Blutanalyse bringt CDU-Mann in Bedrängnis: Staatsanwaltschaft ermittelt nach schwerem Unfall – Immunität aufgehoben
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CDU-Politiker unter Drogenverdacht: Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen nach schwerem Unfall ein
Stand: 31.07.2026, 18:00 Uhr
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Nach einem schweren Unfall laufen die Ermittlungen gegen den CDU-Politiker Bareiß. Der Verdacht: Er könnte unter Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels Auto gefahren sein.
Hechingen – Nach einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 27 hat die Staatsanwaltschaft Hechingen ein Ermittlungsverfahren gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß eingeleitet. Grundlage der Ermittlungen ist nach Angaben der Behörde das Ergebnis einer Blutanalyse, die den Verdacht begründet, dass Bareiß zum Zeitpunkt des Unfalls unter dem Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels gestanden haben könnte. Zuerst hatten die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten über das Verfahren berichtet.

Bevor die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufnehmen konnte, musste die parlamentarische Immunität des Abgeordneten aufgehoben werden. Dies geschah auf Antrag der Behörde. Die Höchststrafe für die vorgeworfenen Delikte beträgt fünf Jahre Freiheitsstrafe, wobei es sich derzeit lediglich um einen Anfangsverdacht handelt und die Unschuldsvermutung gilt.
Blutanalyse bringt CDU-Politiker Bareiß in Bedrängnis
Die Staatsanwaltschaft Hechingen ermittelt nach eigenen Angaben wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung gemäß Paragraf 315c des Strafgesetzbuches sowie der fahrlässigen Körperverletzung nach Paragraf 229 (Höchststrafe: fünf Jahre Gefängnis). Ein Behördensprecher erklärte, der Verdacht gründe „insbesondere auf dem inzwischen vorliegenden Ergebnis einer Blutanalyse“.
Demnach bestehe der Verdacht, dass Bareiß den Unfall verursacht habe und dabei „nicht unter Alkoholeinfluss, jedoch unter dem Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels gestanden“ haben könnte. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll es sich dabei nicht um ein apothekenpflichtiges Medikament handeln.
Schwerer Unfall mit vier Verletzten: Bareiß erinnert sich kaum
Der Unfall, der den Ermittlungen zugrunde liegt, ereignete sich am 12. Juli auf der B27 zwischen Hechingen und Balingen in Baden-Württemberg. Nach Angaben der Polizei waren zwei Fahrzeuge beteiligt: Ein 51-jähriger Fahrer, der auf der linken Spur unterwegs war, kollidierte mit einem Fahrzeug auf der rechten Spur. Sein Wagen überschlug sich, und er wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei hatte zunächst keine Angaben dazu gemacht, ob es sich bei dem schwer verletzten Fahrer um den Politiker handelt.
Der 50-jährige Fahrer des anderen beteiligten Fahrzeugs sowie seine beiden Mitfahrerinnen im Alter von 40 und 47 Jahren wurden ebenfalls verletzt und kamen ins Krankenhaus. Bareiß selbst äußerte sich gegenüber der Schwäbischen Zeitung zu dem Unfall und sagte, er könne sich nicht daran erinnern. „Ich habe noch das Bild im Hinterkopf, wie ich kopfüber den Feuerwehrmann sehe, der mich aus dem Auto rausgezogen hat“, schilderte er. In demselben Interview hatte er außerdem erklärt: „Ich hatte einen großen Schutzengel.“
Bareiß sitzt seit 2005 für die CDU im Bundestag und ist früherer Staatssekretär
Thomas Bareiß gehört seit 2005 dem Deutschen Bundestag an und vertritt den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen. Der 51-jährige Diplom-Betriebswirt war von 2018 bis 2021 Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und fungierte in dieser Zeit als Tourismus- und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung. In der aktuellen Legislaturperiode ist er Mitglied im Haushaltsausschuss des Bundestages. Eine Reaktion der CDU-Fraktion auf die Einleitung des Ermittlungsverfahrens lag zunächst nicht vor. (Quellen: dpa, Bild, Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten) (nak)