Ceuta: Marokko und Spanien verstärken Grenzsicherung
Mehr Sicherheitskräfte, Stacheldraht und Patrouillenboote: Nach den dramatischen Ereignissen Ende Juli wollen Marokko und Spanien neue Versuche eines massenhaften Grenzübertritts nach Ceuta unbedingt verhindern.
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Nach Aufrufen in sozialen Netzwerken zu einem erneuten Migrantenansturm auf Ceuta haben Marokko und Spanien ihre Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze zur spanischen Nordafrika-Exklave deutlich verstärkt. In der marokkanischen Grenzstadt Fnideq wurden weitere Sperren aus Stacheldraht errichtet, wie Reporter berichteten. Zudem gibt es etliche Kontrollstellen auf den Zufahrtsstraßen. An der Grenze selbst stehen Wasserwerfer bereit.
Marokkanische Sicherheitskräfte bezogen am Strand von Fnideq Stellung, von dem aus Ende Juli viele Migranten in Richtung Ceuta aufgebrochen waren. Auch Patrouillenboote überwachen die Küste.
"Alle notwendigen Kräfte" im Einsatz
Spanien hatte zuvor bereits eine Seebarriere errichtet und zudem hunderte zusätzliche Polizisten und Soldaten nach Ceuta entsandt. Sie würden so lange bleiben, wie es die Lage erfordere, erklärte das Innenministerium in Madrid. "Wir werden weiterhin alle notwendigen Kräfte einsetzen, um zu verhindern, dass sich Ereignisse wie die vom 30. Juli wiederholen", sagte Ressortchef Fernando Grande-Marlaska kürzlich.

Der Migrantenansturm hatte einen Zwist innerhalb der Europäischen Union ausgelöst. Die Innenminister der EU-Staaten drangen bei einer Krisen-Videokonferenz auf ein härteres Vorgehen gegen Schleusernetzwerke und eine konsequentere Rückführungspolitik.
Social Media im Blick
Anfang dieser Woche hatte Marokkos Regierung in Rabat mitgeteilt, sie beobachte "die Verbreitung von Beiträgen in den sozialen Netzwerken und Nachrichten unbekannter Herkunft", die zu einer Massenüberquerung an diesem Samstag (15. August) aufriefen. Man werde Organisatoren und Teilnehmer strafrechtlich verfolgen. Es habe in diesem Zusammenhang bereits Festnahmen gegeben.
Der Migrantenansturm vor gut zwei Wochen war bisher beispiellos. Dabei waren laut Schätzungen bis zu 80.000 Menschen nach Ceuta gelangt, die meisten von ihnen schwimmend. Nach der jüngsten offiziellen Mitteilung der spanischen Behörden wurden im Meer 83 Leichen geborgen.
Viele Ankömmlinge kehrten innerhalb weniger Stunden oder Tage nach Marokko zurück. Rund 5000 hielten sich derzeit noch in Ceuta auf, so Grande-Marlaska. Es werde noch etwas Zeit dauern, bis die Exklave zur Normalität zurückgekehrt sei, räumte der Innenminister ein.
wa/pg (dpa, rtr)