Hacker legen toskanisches Schloss lahm: Hunderte Touristen buchen Unterkunft in Rom, die es gar nicht gibt
StartseiteWeltBooking-Betrug mit Toskana-Unterkunft: Hunderte Urlauber täglich abgezockt und zur Kasse gebetenStand: 06.08.2026, 13:46 UhrKommentareUns auf Google folgenKriminelle hackten das Booking-Profil ein...
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Booking-Betrug mit Toskana-Unterkunft: Hunderte Urlauber täglich abgezockt und zur Kasse gebeten
Stand: 06.08.2026, 13:46 Uhr
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Kriminelle hackten das Booking-Profil eines toskanischen Schlosses und verkauften ein Phantom-Apartment in Rom. Die Betreiber stehen vor dem Nichts.
Siena – Kriminelle haben das Profil eines Schlosses im Gebiet von Siena gehackt und darüber das eines Phantom-„Dream Apartment“ nahe dem Kolosseum in Rom gelegt. So haben Hunderte Touristen – mindestens 150 bis 200 pro Tag – aus aller Welt über die Booking-Seite des Castello di Selvole eine Unterkunft in Rom gebucht, die es gar nicht gibt. Ganz ähnlich wie in Cesenatico, wo Urlaube in einer Residenz verkauft wurden, die nicht existierte.
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Dieser Artikel von Antonella Mollica entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.
Nach ersten Berechnungen erwirtschafteten die Betrüger 224.000 Euro im Juni, 140.000 Euro im Juli und 13.000 Euro allein in den ersten Augusttagen. In einigen Fällen sollen die Buchenden offenbar sogar mit höheren Beträgen belastet worden sein, als ursprünglich angegeben. Das Ausmaß des Betrugs ist bislang nicht vollständig absehbar, doch die Dimensionen zeichnen sich bereits klar ab.

Und das Unglaubliche ist, dass nun Booking die Provision verlangt und den Eigentümern des Castello di Selvole die Rechnung für Einnahmen präsentiert, die diese nie erzielt haben. Es handelt sich nicht um unbedeutende Summen: 67.000 Euro für Juni und 41.000 Euro für Juli. Während die Geschädigten versuchen, den Schaden zu beziffern, laufen im Hintergrund bereits die ersten formalen Schritte. Zuletzt wurde eine KI zum Hacker.
Betrüger bieten Unterkunft in Italien an, die es nicht gibt: Betreiber im Chianti schlagen Alarm
Guido Busetto und seine Frau Nobuko, ehemalige Journalisten, die vor fast dreißig Jahren in Chianti investiert haben, haben inzwischen bei der Postpolizei in Siena Anzeige erstattet. Sie hoffen, dass die Ermittlungen klären, wer hinter dem Angriff steckt und wie es zu der Manipulation der Daten kommen konnte. Gleichzeitig müssen sie sich um ihren laufenden Betrieb und verärgerte Gäste kümmern.
Alles begann Anfang Mai, als im E-Mail-Postfach der Anlage erste Nachrichten von Personen eingingen, die gebucht und bezahlt hatten und nun vor allem Fragen zum Standort stellten. „Sind Sie in der Toskana oder in Rom?“, fragte jemand. Über die Booking-Seite kam der Schwindel ans Licht: Das Gut in Castelnuovo Berardenga, auf dem ein Weingut und ein Agriturismo untergebracht sind, war plötzlich als in Rom gelegen verzeichnet. Die Eigentümer nahmen daraufhin eine lange Korrespondenz mit der Plattform auf, allerdings ohne Ergebnis.
„Niemanden erreicht“: Schlossbetreiber kritisieren Buchungsplattform nach Hackerangriff
„Unser Profil war lange blockiert“, erklärt Nobuko Busetto, „ich konnte nichts verwalten, wir haben niemanden erreicht, der das Problem hätte lösen können.“ Währenddessen gingen weiter Anfragen und Beschwerden von getäuschten Touristen ein, die in Rom anreisten und dort vor einer nicht existierenden Unterkunft standen. Für die Betreiber wuchs der Imageschaden mit jedem Tag.
Ende Juni schrieb das Sicherheitsteam von Booking, dass „wir nach einer gründlichen Überprüfung deines Accounts einige verdächtige Aktivitäten von einem unbekannten externen Gerät festgestellt haben. Leider könnte dies auf einen unbefugten Zugriff Dritter auf die Informationen deines Accounts zurückzuführen sein“. „Wie“, fragt Busetto, „sind sie in den Besitz der Daten meines Accounts gelangt?“
„Alle Buchungen wurden gelöscht“: Wirtschaftliche Schaden ist für Inhaber enorm
„Wir sind nicht in der Lage zu konkretisieren, wann und wie diese unbefugten Dritten in den Besitz deiner Zugangsdaten gelangt sein könnten, aber wir können bestätigen, dass dies nicht über unsere Plattform geschehen ist.“ Später folgte die Mitteilung, dass „nach sorgfältiger Überprüfung deines Accounts bestätigt werden kann, dass das Profil des Hackers vollständig gelöscht wurde“. Für die Betreiber bleibt jedoch die Frage offen, wer die Verantwortung für den entstandenen Schaden trägt und ob weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.
Der wirtschaftliche Schaden für die Inhaber des Betriebs ist enorm: „Alle echten Buchungen wurden gelöscht, es ist noch nie vorgekommen, dass im August niemand da ist. Hinzu kommen die negativen Bewertungen, die natürlich eingegangen sind. Wir haben erfahren, dass wir nicht die einzigen Opfer dieser Art von Betrug in der Toskana sind, aber oft werden solche Vorfälle nicht bekannt gemacht.“