Gasspeicher alarmierend leer: Bundesnetzagentur warnt – wird Gas jetzt für Haushalte teuer?
Deutschlands Gasspeicher sind nur knapp zur Hälfte gefüllt. Der Winter rückt näher, doch die Speicher füllen sich nur langsam. Bundesnetzagentur-Chef Müller: „Ich erwarte, dass die Gashändler ihrer Verantwortung nachkommen.“
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Stand: 18.08.2026, 14:14 Uhr
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Deutschlands Gasspeicher sind alarmierend leer. Bundesnetzagentur-Chef Müller mahnt die Betreiber, die Speicher aufzufüllen. Auf Haushalte kommen höhere Kosten zu.
Berlin – Droht Deutschland dieses Jahr ein kalter Winter? Deutschlands Gasspeicher sind derzeit nur zu knapp 50 Prozent gefüllt und liegen damit deutlich unter den üblichen Füllständen. Bis November sollen sie eigentlich auf 70 Prozent kommen. Das könnte wegen des Iran-Kriegs und der dadurch gestiegenen Gaspreise jedoch teuer werden – die Füllstände steigen daher nur langsam an. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, fordert die Versorger deshalb auf, ausreichend Gas für den Winter einzuspeichern. Deutsche Verbraucher müssen sich zudem auf höhere Kosten einstellen.

Gas zu teuer, Füllstände niedrig – Chef der Bundesnetzagentur mahnt Gashändler
Die Initiative Energien Speichern e. V. (INES) warnte bereits im Juli vor möglichen Problemen bei der Gasversorgung. Bei einem besonders kalten Winter könnte das Gas in Deutschland knapp werden. Grund dafür sind die niedrigen Speicherstände – einerseits wegen der hohen Ausspeicherungen am Ende des Winters, andererseits wegen der stark gestiegenen Gaspreise, welche „die Wiederbefüllung bislang erheblich erschweren“, heißt es in der Ines-Mitteilung zu möglichen Gas-Szenarien in Deutschland.
„Unsere Modellrechnungen zeigen, dass die Infrastruktur grundsätzlich in der Lage ist, die Gasspeicher bis zum Winter weiter zu befüllen. Entscheidend ist jedoch, dass hierfür auch ausreichende Buchungen vorliegen und die gebuchten Kapazitäten tatsächlich genutzt werden. Andernfalls steigt das Risiko für die Versorgungssicherheit im kommenden Winter erheblich“, so INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann.
Angesichts der niedrigen Speicherstände fordert nun der Präsident der Bundesnetzagentur die Gasversorger auf, ihrer Verantwortung mit Blick auf den Winter nachzukommen. „Es ist ausreichend Gas verfügbar. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Gashändler seinen Kunden erklären möchte, dass es im Winter nicht genug Gas gibt, weil er nicht ausreichend vorgesorgt hat“, sagte Müller am Montag zu t-online. „Ich erwarte, dass die Gashändler ihrer Verantwortung nachkommen.“
Bundesnetzagentur-Präsident weist Vorwürfe von Speicherbetreibern zurück
Müller sieht die Gasversorger in der Pflicht – und nicht etwa den Steuerzahler, falls das Gas knapp werden sollte. „Die Verantwortung liegt bei den Gashändlern, man sollte sie auch nicht aus dieser Verantwortung entlassen“, sagte er. Die schwierige Lage durch den Iran-Krieg dürfe nicht als Grund dafür dienen, dass die Unternehmen ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Vorwürfe der Speicherbetreiber, dass Bürokratie, Abgaben und Netzentgelte das Einspeichern zu teuer machen, weist er zudem zurück: „Die Bundesregierung und der Bundestag haben gerade erst die Gasspeicherumlage abgeschafft und dadurch die Gaswirtschaft mit Milliarden entlastet. Einen Bürokratieaufwuchs kann ich auch nicht erkennen. Das ist nicht das Problem.“
Deutschland könne einen Engpass aber durch LNG-Importe abfedern, meint der Präsident der Bundesnetzagentur. „Es gibt genug Gas auf den Weltmärkten, dort können wir immer einkaufen – auch wenn das durch den Iran-Krieg teurer geworden ist.“ Flüssigerdgasterminals könnten im Winter etwa zehn bis 15 Prozent des deutschen Gasverbrauchs abdecken und damit mögliche Engpässe bei den Speichern ausgleichen.
Auf die Menschen in Deutschland kommen durch die gestiegenen Gaspreise jedoch höhere Kosten zu. Die unsichere Lage im Nahen Osten dürfte sich weiter auf die Preise auswirken. Auch eine Entspannung auf dem Gasmarkt ist derzeit nicht in Sicht. „Wir sehen sehr viel Unsicherheit durch die Sperrung der Straße von Hormus. Das wiederum heißt: Gasverbraucher, Mieter sollten sich auf höhere Rechnungen einstellen. Das ist nicht zu vermeiden, wenngleich die Preise jetzt bei Weitem nicht so hoch sind wie 2022“, sagt Müller. (Quellen: INES, T-Online)