Coca-Cola stellt Design um: Zero-Variante kaum noch vom Original zu unterscheiden – erste Beschwerden

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Coca-Cola stellt Design um: Zero-Variante kaum noch vom Original zu unterscheiden – erste Beschwerden

Stand: 28.07.2026, 13:20 Uhr

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Wer im Supermarkt zur Cola greift, muss künftig genauer hinschauen. Das neue Design von Coca-Cola Zero sorgt bereits für Verwechslungen.

München – Wer sich im Supermarkt eine Coca-Cola aus dem Regal nimmt, sollte ab sofort zweimal hinschauen. Der US-amerikanische Getränkeriese The Coca-Cola Company stellt sein Verpackungsdesign weltweit um. Mehr als 200 Märkte sind von dem sogenannten Brand-Shift betroffen. Der Konzern will damit einen einheitlicheren visuellen Auftritt erreichen: Jede Coca-Cola-Variante soll auf den ersten Blick als Coca-Cola erkennbar sein. Lateinamerika, Europa, der Nahe Osten und Asien machten den Anfang.

Dosen der Marke Coca Cola in der Schweiz (Symbolbild)

Der US-Getränkekonzern führt ein neues Verpackungsdesign ein. Coca-Cola Zero erscheint nun im rot-weißen Look – erste Verwechslungen werden bereits gemeldet (Symbolbild). © Anton Geisser/Imago

Im Zentrum der Neugestaltung stehen die traditionellen Erkennungsmerkmale der Marke. Die rot-weiße Farbwelt, die geschwungene Spencerian-Schrift, das sogenannte „Dynamic Ribbon“ – also die charakteristische Welle – sowie das „Arden Square“, eine rote Kachel als grafisches Element, prägen das neue Erscheinungsbild. Verantwortlich für die Umsetzung zeichnet die Londoner Agentur Jones Knowles Ritchie (JKR), die eng mit dem globalen Designteam von Coca-Cola zusammenarbeitete.

Coca-Cola Zero kaum noch vom Original zu unterscheiden

Die gravierendste Veränderung betrifft Coca-Cola Zero Sugar. Jahrelang war die zuckerfreie Variante durch schwarze Beschriftung auf rotem Grund klar vom klassischen Original abzugrenzen. Das ändert sich nun: Zero Sugar präsentiert sich künftig ebenfalls im rot-weißen Design des Kernprodukts. Bei Dosen bleibt ein schwarzes „Dynamic Ribbon“ als Unterscheidungsmerkmal erhalten. PET-Flaschen kennzeichnet ein schwarzer Verschluss. Außerdem erscheint der Schriftzug „Zero Sugar“ deutlich größer.

Erste Verwechslungen in der Schweiz gemeldet

Coca-Cola-Marketingdirektorin Constance Courtois betonte auf Anfrage, Kunden könnten beide Varianten anhand des schwarzen Deckels, des größeren Zero-Schriftzugs und des schwarzen Wellenbands auf Dosen unterscheiden. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Aus der Schweiz, wo die Umstellung bereits läuft, werden konkrete Verwechslungen gemeldet: Restaurantgäste gaben Flaschen zurück, weil sie statt der gewünschten Zero-Variante eine klassische Cola erhalten zu haben glaubten. Markenexperte Stefan Vogler gibt sich dennoch entspannt. Gegenüber dem Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten erklärte er, Konsumenten hätten solche Änderungen in der Regel nach kurzer Zeit verinnerlicht.

Neue Schriftart löst Marlboro-Vergleiche aus

Für noch mehr Wirbel im Netz sorgt die Schriftart, die Coca-Cola künftig stärker einsetzen will. Die Serifenschrift mit dem Namen „Better with“ entwickelte der britische Designer Neville Brody (Brody Associates, London) ursprünglich 2023 für eine Weihnachtskampagne des Konzerns. Nun soll sie eine führende Rolle in der gesamten Markenkommunikation übernehmen – und das stößt auf Kritik.

Das britische Fachportal Creative Bloq berichtete, die Schrift erinnere viele Nutzer frappierend an die Typografie der Zigarettenmarke Marlboro. Die Ähnlichkeit resultiert vor allem aus den Serifen, den kleinen Querstrichen an den Buchstabenenden, und der ähnlichen Formensprache. Auf der Plattform X häuften sich entsprechende Kommentare. „Dass Coca-Cola jetzt eine Schrift verwendet, die an die Marlboro-Schrift erinnert, ist wohl das selbstironischste, was ein Zuckerkonzern je getan hat“, schrieb ein Nutzer. Bereits 2023, beim ersten Einsatz der Schrift in der Weihnachtskampagne, hatten Fachmedien die Retro-Anmutung mit Marlboro verglichen. Coca-Cola äußerte sich auf Nachfrage von Creative Bloq nicht zu dieser Ähnlichkeit.

Das Rebranding hat im Netz (Stand 28. Juli) mehr Kritik als Lob erfahren:

  • „Ich mag das und finde es gut, dass Coke Zero jetzt im Grunde wie eine normale Coke aussieht!“(„I like this and like that Coke Zero basically looks like a normal coke now!“)
  • „Ihr habt es wahrscheinlich verpasst, aber Coca-Cola hat gerade ein Rebranding gemacht. Toll, dass sich eigentlich nichts verändert hat“(„You probably missed it, but Coca-Cola just rebranded. Love how nothing changed“)
  • „Jeder, der über 40 ist, erkennt sofort: Das ist die Marlboro-Schrift.“(„Any person over 40 realizes that this is the Marlboro font.“)

Konzern setzt auf Rückkehr zu klassischem Look

Hinter dem Rebranding steckt nach Unternehmensangaben eine klare strategische Botschaft. Arnab Roy, President der globalen Coca-Cola-Kategorie, erklärte in einer Pressemitteilung: „Mit diesem weiterentwickelten visuellen System schärfen wir die Identität von Coca-Cola, indem wir die ikonischen Markenelemente stärker in den Mittelpunkt stellen und sie über alle Berührungspunkte hinweg konsistent einsetzen. So schaffen wir ein klareres, mutigeres und einheitlicheres Markenerlebnis für Verbraucher weltweit.“ Weiter unbekannt hingegen bleibt die Rezeptur des Kult-Softdrinks.

Vertikales Logo kehrt zurück – Rezeptur bleibt gleich

Das seit 2016 verwendete Verpackungsdesign mit horizontal platziertem Logo ohne Dynamic Ribbon wird damit abgelöst. Auf Dosen erscheint der Coca-Cola-Schriftzug nun wieder vertikal – wie in früheren Jahrzehnten. Ergänzt wird er durch den ebenfalls vertikal verlaufenden Zusatz „Original Taste“, der die bisherige Bezeichnung „Delicious & Refreshing“ ersetzt. Rezeptur, Geschmack und Packungsgrößen bleiben laut Unternehmensangaben unverändert. Das neue Design soll schrittweise auch auf digitalen Angeboten, Kühlgeräten und Werbeflächen eingesetzt werden. Ein vollständiger Rollout für Deutschland steht noch aus. (Quellen: Design Bloq, 20min.ch, eigene Recherche) (str)