CSD als „zur Schau gestellte Verherrlichung der Perversion“: Bistum Fulda distanziert sich von homophobem Pfarrer

Ein Pfarrer im Ruhestand äußert sich homophob über den Angriff auf den Berliner CSD und schreibt in einem Brief an die örtliche Zeitung von einem „Signal des Himmels“. Das Bistum Fulda widerspricht deutlich.

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CSD als „zur Schau gestellte Verherrlichung der Perversion“: Bistum Fulda distanziert sich von homophobem Pfarrer

CSD als „Parade der Schamlosigkeit“ :

Bistum Fulda distanziert sich von homophoben Aussagen

02.08.2026, 15:32Lesezeit: 2 Min.

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin ist ein Ort der Trauer um die Opfer des Anschlags auf den CSD entstanden.

Ein Pfarrer im Ruhestand äußert sich homophob über den Angriff auf den Berliner CSD und schreibt in einem Brief an die örtliche Zeitung von einem „Signal des Himmels“. Das Bistum Fulda widerspricht deutlich.

Das Bistum Fulda hat sich von homophoben Äußerungen eines Pfarrers im Ruhestand distanziert. „Sie geben weder die Position des Bistums noch die Haltung seiner Verantwortlichen wieder“, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme. Der ehemalige Pfarrer hatte in einem Leserbrief der „Fuldaer Zeitung“ zum tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin geschrieben, alle, die sich noch Christen nennen würden, sollten „derartige Gräueltaten als ein Signal des Himmels verstehen, als einen Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr“.

Das Bistum erklärte dazu: „Insbesondere jede Deutung eines terroristischen Anschlags als Ausdruck eines göttlichen Handelns weisen wir entschieden zurück.“ Angesichts der Tat gelte die Anteilnahme den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die durch das Verbrechen erschüttert worden seien.

In Berlin hatte der islamistische Attentäter Abdul B. am 25. Juli mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und weitere vermutlich mit einer Machete attackiert. Eine Frau aus Polen starb, 31 Menschen wurden verletzt. Der Einundzwanzigjährige war am 26. Juli bei einem Polizeieinsatz zu einer Festnahme erschossen worden.

Pfarrer schreibt von „Parade der Schamlosigkeit“

In dem Leserbrief vom Freitag schreibt der einstige Pfarrer aus dem Landkreis Fulda mit Blick auf den CSD von einer „Parade der Schamlosigkeit“ und einer „zur Schau gestellten Verherrlichung der Perversion“. Zugleich erklärte er aber auch, man müsse differenzieren. „Die Ablehnung des Christentums rechtfertigt in keiner Weise das brutale und menschenverachtende Vorgehen der islamischen Terroristen, deren Morde und Gruppenvergewaltigungen Ausdruck ihres Hasses sind.“ Solchen Terroristen müsse das Handwerk gelegt werden.

Das Bistum betonte in seiner Stellungnahme: „Als Kirche glauben wir, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist und eine unveräußerliche Würde besitzt. Daraus erwächst der Auftrag, allen Menschen mit Achtung, Respekt und Nächstenliebe zu begegnen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität.“ Der Christopher Street Day stehe für das Anliegen, auf die Würde aller Menschen aufmerksam zu machen und sich gegen Ausgrenzung und Gewalt einzusetzen. Das Bistum unterstütze das friedliche Engagement für eine offene, respektvolle und freiheitliche Gesellschaft.

Chefredakteur: „Es gibt Leserbriefe, bei denen die Worte fehlen“

Auch der Chefredakteur der „Fuldaer Zeitung“, Tobias Farnung, distanzierte sich deutlich. „Es gibt Leserbriefe, über die man streiten kann. Und es gibt Leserbriefe, bei denen die Worte fehlen“, schrieb er in der Samstagsausgabe in einem Kommentar. Jeder dürfe den CSD ablehnen, und niemand müsse die Veranstaltung gut finden. Aber der Leserbrief sei weit darüber hinausgegangen. „Wer einen Terroranschlag auf eine Veranstaltung, bei der Menschen angegriffen, verletzt und sogar getötet werden, als ‚Signal des Himmels‘ und als ‚Aufruf zur Besinnung und Umkehr‘ bezeichnet, überschreitet eine Grenze.“ Denn damit werde aus der Verurteilung einer Veranstaltung die religiöse Deutung eines Gewaltverbrechens als göttliche Botschaft. Den Opfern werde damit nachträglich ihre Würde genommen.