Cyberangriffe: EU verhängt Sanktionen gegen Russland
Deutschland und die anderen EU-Staaten machen Russlands Inlandsgeheimdienst für zahlreiche Cyberangriffe verantwortlich. Neben neuen Sanktionen bestellen Berlin und Paris jeweils den russischen Botschafter ein.
- 2 min read
Die Staaten der Europäischen Union werfen Russland vor, ein Netzwerk aus staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren für Sabotage und Spionage zu nutzen. Insbesondere das 16. Zentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB steuere verschiedene Hackergruppen wie "Turla". In Deutschland habe eine Cybereinheit des FSB Angriffe gegen staatliche Stellen gerichtet, heißt es in einer von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas verbreiteten Erklärung weiter.
Seit 2010 Cyberspionage in Frankreich
In Frankreich habe die FSB-Einheit seit 2010 Cyberspionage gegen strategisch wichtige staatliche Einrichtungen betrieben und 2025 die Verteidigungsindustrie ins Visier genommen, erklärte die EU-Außenbeauftragte. Erst kürzlich habe es zudem in Polen Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur gegeben, darunter gegen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

Betroffen von russischen Cyberattacken seien unter anderem auch Zypern, die Niederlande, Österreich, die Slowakei, Rumänien und Finnland gewesen.
EU-Sanktionen gegen neun Einzelpersonen, vier Organisationen
Als Konsequenz verhängte die EU neue Sanktionen gegen neun Einzelpersonen sowie vier Einrichtungen und Organisationen. Sie richten sich gegen Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU sowie gegen Cyberkriminelle, Hacker und private Unternehmen. Sie alle trügen zu Russlands Bemühungen bei, die EU, ihre Mitgliedstaaten und internationale Partner zu destabilisieren.
Auch Großbritannien verhängte Strafmaßnahmen gegen Akteure aus Russland. Die Regierung setzte insgesamt 24 Personen und Organisationen auf ihre Sanktionsliste, wie in London mitgeteilt wurde.
"Cyberangriffe sind inakzeptabel"
Wegen der gezielten digitalen Angriffe bestellten Deutschland, Frankreich und Finnland zudem jeweils den russischen Botschafter ein. Konkrete Beispiele nannte das Auswärtige Amt in Berlin auf Rückfrage nicht mit der Begründung, dass der Zuordnung Geheimdiensterkenntnisse zugrunde liegen.
Auf der Onlineplattform X veröffentlichte das Auswärtige Amt die Erklärung der Europäer.
Zugleich verurteilte das Ministerium in einem weiteren Tweet Russlands Vorgehen. Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die Ukraine seien inakzeptabel, schreibt das AA bei X weiter. "Wir beantworten sie entschlossen, auch mit zusätzlichen Sanktionen."
se/gri (dpa, afp, rtr, ap)