Kunden-Unart passiert täglich in Cafés und stresst das Personal enorm: Besitzerin setzt Grenze für Kunden
StartseiteVerbraucherCafé-Besitzerin setzt klare Grenze für Kunden – „Vertraut auf die Mitarbeitenden“Stand: 01.08.2026, 16:05 UhrKommentareUns auf Google folgenEine Buchcafé-Betreiberin sieht sich immer wieder...
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Café-Besitzerin setzt klare Grenze für Kunden – „Vertraut auf die Mitarbeitenden“
Stand: 01.08.2026, 16:05 Uhr
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Eine Buchcafé-Betreiberin sieht sich immer wieder mit einer Kunden-Unart konfrontiert. Im Netz erklärt sie, warum diese das Personal so sehr stresst.
Braunschweig – Wer im Café einfach den Tisch wechselt, ohne zu fragen, stört damit mehr als nur die eigene Bequemlichkeit. Die Buchcafé-Betreiberin und Influencerin Louisa Dellert hat auf LinkedIn offen erklärt, warum dieses alltägliche Verhalten für das Personal erhebliche Probleme verursacht. Auch andere Verhaltensweisen sind für Lokale oft alles andere als leicht – ein Restaurant führte für eine davon sogar eine Strafzahlung ein.

In der Gastronomie gehören solche stillen Konflikte zum Alltag: Gäste setzen sich oft einfach um, berichtet Dellert – ohne Rückfrage, ohne Bescheid zu sagen. Was für den Gast wie eine Kleinigkeit wirkt, kann für das Team hinter der Theke allerdings eine echte Belastungsprobe sein erläutert die Café-Inhaberin, und löste damit eine breite Debatte aus.
Café-Besitzerin prangert Kundenverhalten in Social-Media-Post an
In ihrem LinkedIn-Beitrag, der innerhalb kurzer Zeit über 300 Reaktionen und 36 Kommentare erhielt (Stand 30. Juli 2026), schilderte Dellert das konkrete Problem: "Unser Endgegner ist an vollen Tagen, wenn Gäste sich einen Platz suchen bzw. wir ihnen einen vorschlagen, sie ein paar Minuten mit ihrem Getränk dort sitzenbleiben, nur um dann wieder wenige Minuten später zu dem freigewordenen Tisch am Fenster zu wechseln.“
Und weiter: „Setzt sich die Person einfach um und es ist voll im Laden, dann findet die Thekenperson nicht den Gast und muss erst einmal durchs Buchcafé laufen und fragen, wer denn jetzt den Cappuccino bestellt hat.“ Erschwerend hinzu komme laut ihr noch, dass auch das Ausrufen des Namens des Gastes oft ohne Reaktion bleibe. „Bitte vertraut da doch mehr auf die Café-Mitarbeitenden, dass es einen Grund hat, wenn sie euch einen Platz aussuchen oder ihr eine Tischnummer zugeteilt bekommt“, appelliert Dellert in dem Posting.
Warum eigenmächtiges Umsetzen die Abläufe stört
Außerdem könne der Tisch, den der Gast eigenständig in Beschlag nimmt, längst an eine wartende Person weitervergeben worden sein. Im Zweifel muss die Servicekraft sowohl den alten als auch den neuen Tisch sofort reinigen – was weitere Abläufe ins Stocken bringt.
„Das mag für euch vielleicht hart klingen, aber ich bin mir sicher, ihr hättet mehr Verständnis dafür, wenn ihr selbst mal eine Woche in der Gastro arbeiten würdet“, schrieb Dellert. Und: „Wir schimpfen immer, wenn uns eine Dienstleistung nicht schnell genug geht oder wir ‚es anders gemacht hätten‘, aber haben am Ende keinen Plan, wie die Prozesse dahinter eigentlich funktionieren.“
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Café-Inhaberin bekommt große Zustimmung aus der Gastro–Community
Der Beitrag traf offenbar einen Nerv. In den Kommentaren meldeten sich zahlreiche Menschen, die selbst Erfahrungen aus der Gastronomie einbrachten. Eine ehemalige Kellnerin berichtete von Fällen, in denen Getränke auf falsche Tischnummern gebucht wurden und am Ende Trinkgeld abgezogen wurde – nur weil Gäste ohne Ankündigung die Plätze gewechselt hatten.
Eine andere Kommentatorin erklärte, dass sie seitdem immer nachfragt, bevor sie den Tisch wechselt. Ein Kommentar brachte es auf den Punkt: „Je reibungsloser Abläufe wirken, desto eher entsteht der Eindruck, kleine Änderungen würden ‚doch keinen Unterschied machen‘. In Summe tun sie das aber sehr wohl.“
Louisa Dellert
Louisa Dellert ist keine Unbekannte: Die gebürtige Wolfenbüttelerin war über Jahre als Influencerin aktiv, moderierte das NDR-Talkshowformat „deep&deutlich“ und engagierte sich als Nachhaltigkeitsaktivistin. Nach einem Burnout, über den sie offen spricht, wagte sie einen Neustart: Gemeinsam mit ihrem Partner eröffnete sie im November 2024 das Buchcafé „Sisu Lou“.
Das Café versteht sich als eine Mischung aus Buchhandlung, Café und Wohnzimmer – mit feministischen Romanen, Büchern über mentale Gesundheit und veganem Kuchen. „Da war eine Leere in mir, die ich nicht erklären konnte“, sagte Dellert laut einem Bericht der Wochenzeitung Die Zeit über die Zeit nach ihrem Burnout – der Neustart in der Gastronomie wurde für sie zu einem Wendepunkt.
In ihrem Post spricht Dellert sehr offen darüber, dass es ihr lange schwerfiel, Grenzen zu setzen: „Ich habe mich das erste Jahr schwer damit getan in unserem eigenen Buchcafé Grenzen zu setzen.“ Egal ob beim Umgang mit Kundenwünschen, Preiserwartungen oder dem Büchersortiment. Inzwischen habe sie aber erkannt, dass fehlende Grenzen die internen Abläufe einschränken und die Arbeitsmoral im Team senken. Das Durchsetzen von Regeln versteht sie daher nicht als Härte gegenüber Gästen, sondern als Fürsorge für ihr Team. Auch beim Thema Reservierungen liegen Betreiber und Gäste oft nicht auf einer Wellenlänge. (Quellen: LinkedIn-Post, Zeit.de, eigene Recherche) (str)