Cambridge-Hochstapler Jason Arday tot aufgefunden

Der ehemalige Cambridge-Professor Jason Arday ist im Alter von 41 Jahren in London gestorben. Wie die Londoner Metropolitan Police mitteilte, wurde Arday am Freitagnachmittag in einer Wohnung im Stadtteil Batte...

  • 2 min read
Cambridge-Hochstapler Jason Arday tot aufgefunden

Der ehemalige Cambridge-Professor Jason Arday ist im Alter von 41 Jahren in London gestorben. Wie die Londoner Metropolitan Police mitteilte, wurde Arday am Freitagnachmittag in einer Wohnung im Stadtteil Battersea im Süden der britischen Hauptstadt leblos aufgefunden.

Rettungskräfte waren um 15.12 Uhr alarmiert worden. Am Fundort konnte jedoch nur noch sein Tod festgestellt werden, wie die britische Zeitung The Sun am Freitagabend berichtete.

Nach Angaben der Polizei wird der Todesfall derzeit als „unerwartet“ eingestuft. Hinweise auf verdächtige Umstände oder ein Fremdverschulden gebe es bislang nicht. Die Ermittlungen werden von der Central South Command Unit der Metropolitan Police geführt.  Die Angehörigen des Verstorbenen seien informiert worden und würden von der Polizei betreut.

Untersuchung eingeleitet

Ardays Tod erfolgt nur wenige Tage nach seinem Rücktritt als Professor für Bildungssoziologie an der Universität Cambridge. Der Wissenschaftler hatte sein Amt am 5. August niedergelegt, nachdem Vorwürfe des Plagiats und wissenschaftlichen Fehlverhaltens gegen ihn laut geworden waren. Die Universität hatte kurz zuvor eine Untersuchung zu seiner Berufung und seiner Tätigkeit eingeleitet.

Der Akademiker war 2023 als jüngster schwarzer Professor in der Geschichte der Universität Cambridge berufen worden und galt als eine der bekanntesten Stimmen im Bereich Bildung und soziale Gerechtigkeit in Großbritannien. In den vergangenen Wochen geriet Arday jedoch zunehmend unter Druck. Medienberichte hatten ihm vorgeworfen, in seiner Doktorarbeit zahlreiche Passagen verwendet zu haben, die mit Arbeiten anderer Studierender übereinstimmten. Einer Analyse zufolge soll es sich um rund 180 betroffene Textstellen gehandelt haben.

Arday räumte öffentlich Fehler in seiner wissenschaftlichen Arbeit ein, bestritt jedoch die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er erklärte, seine autistische Veranlagung führe dazu, dass er Informationen häufig durch Nachahmung und Wiederholung verarbeite. Zudem kritisierte er die öffentliche Berichterstattung scharf und erklärte gegenüber britischen Medien, die Darstellung seiner Person als „Lügner und Fantast“ sei nicht akzeptabel.

Eigene Aussagen korrigiert

Neben den Plagiatsvorwürfen waren auch verschiedene Angaben zu seinen persönlichen Erfolgen infrage gestellt worden. So korrigierte Arday eigene Aussagen über einen Benefizlauf über 600 Meilen und die Höhe von Spendengeldern, die er nach eigenen Angaben für wohltätige Zwecke gesammelt hatte. Darüber hinaus sah er sich mit Vorwürfen konfrontiert, bei seinem Rücktrittsschreiben künstliche Intelligenz eingesetzt zu haben.

In seinem Rücktrittsschreiben erklärte Arday, der einzige Weg, das belastende Kapitel zu beenden, sei sein Rückzug aus dem Universitätsbetrieb.

Lesen Sie mehr zum Thema