Busunternehmen Sallwey feiert 50 Jahre – mit einem VW-Bus fing alles an

Das Reinhardshäger Busunternehmen Sallwey lädt am Samstag zum Besuchertag ein. Heute gehören 50 Busse und 90 Mitarbeiter zur Firma – 1976 startete Gründer Kurt Sallwey mit einem einzigen VW-Bus.

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Busunternehmen Sallwey feiert 50 Jahre – mit einem VW-Bus fing alles an

Stand: 06.08.2026, 13:36 Uhr

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Busunternehmen Sallwey, Reinhardshagen

Kann beim Fest besichtigt werden: Dieser Ford Transit stammt auch aus den Anfangsjahren des Unternehmens. Daniel Sallwey ist froh, dass man ihn erhalten hat. © Foto; Tanja Temme

Das Reinhardshäger Busunternehmen Sallwey lädt am Samstag zum Besuchertag ein. Heute gehören 50 Busse und 90 Mitarbeiter zur Firma – 1976 startete Gründer Kurt Sallwey mit einem einzigen VW-Bus.

Reinhardshagen – Es ist eine Erfolgsgeschichte, die mit einem kleinen VW-Bus begann. Vor 50 Jahren legte das Reinhardshäger Busunternehmen Sallwey den Grundstein für ein Unternehmen, das im Altkreis Hofgeismar fast jeder kennt. Das langjährige Bestehen des Betriebs, was im August 1976 seinen Anfang nahm, soll am Samstag bei einem Besuchertag groß gefeiert werden.

Busunternehmen Sallwey, Reinhardshagen

Dritte Generation: Florian Sallwey ist Fahrdienstleiter im Betrieb. © Foto; Tanja Temme

Wer von Reinhardshagen aus in Richtung Gieselwerder fährt, wird das Busunternehmen kaum übersehen. Denn rechts und links jenseits der Straße liegt das Betriebsgelände. 50 Busse und 90 Mitarbeiter gehören der Firma an, die seit fast 25 Jahren von Daniel und Michael Sallwey geleitet wird. „Ich kümmere mich um den kaufmännischen Bereich und mein Bruder betreut die Werkstatt“, berichtet der 50-jährige Daniel Sallwey von der Arbeitsteilung im Betrieb.

Besuchertag beim Busunternehmen Sallwey

Zu einem großen Familienfest lädt Familie Sallwey am Samstag, 8. August auf ihren Betriebshof an der Karlshafener Straße 12 in Reinhardshagen ein. Ab 11 Uhr erwarten die Gäste Leckeres vom Grill und Burger, Eis, Kuchen und Kaffee. Auch eine Hüpfburg wird es geben und die Familiengeschichte soll präsentiert werden. Als Attraktion gibt es für die Besucher Bus-Pull: Dabei sollen Teams aus sechs bis acht Personen einen zwölf Meter langen Linienbus auf Zeit ziehen.

Fokus liegt auf Linienverkehr

Schwerpunkt des Unternehmens ist inzwischen der Linienverkehr. So ist der Reinhardshäger Betrieb ein fester Bestandteil im öffentlichen Nahverkehr im nördlichen Landkreis Kassel und Südniedersachsen. Oder anders: Die Reinhardshäger Busse rollen täglich zwischen Wolfhagen und Göttingen auf der Ost-West-Route sowie vom Bad Karlshafen im Norden bis Eschwege als weit entferntester Ort im Süden. Aber auch im Schienenersatzverkehr und beim Transport von Menschen mit Handicap sind sie tätig.

1979 erwarb Kurt Sallwey das Tankstellengelände am Ortsausgang. Auch heute wird daran noch erinnert.

1979 wurde dieses Tankstellengelände am Ortsausgang erworben, wo später auch eine Halle entstanden ist. © Tanja Temme

Natürlich hat sich im Busverkehr mit den Jahren viel verändert: Heute gibt es elektronische Lenkhilfen, die Busse sind klimatisiert und wie ganz früher muss auch kein Fahrer mehr den Gästen die Tür per Hand öffnen. Auch Einzelfahrkarten werden inzwischen wesentlich weniger verkauft. „Ein großer Einschnitt war für uns die Einführung des Deutschlandtickets vor drei Jahren – seitdem geht es vorn am Einstieg schneller voran“, sagt Daniel Sallwey. Außerdem kauften auch viele vorab ihr Ticket mit dem Handy, was ebenfalls eine Erleichterung sei.

Florian und Daniel Sallwey mit dem Geschäftsführer ldes Betriebs.

Florian und Daniel Sallwey mit dem Geschäftsführer ldes Betriebs. © Tanja Temme

Was sich in all den Jahren nicht verändert hat, ist die persönliche Atmosphäre in den Bussen: „Da unsere Fahrer feste Linien haben, kennen sie viele der Fahrgäste.“ Deshalb sind Busfahrer weit mehr als nur Menschen hinter einem großen Lenkrad, denn sie erleben die kleinen und großen Geschichten des Alltags. So bekommen sie nicht selten den Frust eines Fahrgastes mit ebenso wie dessen Freude über ein schönes Ereignis.

Kurt Sallwey mit dem Reisebus „ Der Sababurger“.

Kurt Sallwey mit dem Reisebus „Der Sababurger“. © Foto: Tanja Temme

Zu den 80 Fahrern des Unternehmens zählen auch zehn Frauen. Große Stücke hält Sallwey auf sie, denn „in den Teams, in denen sie mitfahren, läuft es besonders harmonisch ab.“ Mit drei Auszubildenden – zwei als Busfahrer und einer im Büro– kümmert sich der Betrieb auch um den Nachwuchs. Den Fachkräftemangel mache sich aktuell nicht sehr stark bemerkbar, vor zwei Jahren sei dieses schlimmer gewesen, erklärt Daniel Sallwey. Bewusst seien sie sich auch, dass es mit dem Ausscheiden der Baby-Boomer-Generation schwieriger werden könnte.

Wer ein Blick auf die Firmengeschichte wirft, erkennt, dass sich der Betrieb stets weiterentwickelt hat: So gewannen sie vergangenens Jahr eine Ausschreibung über den Stadtverkehr in Hann.Münden, den sie bis 2035 übernehmen werden. Dieses Jahr schafften sich Sallweys ihren ersten Elektro-Bus an. Auch in den vergangenen Jahrzehnten hat sich einiges getan: So kaufte das Gründerpaar Kurt und Jutta Sallwey kurz nach der Betriebsgründung eine stillgelegte Tankstelle als Betriebsgelände, eröffnete ein Reisebüro im Ort, baute eine Halle und eine regenwasserbetriebene Waschanlage für die Busse. 2002 übernahmen die Söhne Daniel und Michael Sallwey den Betrieb. Auch die dritte Generation ist gesichert: Daniel Sallweys Sohn Florian disponiert als Fahrdienstleiter die vielen Fahrer.