(+) CSD-Eklat in Hamburg: Ärger um Regenbogenflaggen

Polizei CSD-Eklat an der Europa Passage: Center und Polizei wollen Vorfall prüfen Aufnahmen eines MOPO-Lesers zeigen die Auseinandersetzung zwischen CSD-Besuchern und dem Sicherheitsdienst ...

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(+) CSD-Eklat in Hamburg: Ärger um Regenbogenflaggen

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CSD-Eklat an der Europa Passage: Center und Polizei wollen Vorfall prüfen

Aufnahmen eines MOPO-Lesers zeigen die Auseinandersetzung zwischen CSD-Besuchern und dem Sicherheitsdienst der Europa Passage. Zuvor sollen Menschen mit sichtbaren Regenbogenfahnen abgewiesen worden sein.
hfr

Besucher berichten von Rauswürfen mit Regenbogenflaggen, Polizei und Center prüfen den Vorfall.

300.000 Menschen zogen beim CSD friedlich durch Hamburg – bunt und sichtbar gegen den Hass, der queeren Menschen wieder häufiger entgegenschlägt. Auch über der Europa Passage wehte eine Regenbogenflagge. Doch während das Einkaufszentrum nach außen Solidarität zeigte, sollen drinnen andere Regeln gegolten haben: Mehrere Menschen berichten, mit Regenbogenflaggen rausgeschmissen oder gar nicht erst hineingelassen worden zu sein. Für Dimitri C. endete der CSD mit aufgeschürften Knien auf einer Polizeiwache. Center und Polizei wollen den Vorfall prüfen.

Dimitri C. wollte am Nachmittag mit Freunden und seinem Mann in dem Center essen. Dann sei plötzlich ein Sicherheitsmitarbeiter zu ihnen gekommen und habe sie angewiesen, die Regenbogenflaggen abzulegen. „Diese Aufforderung habe ich abgelehnt und selbst die Polizei gerufen, weil ich mich diskriminiert und beleidigt fühlte“, schildert der 41-Jährige auf Instagram. 

Dimitri C. soll betrunken und aggressiv gewesen sein

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Kurz darauf erreichte die Polizei das Einkaufszentrum, 16 Beamte sollen es am Ende gewesen sein. Der 41-Jährige wurde festgenommen, wie Polizeisprecher Christian Schreiber bestätigt. Er sei „alkoholisiert und aggressiv“ gewesen, habe „um sich getreten“. Die Ingewahrsamnahme habe nur mit seinem Verhalten zu tun gehabt, nicht mit der Flagge, betont der Sprecher.

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Nach Angaben der Polizei ließ er sich auf dem Weg zum Einsatzwagen fallen und zog sich dabei Schürfwunden an den Knien zu. Letztlich hätten Polizisten ihn zum Transporter getragen. Er wurde auf eine Wache gebracht und später entlassen. Inzwischen wird das Vorgehen von der internen Beschwerdestelle der Polizei geprüft, die auch über Social-Media-Beiträge auf den Fall aufmerksam wurde.

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MOPO-Leser wegen Regenbogenflaggen an Europa Passage abgewiesen

Mehrere MOPO-Leser erklärten, bereits am Eingang der Passage wegen ihrer Flaggen abgewiesen worden zu sein. Die MOPO berichtete zuerst über die Vorfälle. Einer berichtet, der Sicherheitsdienst habe das mit „politischer Neutralität“ begründet.

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Das Centermanagement sprach zunächst von einem „Missverständnis“. Besucher mit Flaggen seien aus „Sicherheitsgründen“ abgewiesen worden. Ein allgemeines Fahnenverbot habe es nicht gegeben. Später erklärte Center-Manager Karsten Bärschneider gegenüber der „Zeit“: „Die Mitarbeiter unseres Sicherheitsdienstes, die die Regeln bewusst überinterpretiert und Menschen diskriminiert haben, werden künftig nicht mehr bei uns eingesetzt.“

C. sagte mehreren Medien zufolge, er könne seit dem Vorfall nicht aufhören, zu weinen. Auf Instagram schreibt er: „Ich habe immer noch Flashbacks an den Tag und an die Ereignisse, die ich in meiner Heimat erlebt habe.“ Vor zwölf Jahren sei er aus Russland geflohen – auch, um homophober Gewalt zu entkommen.