetz zu erhalten – und sanierten Gleise und Anlagen mit Millionenaufwand.
Am 15. September 1991 war es so weit: Gezogen von zwei fast 100 Jahre alten Dampflokomotiven rollte der erste reguläre Personenzug seit mehr als 30 Jahren in den Brockenbahnhof ein. Tausende Besucher empfingen den Zug bei strahlendem Sonnenschein auf dem Gipfelplateau. Noch im selben Jahr wurde die Harzer Schmalspurbahnen GmbH gegründet, die das Netz seitdem betreibt. Heute transportieren die Dampfzüge mehrere Hunderttausend Menschen pro Jahr auf den Gipfel. Oben angekommen erwartet die Besucher neben dem Bahnhof das Brockenhaus mit Museum – und bei gutem Wetter ein Panorama, das weit über den Nationalpark Harz hinausreicht. So blickt auch ein besonderes Denkmal vor Ort über eine riesige Fläche.
Brockenbahnhof ist bei Touristen beliebt – auch wegen des Imbisses vor Ort
Ein weiteres Highlight auf dem Brocken ist ein ganz besonderer Imbiss. Zwar kostet hier die Bratwurst 5,40 Euro, trotzdem stehen die Besucher dort Schlange. Doch man muss erst einmal dort hochkommen. Wer den Gipfel lieber aus eigener Kraft erreichen möchte, hat dazu reichlich Gelegenheit. Mehrere Wanderwege führen auf den Brocken, der kürzeste startet in Schierke und ist rund sechs Kilometer lang – anspruchsvoll, steil und lohnend.
Wegen des alpinen Mikroklimas auf dem Gipfel empfiehlt sich festes Schuhwerk, auch im Sommer. Radfahrer dürfen die Wanderwege im Nationalpark Harz grundsätzlich mitnutzen, müssen dabei aber Fußgängern den Vorrang lassen – das Wegegebot des Nationalparks gilt für alle. Wer das Beste aus beiden Welten möchte, kombiniert: hinauf mit der Dampflok, zurück auf eigenen Beinen – oder umgekehrt. Unten wartet auch ein wunderschöner See auf eine Entdeckungsreise – der erfüllt derweil einen ganz speziellen Zweck.