Continental verkauft Contitech: Was das für Korbach bedeutet

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Continental verkauft Contitech: Was das für Korbach bedeutet

Stand: 14.07.2026, 06:00 Uhr

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Continental-Werk, Conti-Tech und OESL in Korbach

Das Betriebsgelände von Conti teilt sich künftig in drei Teile auf. Unser Blick kommt aus Richtung Arolser Landstraße, links der Bahnhof. © Foto: Dennis Schmidt

Der Reifenkonzern trennt sich von seiner Industriesparte. Für die 400 Contitech-Beschäftigten in Korbach bleibt offen, was der neue Eigentümer plant.

Korbach – Continental trennt sich von Contitech. Der Hannoveraner Reifenkonzern hat seine Industriesparte für gut vier Milliarden Euro an den amerikanischen Finanzinvestor Lone Star Funds verkauft. Für den Standort Korbach ist das die zweite große Zäsur innerhalb weniger Monate.

Schon Anfang des Jahres war die kleinere Contitech-Sparte OESL an einen anderen US-Investor namens Regent gegangen. Jetzt folgt der Rest. Aus einem einzigen Werk werden damit drei getrennte Firmen unter einem Dach: Nur das Reifenwerk bleibt bei Continental. Der verbleibende Contitech-Teil in Korbach – rund 400 Beschäftigte, Schwerpunkt Industrieprodukte und Wasserstoffschläuche – gehört künftig Lone Star.

Wer hinter dem neuen Eigentümer steht: Lone Star Funds ist eine sogenannte Private-Equity-Gesellschaft. Solche Investoren kaufen Unternehmen, entwickeln sie weiter und verkaufen sie nach einigen Jahren mit Gewinn – anders als ein Industriekonzern, der ein Werk dauerhaft behalten will.

Was das für die rund 400 Contitech-Beschäftigten in Korbach konkret bedeutet, ist offen. Der Eigentümerwechsel habe „keinen Einfluss auf bestehende Arbeitsverhältnisse oder Tarifverträge“, erklärt Continental-Sprecher Marc Siedler auf Anfrage unserer Redaktion – er antwortet aus der Konzernzentrale in Hannover ausdrücklich auch für den Standort Korbach. Bis zum vollständigen Abschluss der Transaktion bleibe Contitech ohnehin Teil von Continental. Eine darüber hinausgehende, eigene Zusage von Lone Star gibt es bislang nicht. Was der neue Eigentümer mittelfristig mit Contitech vorhat, bleibt ebenfalls unklar: Auf eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion hat Lone Star nicht reagiert. In der ursprünglichen Verkaufsmitteilung hatte sich Lone-Star-Chef Donald Quintin nur allgemein geäußert: Man sei „vom erheblichen Potenzial von Contitech überzeugt“ und wolle das Geschäft „durch operative Verbesserungen und gezielte Investitionen“ weiterentwickeln – was das konkret bedeutet, blieb offen. Betriebsrat und Gewerkschaft hatten schon vor der jetzigen Ankündigung vor den Folgen des Konzernumbaus gewarnt.

Der Verkauf selbst ist zudem noch nicht endgültig vollzogen. Er stehe „unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, insbesondere der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden“, so Siedler – der Abschluss könnte noch bis Ende des Jahres 2026 dauern.

Lone Star Funds kaufte 2008 IKB-Bank auf

Der neue Eigentümer der Contitech-Sparte heißt Lone Star Funds – ein amerikanischer Finanzinvestor, der 1995 vom Unternehmer John Grayken gegründet wurde und seither rund 25 Firmen und Beteiligungen dieser Art aufgekauft hat. Bekannt wurde Lone Star unter anderem durch den Kauf der deutschen IKB-Bank (Deutsche Industriebank) während der Finanzkrise 2008.