"Viel Wind um nichts" - Springreit-Olympiasieger Christian Kukuk widerspricht Spekulationen
Eine knappe Mitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sorgte für reichlich Wirbel in der Springreit-Welt: Christian Kukuk hatte sein Olympiasieger-Pferd Checker auf eigenen Wunsch aus dem Olympiaka...
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Eine knappe Mitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sorgte für reichlich Wirbel in der Springreit-Welt: Christian Kukuk hatte sein Olympiasieger-Pferd Checker auf eigenen Wunsch aus dem Olympiakader nehmen lassen. Einen Tag nach Ende der Reit-WM war von "Olympia-Schock" und "Frust beim Olympiasieger" zu lesen.
Weil der Springreiter nach der Herausnahme von Checker kein weiteres Pferd in diesem Kader hat, gehört auch er vorerst nicht mehr zum deutschen Team. Der Eindruck lag nahe, der Schritt könne mit Kukuks Nichtnominierung für die Heim-WM zusammenhängen. Dem widersprach der 36-Jährige nun deutlich.
Kukuk: "Hat nichts mit einer Kurzschlussreaktion zu tun"
"Das hat nichts mit einer Kurzschlussreaktion oder sonst irgendwas mit der Nichtnominierung zu tun", sagte Kukuk im Gespräch mit dem WDR. "Diese Entscheidung stand schon vor der Weltmeisterschaft fest." Bereits Wochen vor der WM habe er Bundestrainer Otto Becker darüber informiert, dass Checker anschließend aus dem Kader genommen werden solle. Dass der Reiter aus dem Münsterland über seine Reservistenrolle in Aachen enttäuscht war, bestreitet er dagegen nach wie vor nicht. Auch die Kommunikation der Entscheidung durch den Bundestrainer bezeichnete er rückblickend als "sehr unglücklich".
Hinter dem Kader-Austritt stehen laut Kukuk vor allem sportliche Überlegungen rund um den inzwischen 16 Jahre alten Checker. Die Heim-WM sollte ursprünglich das letzte Championat des Wallachs werden, ein Start bei der EM 2027 sei ohnehin nie vorgesehen gewesen.
"Der einzige Gedanke dahinter ist einfach, dass jetzt mit seinen 16 Jahren die Turnierplanung immer individueller auf das Pferd abgestimmt wird", sagte Kukuk. Die Entscheidung gebe ihm dabei mehr Freiheit. In einer am Mittwochnachmittag veröffentlichen Stellungnahme auf Instagram betonte er, Checkers Wohlergehen und Langlebigkeit stünden "immer an erster Stelle".
Olympia-Tür für Kukuk und Checker nicht zu
Das Karriereende von Checker bedeutet der Schritt allerdings nicht. Selbst ein erneuter gemeinsamer Olympia-Start 2028 ist nicht ausgeschlossen. Checker wäre dann 18 Jahre alt. Sollte er zu diesem Zeitpunkt noch "topfrisch, topfit, motiviert und gesund" sein und weiterhin auf seinem bisherigen Niveau springen, könne auch Checker für Los Angeles wieder ein Thema werden, erklärte Kukuk.
Das bestätigte auch der Verband auf Rückfrage des WDR. "Für die kommenden Olympischen Spiele hat das erst mal keine Aussagekraft", sagte Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender von Pferdesport Deutschland. Reiter könnten wieder in den Kader aufgenommen werden, wenn sie sich mit entsprechenden Leistungen empfehlen. "Selbstverständlich ist der Weg für alle Reiter, auch für die Olympischen Spiele in L.A., frei, sofern sie die Leistung bringen."
Kukuks Planung für Los Angeles geht ohnehin über Checker hinaus. Mit Akarad Tivoli, Carrera und Viki van Gogh wolle er mehrere jüngere Pferde gezielt für 2028 entwickeln. "Die drei Pferde sind dann im besten Alter", sagte Kukuk. "Natürlich sind die Olympischen Spiele in meinem Kopf und das Ziel."
FN-Mitteilung für Kukuk "sehr undurchsichtig"
Kritik äußerte Kukuk dagegen an der Kommunikation rund um den Kader-Austritt. Er sei "überrascht" gewesen, dass die Mitteilung ohne weitere Abstimmung veröffentlicht worden sei. Sie sei "sehr undurchsichtig" gewesen und habe sich in unterschiedliche Richtungen interpretieren lassen. Auf Instagram schrieb Kukuk, die Mitteilung habe einen "etwas unklaren Eindruck" hinterlassen. Der Schritt sei "in keiner Weise eine Reaktion auf die jüngsten Nominierungsentscheidungen".
Peiler hingegen verteidigte die Mitteilung der FN. Der Verband habe sich auf zwei Fakten beschränkt: Kukuk habe selbst darum gebeten, Checker aus dem Kader zu nehmen. Gründe habe der Reiter in seiner schriftlichen Mitteilung an den Verband nicht genannt. Für die anschließende Interpretation sei die FN nicht verantwortlich. Allerdings habe man bei Teilen der Berichterstattung selbst "ein wenig mit den Augenbrauen gezuckt", sagte Peiler.
Kukuk will die Angelegenheit jetzt abhaken. Seine Enttäuschung über die Nichtnominierung für Aachen sei real gewesen, betonte er - sie habe mit Checkers Kader-Austritt aber nichts zu tun. "Ich finde: viel Wind um nichts", so der Olympiasieger. "Es ist alles im Sinne des Pferdes gemacht. Die Entscheidung ist schon vor der WM getroffen worden."
Unsere Quellen:
Sendung: wdr.de, Kukuk erklärt Kader-Aus - "Viel Wirbel um Nichts", 26.08.2026, 22:15 Uhr
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