3:2 gegen Villarreal – Dortmund überwindet den Schock um Karetsas

Der junge Grieche Konstantinos Karetsas muss in Halbzeit eins mit einer Trage den Platz verlassen – offenbar wegen Kreislaufproblemen. In einer schwungvollen zweiten Halbzeit ist Serhou Guirassy der Mann des Abends.

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3:2 gegen Villarreal – Dortmund überwindet den Schock um Karetsas

Borussia Dortmunds erstes Champions-League-Spiel der neuen Saison war noch keine 23 Minuten alt, als es in dem mit fast 80 000 Zuschauern gefüllten Signal-Iduna-Park in Dortmund plötzlich ganz still wurde. Drunten auf dem Rasen lag der Angreifer Konstantinos Karetsas und wurde behandelt. Es hatte keine ersichtliche Verletzung gegeben. Der 18 Jahre junge Grieche, im Sommer für 30 Millionen Euro Ablöse von KRC Genk gekommen, hatte kurz den Arm gehoben und sich dann auf den Rücken gelegt. Vier Minuten später wurde er unter aufmunterndem Applaus auf einer Trage vom Feld getragen.

Dortmund hat das erste Champions-League-Spiel der neuen Saison gegen den FC Villarreal mit 3:2 (0:0) gewonnen. Das war ein gutes und auch ein verdientes Ergebnis, aber es war gar nicht so sehr dieses Ergebnis, das die Dortmunder an diesem Abend bewegte. Eine Stadt macht sich Sorgen um einen Fußballer. Schon wieder.

Schließlich war es bloß zehn Tage her gewesen, dass sich im ersten Bundesliga-Spiel der neuen Saison Borussias neuer griechischer Angreifer Giannis Konstantelias einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Der 23-Jährige, im Sommer für 26 Millionen Euro von Paok Saloniki gekommen, fällt monatelang aus. Als Ersatz für Konstantelias hat der BVB den 19 Jahre jungen Ethan Nwaneri vom FC Arsenal ausgeliehen. Nwaneri saß am Dienstagabend zu Spielbeginn auf der Ersatzbank. Umso skurriler war es, dass er, eigentlich als Ersatz für Konstantelias verpflichtet, in der 27. Minute für Karetsas eingewechselt wurde.

Droben auf der Tribüne fuhr sich BVB-Sportchef Lars Ricken nervös durchs Haar. Karetsas wurde ins Krankenhaus gebracht. Der BVB teilte im Laufe der zweiten Halbzeit mit, dass Karetsas Kreislaufprobleme hatte und es ihm den Umständen entsprechend gut gehe. Der griechischen Tragödie des BVB droht also nicht unbedingt ein zweiter Akt.

Konstantinos Karetsas musste schon nach 27 Minuten vom Feld getragen werden. Später hieß es, er habe Kreislaufprobleme gehabt.

Konstantinos Karetsas musste schon nach 27 Minuten vom Feld getragen werden. Später hieß es, er habe Kreislaufprobleme gehabt.

Bernd Thissen/dpa

Schon ohne diesen Ausfall hatte der Trainer Niko Kovac für die Startelf puzzeln müssen. „Ein bisschen zaubern“, sagt er. So hatte er es auch in den Bundesligaspielen gegen den Hamburger SV (2:0) und bei der TSG Hoffenheim (3:2) machen müssen.

Am Dienstagabend fehlten Kovac sechs relevante Spieler: Nico Schlotterbeck, Ramy Bensebaini (beide verletzt und gesperrt), Emre Can, Filippo Mane, Giannis Konstantelias und Justin Lerma (alle verletzt). Deshalb bildeten wieder Joane Gadou, Waldemar Anton und Daniel Svensson die Dreierabwehrkette, die Julian Ryerson rechts außen und Maximilian Beier links außen ergänzten. Im offensiven Mittelfeld spielte Marcel Sabitzer zunächst an der Seite von Karetsas. Dann kam Nwaneri ins Spiel.

Trotz Dortmunder Dominanz hatten die Gäste in der ersten Halbzeit die besseren Chancen. Anfangs der zweiten Hälfte wurde Dortmund zwingender. In der 51. Minute schoss Nwaneri an den Innenpfosten. Zwei Minuten später fiel durch ein Eigentor von Renato Veiga die Dortmunder 1:0-Führung. Zwar glich Santiago Mouriño für Villarreal in der 66. Minute zum 1:1 aus, doch in der 80. Minute erzielte Serhou Guirassy in seinem 100. Pflichtspiel für Dortmund mit seinem 63. BVB-Tor das 2:1. In der 85. Minute schien er mit seinem 64. BVB-Tor per Foulelfmeter den 3:1-Sieg perfekt zu machen. Doch Guirassy leistete sich in der Nachspielzeit noch einen Schönheitsfehler: das 3:2 per Eigentor.