Christian Reitz rettet WM-Ticket im letzten Moment – Konkurrenten brechen ein
Der Olympiasieger lag nach zwei von drei Durchgängen bei der WM-Qualifikation in Suhl noch weit zurück. Während er im letzten Wettkampf stabil blieb, brachen die vor ihm liegenden Schützen regelrecht ein.
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Stand: 16.08.2026, 18:27 Uhr
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Der Olympiasieger lag nach zwei von drei Durchgängen bei der WM-Qualifikation in Suhl noch weit zurück. Während er im letzten Wettkampf stabil blieb, brachen die vor ihm liegenden Schützen regelrecht ein.
Suhl – Es sah nicht gut aus. Bis zum letzten Wettkampf. Eigentlich hatte Christian Reitz kaum noch eine Chance, sich abermals für die Weltmeisterschaften im Sportschießen zu qualifizieren. Nach zwei von drei Durchgängen lag der 39-Jährige vom SV Kriftel bei der deutschen WM-Qualifikation in Suhl mit der Luftpistole noch recht weit zurück. Doch dann zeigte sich, wie sehr dieser Sport von der mentalen Seite beeinflusst wird. Während Reitz im letzten Wettkampf stabil blieb, ein solides Ergebnis um 575 Ringe erzielte, brachen die vor ihm liegenden Konkurrenten regelrecht ein. „Sie haben vielleicht die Situation nicht ganz verkraftet, dass sie sich gegen die Favoriten durchsetzen können“, meinte Bundestrainer Detlef Glenz und fügte an: „Wenn man es nicht gewohnt ist, in so einer Situation zu sein, verschießt man halt einen Elfmeter.“ Und so rückte Christian Reitz im allerletzten Moment doch noch auf Rang drei vor und wird in Katar seine x-te Weltmeisterschaft bestreiten. „Christian hat sich noch einmal gerettet“, sagte Glenz. „Das hat mich riesig gefreut.“

Reitz, Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole 2016, blendete auch die speziellen Lichtverhältnisse im Schießsportzentrum Suhl aus. Viele Schützen können dort den Kontrast zwischen Visier und Scheibe nicht so scharf wie gewohnt erkennen. „Die Bedingungen in Suhl sind nicht so einfach. Es ist eine sehr große Halle. Das Licht ist etwas gelblich. Dort werden deswegen auch auch selten Rekorde geschossen“, erklärt Glenz.
Geis und Co. absolute Weltklasse
Umso beeindruckender war die Vorstellung, die die deutschen Schnellfeuerpistolen-Schützen in Suhl abgeliefert haben. In der deutschen Parade-Disziplin lösten wie erwartet Florian Peter, Emanuel Müller und der Krifteler Oliver Geis die WM-Tickets. Alle drei haben in Doha Titelchancen. Müller glänzte mit 590 Ringen, der Bestwert von Geis waren 584 Ringe. Am stabilsten präsentierte sich Peter, der mit 588 und 590 Ringen zwei absolute Weltklasse-Ergebnisse auf die Scheibe zauberte und am Ende im Gesamtergebnis der drei besten Ergebnisse lediglich einen Ring (1766:1765) vor Müller lag. Europameister Geis folgte mit 1749 Ringen. „Da haben sich die Besten durchgesetzt. Sie haben noch einmal super Ergebnisse geschossen, wirklich Weltklasse“, lobte Glenz das Trio.
Der Bundestrainer, der ebenfalls dem SV Kriftel angehört, war entsprechend auch aus lokaler Sicht hochzufrieden. „Auch aus Krifteler Sicht ist es sehr gut gelaufen.“ Denn obendrein setzte sich bei den Frauen noch wie erwartet die ehemalige Weltmeisterin Doreen Vennekamp mit der Sportpistole souverän durch. Lediglich bei der Kriftelerin Svenja Berge lief es nicht wie erhofft, sie verpasste die WM-Qualifikation mit Sportpistole und Luftpistole deutlich.
Über DM und Weltcup zur WM
Bereits in dieser Woche steht der nächste Höhepunkt für die Sportschützen an. Am Freitag beginnen in München die Deutschen Meisterschaften. Beim größten nationalen Sportschützenfest auf der Olympia-Anlage in Garching-Hochbrück werden knapp 10.000 Starts absolviert. „Danach nehmen alle im Oktober noch an einem Weltcup in Kairo teil, ehe es Ende Oktober zur WM nach Doha geht - sofern Herr Trump oder die Iraner nicht noch mehr Bomben schmeißen“, hofft Glenz.